36 Eine Welt ist nicht genug

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36 Eine Welt ist nicht genug
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Schlechte Nachrichten für alle, die sich noch nicht wirklich mit dem Smartphone arrangiert haben: Der nächste große Wurf der Tech-Entwickler steht schon vor der Tür.

Wer nicht das "Glück" hatte, mit Instagram-Storys und TikTok aufzuwachsen, der wird sich noch an Faxgeräte und das "wunderschöne" Geräusch eines 56K- Modems, das sich gerade in die Leitung einwählt, erinnern. Doch das sind Beispiele eines längst vergangenen Technologiezeitalters. Und geht es nach einigen klugen Köpfen im kalifornischen Silicon Valley, soll das auch bald für das Internet, wie wir es heute kennen und nützen, gelten. Die Vision der Tech-Giganten ist das sogenannte Metaverse. Der Name und Teile der Idee gehen auf den 1992 veröffentlichten Science-Fiction-Roman "Snow Crash" von Neal Stephenson zurück. Er beschrieb eine Dystopie, aus der die handelnden Personen immer wieder mithilfe virtueller Realität in das Metaversum flüchten. So oder so ähnlich stellt man sich die Zukunft auch im Silicon Valley vor -allerdings hoffentlich ohne die dystopische Gesellschaft als Fluchtgrund.

Was ist das Metaverse?
Das ist eine Frage, die sich nicht so einfach beantworten lässt. Je nach Tech-Gigant und dahinterstehenden Interessen gibt es verschiedenste Interpretationen, was das Metaverse genau sein bzw. werden soll. Glaubt man Wikipedia (alle Lehrer aus meiner Schulzeit mögen es mir verzeihen), so handelt es sich um einen "konsistenten und persistenten digitalen Raum, der durch die Konvergenz von virtueller, erweiterter und physischer Realität entsteht -einschließlich der Summe aller virtuellen Welten, der erweiterten Realität und des Internets". Wer mit dieser Definition wenig anfangen kann, dem geht esähnlich wie dem Autor dieser Zeilen. Kurz gesagt soll das Metaverse im Kontext der Digitalisierung eine Erweiterung des Internets um einen virtuellen 3D-Raum sein. Wie das Metaverse nun tatsächlich aussehen wird und wie groß dieser digitale Raum wird, lässt sich aktuell nur schätzen. Und laut Schätzungen wird es gewaltig: "Diese neue Welt wird deutlich größer sein als unsere physische Welt. Wir werden 3D-Produkte kaufen und besitzen. Hersteller werden mehr Dinge in der virtuellen Welt produzieren als in der physischen Welt", so die Einschätzung von Jensen Huang, CEO von Nvidia.

Visionen aus dem Silicon Valley
Mark Zuckerberg, CEO von Meta (früher Facebook), beschreibt das Metaverse, wie er es sich vorstellt, als "virtuelle Umgebung, in der man mit Menschen in digitalen Räumen anwesend sein kann". Bei Meta will man mittels Virtual Reality neue Welten schaffen, in denen Nutzer trotz großer Distanzen miteinander in den verschiedensten Formen interagieren können. Dabei stehen aber nicht nur Videospiele im Fokus der Entwickler, auch der Berufsalltag soll sich in Zukunft stark verändern. "Homeoffice ist gekommen, um zu bleiben", sagt Zuckerberg bei einem Vortrag zum Thema Horizon Workrooms. Dank virtueller Avatare soll künftigen Onlinemeetings der fehlende soziale Aspekt verliehen werden. So könnten künftig Gestik und Mimik des Gegenübers wahrgenommen werden. Auch die Freizeitgestaltung soll sich durch die Etablierung des Metaverse verändern. Wer zum Beispiel gerne zu einem Konzert seines Lieblingskünstlers am anderen Ende der Welt fliegen möchte, der muss tief in die Tasche greifen -oder hoffen, dass der Künstler bald auch einen Auftritt in der Nähe plant. Nicht so im Metaverse: Wer dabei sein will, muss sich nur einwählen, völlig unabhängig davon, wo man gerade ist.

Unrealistische Zukunftsmusik?
Nicht ganz. Wem das Videospiel Fortnite ein Begriff ist, der weiß, was es für ein Massenphänomen ist. Fortnite ist längst mehr als ein Spiel. Mit Millionen von Nutzern täglich hat es sich als Plattform zum sozialen Austausch etabliert. Der gipfelt mittlerweile in Livekonzerten berühmter Künstler, die ein Millionenpublikum in den virtuellen Raum ziehen. Sohat beispielsweise ein Konzert des US-Rappers Travis Scott vor 14 Millionen Zuschauern stattgefunden. Doch derartige Events sollen erst der Anfang sein. Erste Anwendungsfelder finden sich auch schon in der Automobilbranche. So setzen Fahrzeugdesigner einiger großer Hersteller beispielsweise auf VR-Brillen, mit deren Hilfe Änderungen am Design visualisiert werden können, ohne in der echten Welt einen Finger rühren zu müssen. Das spart nicht nur Zeit, sondern auch Geld. Und auch das Thema "Autonomes Fahren" birgt Potenzial für künftige Technologien. Das Münchner Start-up "holoride", andem unter anderem Audi beteiligt ist, entwickelt virtuelle Welten für Fahrzeuginsassen, in denen das Auto durch Analyse der Fahrzeugbewegungen und mittels VR-Brille zur Spielekonsole mutiert. "Die Mission von holoride ist es, aufregende Fahrzeugerlebnisse für Passagiere zu schaffen, die das Metaverse bereisen", sagt Nils Wollny, CEO und Co-Founder von holoride.

Gekommen, um zu bleiben?
Die Einsatzmöglichkeiten des Metaverse scheinen grenzenlos. Die aufgezählten Beispiele sind nur ein kleiner Einblick in das, was die Zukunft bringen könnte. Ob all diese Visionen tatsächlich einmal Realität werden, wird die Zukunft zeigen. Eines ist allerdings sicher: Wenn Konzerne wie Meta, Apple und Microsoft Milliarden in eine neue Technologie investieren, dann hat das einen Grund. Dennoch gibt es noch immer viele Stimmen, die nicht an den Erfolg und das Potenzial des Metaverse glauben - wir erinnern uns aber auch an jene Stimmen, die in den 90ern prophezeit haben, dass das Internet eine Eintagsfliege wäre. 36
 

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