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Wie Geld verdienen in turbulenten Zeiten?

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Wie Geld verdienen in turbulenten Zeiten?

Adolf Seifried, Sabine Hödl-Wenger, Hubert Aichlseder, Michael Mayr, Manfred Ellensohn, Wilhelm Weintritt, Marko Fischer, Josef Puntinger, Josef Kamper

Während mancher Hersteller laut eigener Bilanz im Vorjahr fette Gewinne verbuchte, laufen die Geschäfte im Handel oft nicht so prächtig. Lässt sich in turbulenten Zeiten noch Geld verdienen oder bedarf es zusätzlicher Geschäftsfelder?

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Seifried: Eigenen Betrieb optimieren
"Aufgrund der mangelnden Verfügbarkeit der Ware ist der Interbrand-Wettbewerb deutlich zurückgegangen. Viele, die früher mit den Preisen geschleudert haben, erkennen nun, dass man nicht unbedingt so viel verkaufen muss, um Geld zu verdienen", so Adolf Seifried, Landesgremialobmann des oberösterreichischen Fahrzeughandels und Geschäftsführer Auto Seifried/Grieskirchen. Wichtig sei es, den eigenen Betrieb zu optimieren. Im Mittelpunkt stünden die starke Fokussierung und Spezialisierung. "Die eigenen Stärken zu forcieren, bringt vielleicht nicht gleich, aber oft längerfristig den Erfolg, das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen."

Hödl-Wenger: Durchtauchen, bis es besser wird
"Generell ist die Situation sehr schwierig, die Ware sehr knapp und damit sind unsere Ertragsmöglichkeiten derzeit eingeschränkt", erklärt Sabine Hödl-Wenger, Geschäftsführerin Autohaus Wenger/Kuchl. Solange nicht mehr Ware nachkomme, werde es schwierig, das betreffe nicht nur die Werkstatt, sondern auch Einkünfte für Zusatzgeschäfte. "Diese gehen natürlich ebenfalls zurück, weilsowohl Neu-als auch Gebrauchtfahrzeuge fehlen", so Wenger. "Wenn ich nicht ausliefern kann, kann ich auch nicht finanzieren oder eine Versicherung verkaufen, wir können nur durchtauchen, bis sich die Lage wieder entspannt."

Aichlseder: Es gibt keine Alternative
"Derzeit produzieren die Hersteller weniger Fahrzeuge und schreiben laut Bilanzen zum Teil satte Gewinne", sagt Komm.-Rat Mag. Hubert Aichlseder, Landesgremialobmann des Kärntner Fahrzeughandels und Geschäftsführer Autohof/Klagenfurt. "Ähnliches gilt auch für uns, das sage ich auch unseren Mitarbeitern: Wir müssen einfach mehr verdienen, denn mit den bisherigen Margen können wir nicht leben. Das bedeutet, dass im Endeffekt pro verkauftem Fahrzeug mehr bleibenmuss. Nicht nur in unserer Branche haben sich die Preise teils deutlich erhöht. Es ist zwar hart, den Kunden zu sagen, dass nicht mehr Rabatte möglich sind, aber es gibt keine Alternative."

Mayr: Anbieten, was nachgefragt wird
"Angebot und Nachfrage regeln den Preis und wenn das Angebot sinkt, geht der Preis nach oben", wie Mag. Michael Mayr, Geschäftsführer Autopark/Innsbruck unterstreicht. Derzeit sei der Ertrag pro Fahrzeug höher, allerdings die Stückzahl verkaufter Fahrzeuge geringer. "Grundsätzlich bieten wir an, was der Markt nachfragt. Wir sind sehr flexibel und finanziell gut aufgestellt, weil wir in den letzten Jahren eine entsprechende Struktur entwickelt und damit eine gute Basis geschaffen haben. Es gibt immer neue Entwicklungen -vom Oldtimer bis zum Elektro-Mietmodell. Gleichzeitig sind wir mit unseren Betrieben im Servicebereich sehr gut ausgelastet."

