Wer kann liefern?

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Wer kann liefern?

Harald Kilzer (Apollo Vredestein), Martin Kraus (Bridgestone), Ing. Kurt Bergmüller (Continental), Mag. Tassilo Rodlauer (Goodyear), Mag. Roland Steinberger (Michelin), Reinhard Münzker (Pirelli), Michael Lutz (Cooper), Günther Riepl (Falken), Andreas Wirth (Hankook), Sungyong Lee (Kumho), Marc Wolf (Nexen)

Logistik-Probleme, Rohstoff-Knappheit, Kostenund damit Preiserhöhungen sowie OEM- Unsicherheiten beschäftigen die Reifenbranche. Wir haben die Landeschefs nach ihrer Einschätzung gefragt.

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A&W: Welche Auswirkungen (Preise, Lieferfähigkeit, Absatz) hatte die Corona-Pandemie (inklusive Rohstoffmangel und Logistik-Problemen) bislang auf den Reifen-Markt generell und auf Ihr Unternehmen konkret?
Kilzer, Vredestein: Die größte Auswirkung bzw. Veränderung, die Reifenhersteller durch die Corona-Pandemie erfahren haben, ist in der Tat der Bereich Supply Chain. Produktionsplanung wird immer wichtiger und ist jetzt schon der größte Multiplikator für den Ertrag. Im Landwirtschafts-und LKW-Bereich kam uns in den letzten Monaten sehr zugute, dass wir diese Produktgruppen größtenteils in den europäischen Werken produzieren.

Lee, Kumho: Seit dieser Pandemie sind die Importe von Produkten aus außerhalb Europas (insbesondere aus China und Asien) stark zurückgegangen, und gleichzeitig sind in Europa die Produktion und die Versorgung mit Reifen aus vielen Gründen wie Rohmaterial, Arbeit oder Transport nicht reibungslos. Es wird erwartet, dass diese Situation bis auf Weiteres anhält. Die Marktpreise werden durch diese Situation kontinuierlich beeinflusst.

Riepl, Falken: Die Auswirkungen der Pandemie sind und bleiben fordernd. Bis dato konnten wir dank unserem gut funktionierenden Warehouse-Management den Markt sehr gut mit Reifen versorgen, unser Verkaufsteam und unsere Service-Mitarbeiter waren selbst im strengsten Lockdown für unsere Kundinnen und Kunden immer sehr gut erreichbar. Heute, im dritten Jahr der Pandemie , stellt sich die Lage wie folgt dar: Das Gros unserer Reifen kommt aus dem asiatischen Raum, vor allem aus Japan und Thailand. Hier sind wir auf Seetransporte angewiesen, und insbesondere in diesem Bereich gibt es für Seefracht-Container massive Verfügbarkeitsprobleme. Das treibt die Logistikkosten in die Höhe. Eine weitere Herausforderung sind die Personalprobleme bei einigen unserer Logistikpartner: In ganz Europa herrscht ein Mangel an LKW-Fahrern. Auch dies schlägt sich auf die Reifenverfügbarkeit nieder. Die Nachfrage und der Absatz unserer Produkte sind nach wie vor gut und motivierend -sofern die Ware verfügbar ist und bleibt. Wie alle hoffen auch wir, dass sich die Lage mit der weltweiten Eindämmung der Pandemie bald weiter entspannenwird und wir zur Normalität zurückkehren können.

Münzker, Pirelli: Der österreichische Markt bestätigte 2021 im Sell-in eine Erholung zu 2020. Dies spricht dafür, dass die pandemiebedingte Talsohle durchschritten ist. Ein noch stärkerer Zuwachs zeigt sich im Segment ab 18 Zoll. Die Neuwagenverkäufe zeigen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 2020 nochmals einen negativen Trend von minus 3,6 Prozent, beeinflusst durch mangelnde Verfügbarkeit von Halbleitern sowie der Abhängigkeit von den asiatischen Produktionsgebieten (Quelle: Statistik Austria). Die Automobilindustrie hat darauf mit strategischen Maßnahmen reagiert und die Vermarktungvon E-Fahrzeugen und den hochwertigen Segmenten forciert, wo die Kernfokussierung von Pirelli liegt.

Bergmüller, Continental: Rohstoffpreiserhöhungen und Lieferengpässe aufgrund des Halbleitermangels und der Blockade des Suezkanals lassen nur bedingt Schlüsse auf Corona als Ursache zu. Dennoch wäre es unlogisch, wäre der Absatz durch stillstehende Flottenfahrzeuge während der Lockdowns nicht beeinflusst. Die Continental Reifen Austria GmbH hatte keine negativen Entwicklungen zu verbuchen.

Krauss, Bridgestone: Obwohl uns die letzten zwei Jahre vor einige Herausforderungen wie die Umstellung auf Smart-Working-Prozesse oder die Reduzierung der Kundenbesuche unseres Außendienst-Teams stellten,können wir bereits seit geraumer Zeit wieder einen Aufschwung im Markt feststellen. Bridgestone konnte auch 2021 gute Ergebnisse erzielen und kann auf ein unter den Rahmenbedingungen zufriedenstellendes Reifengeschäft zurückblicken. Der bevorstehenden Saison sehen wir optimistisch entgegen, dennmit unserem hochmodernen und leistungsstarken Portfolio sind wir hervorragend aufgestellt. Damit bieten wir unseren Partnern in Österreich die optimale Basis, um für Ihre Kunden die Nummer eins zu sein.