Ellensohn: Es gibt kaum Rabatte
"Durch die Verknappungssituation hat sich eine gewisse Preisstabilität bei Neuwagenverkäufen und Gebrauchtfahrzeugen entwickelt", berichtet Komm.-Rat Manfred Ellensohn, Seniorchef des Autohauses Ellensohn/Rankweil. "Wir müssen den Kunden derzeit auch sagen, dass Rabatte kaum gewährt werden können." Gleichzeitig könne sich die Ware auch jederzeit verteuern, wasdie Kunden auch zur Kenntnis nähmen. Damit steige derzeit auch der Ertrag. "Wichtig ist auch, vor allem Zusatzerträge mit Versicherung, Leasing und Finanzierung zu generieren. Langfristig ist allerdings durch Elektrifizierung der Fahrzeuge mit Rückgängen im Werkstattgeschäft zu rechnen."

Weintritt: Umstieg auf Miet-Modelle
"Unternehmen, die gut aufgestellt sind, können flexibler agieren, wie Wilhelm Weintritt, Chef des Autohauses Weintritt/Baden und Neusiedl am See erklärt. "Eine Möglichkeit ist, mehr in Richtung Autovermietung zu gehen. Da auch bei vielen Kunden das Geld knapper wird und die Kreditwürdigkeit sinkt, stellt der Umstieg auf Miet-Modelle auch für Kunden eine attraktive Alternative dar. Wichtig ist, sich als Unternehmen an die jeweiligen Rahmenbedingungen anzupassen, rasch zu reagieren und im eigenen Betrieb entsprechende Anpassungen vorzunehmen."

Puntinger: Auch E-Autos haben Mängel
"Viele Kunden erwarten im Zusammenhang mit der E-Mobilität geringere Servicekosten. Jüngste TÜV-Berichte aus Deutschland sprechen allerdings eine andere Sprache", sagt Komm.-Rat Ing. Josef Puntinger, Seniorchef des Autohauses Puntinger/Leoben. "Denn auch bei E-Fahrzeugen gibt es entsprechende Mängel, insbesondere bei der Elektrik wie Beleuchtung, Hochvoltkabel und auch bei den Bremsen, was sehr verwunderlich ist. Ich denke also, dass auch bei E-Fahrzeugen -egal ob rein elektrische oder hybride -bestimmte Mängel auftreten werden und damit das Werkstattgeschäft in Zukunft zwar leicht abnehmen, aber dennoch laufen wird. Man wird schauen müssen,wie man mit den neuen Fahrzeugen Umsätze generieren kann."

Kamper: Kunden wissen Bescheid
"Momentan lässt sich im Autohaus mit der vorhandenen Ware angemessen verdienen, denn Rabatte sind nicht mehr ein so großes Thema wie in der Vergangenheit", wie Josef Kamper, Geschäftsführer Autohaus Kamper/Neusiedl am See, erklärt. Der Ertrag sei gestiegen, das Wichtigste sei aber, dass jeder Händler darauf achte, dass er seine Ware bekomme. "Uns ist das gelungen und wir sind gut sortiert." Das Thema Verfügbarkeit sei weiter omnipräsent, doch die Kunden seien bereits sensibilisiert, sie wüssten, dass sie länger warten müssten. Zukunftsträchtig seien intensivere Geschäfte mit Zubehör -wie mit den Reifen und mit Leasingfirmen, für die Forcierung von Auto-Abo-Modellen sei die Ware derzeit zu knapp.

Fischer: Erträge haben sich verbessert
"Grundsätzlich ist die Situation wegen der mangelnden Verfügbarkeit der Ware momentan angespannt. Die Erträge haben sich vor allem auch bei Gebrauchtwagen verbessert. Hingegen ist die Etablierung neuer Auto-Abo-Modelle gerade in Wien schwierig", wie Marko Fischer, Landesgremialobmann-Stv. und Geschäftsführer Fischer Auto/Wien, berichtet. "Denn Privat-Kunden erhalten für diese Autos kein Parkpickerl, somit ist das Modell für diese nicht attraktiv." Erstaunlich seien dennoch die hohen Preise, die bereits für Mittelklassemodelle bei diesen Abo-Modellen zu bezahlen seien. Gleichzeitig brauche manselbstverständlich auch die Ware, um Abo-Modelle anbieten zu können.

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