Rodlauer, Goodyear: Die Pandemie war für die Reifenbranche vor allem 2020 eine große Herausforderung. Wir konnten aber relativ gut auf die außergewöhnliche Situation reagieren und blickten Ende des Jahres wieder zuversichtlicher nach vorne. 2021 hat sich der Reifenmarkt weitgehend erholt, wenn auch nicht ganz auf das Vorkrisenniveau. Für Goodyear war das vergangene Jahr in Europa und auch weltweit trotz der nach wie vor schwierigen Lage ein recht erfolgreiches.

Steinberger, Michelin: In Österreich haben wir im Jahr 2021 ein stabiles Geschäft verzeichnen können. Wie auch in anderen Branchen wurden wir mit Veränderungen derRohstoffpreise, der Logistikkosten und der Energiepreise konfrontiert. In Zusammenarbeit mit unseren Partnerhändlern konnten wir viele dieser Herausforderungen aber rechtzeitig antizipieren und entsprechend reagieren.

Wolf, Nexen: Einerseits konnten sich die Verkaufszahlen in der D-A-CH/Benelux- Region siebenstelliger Zuwächse bei den Stückzahlen für die Marke NEXEN erfreuen, und somit konnten deutlich Marktanteile in einem eher stagnierenden Wettbewerbsumfeld gewonnen werden. Demgegenüber stehen Logistik-und Rohstoffkostensteigerungen von mehr als 20 Prozent. Folglich war es auch für NEXEN unabdingbar, die Preise wiederholt anzupassen. Konnte man 2021 bis auf wenige Ausnahmen (Stichwort: "Ever Given"-Desaster im Suez Kanal), mit einer hervorragen Liefertreue glänzen, so sieht die Situation für 2022 wesentlich kritischer aus.

Wirth, Hankook: Die 2021 von Hankook erreichten Verkaufszahlen imösterreichischen Markt erzielten ein Rekordhoch. Das von unseren Partnern entgegengebrachte Vertrauen in der durch Corona wirtschaftlichen schwierigen Zeit wissen wir sehr zu schätzen und bedauern deshalb umso mehr, dass wir aufgrund mangelnder Verfügbarkeit nicht alle Anfragen und Bestellungen befriedigen konnten. Die Kostenentwicklung bei den Rohstoffen, insbesondere der Logistik geschuldet, hat zu einem Anstieg der Verkaufspreise im gesamten Markt geführt.

Lutz, Cooper: In den letzten zwei Jahren wurde uns zwangsläufig bewusst, wie sehr die Welt vernetzt ist und wie schnell der Warenfluss, welcher über Grenzen hinaus stattfindet, ins Stocken geraten kann. Der globale Handel hat Schwierigkeiten, die Ausfälle sowie Logistikeinschränkungen, die durch die Corona-Pandemie entstanden sind, aufzufangen. Es wirdnoch einige Zeit brauchen, bis sich der internationale Handel wieder in ruhigerem Fahrwasser bewegen wird. Vor der Reifenindustrie haben die Auswirkungen des Virus natürlich nicht haltgemacht. Wir sehen die Herausforderungen und arbeiten an effektiven Lösungen für das Jahr 2022. Wir versuchen momentan alles in unserer Macht Stehende, um das bekannte Servicelevel zu halten und die Lagerfähigkeiten zu verbessern. Wir können trotz der Schwierigkeiten positiv in die Zukunft schauen, der Hauptgrund dafür ist das neue Lager in Philippsburg, aus dem wir nun unsere Kunden beliefern. Österreichist größtenteils im 24-Stunden-Einzugsgebiet, was eine noch schnellere Belieferung für unsere Kunden möglich macht und weitere Service-Leistungen mit sich bringt.


Wie werden sich Volumen, Preise und Lieferfähigkeit im Reifenbereich heuer entwickeln?
Rodlauer, Goodyear: Während sich die Wirtschaft nach der Pandemie erholt, übersteigt allerdings aktuell die Nachfrage nach Arbeitskräften das Angebot. Logistikbetriebe weltweit haben Schwierigkeiten, Mitarbeiter einzustellen und zu halten, was sich auf die gesamte Lieferkette auswirkt. Gleichzeitig verzeichnen wir dank der tollen Qualität unserer Produkte einen starken Anstieg der Nachfrage. Wir passen daher unsere Prozesse kontinuierlich an und arbeiten an einer permanenten Optimierung, um die pünktliche Lieferung der benötigten Produkte sicherzustellen.

Wirth, Hankook: Im ersten Halbjahr ist noch keine Entspannung hinsichtlich der globalen Beschaffungsketten zu erwarten. Deshalb ist es wahrscheinlich, dass sich der Trend aus dem Vorjahr hinsichtlich der Lieferbedingungen und der Preisentwicklung in diesem Jahr fortsetzen wird. Wir setzen alles in eine frühzeitige Planung, sodass wir das von unseren Partnern in uns gesteckte Vertrauen nicht enttäuschen und trotzdem bestmögliche Verfügbarkeiten sicherstellen können.

Steinberger, Michelin: Es ist zu erwarten, dass dieösterreichische Reifenbranche auch weiterhin preissensibel reagieren wird. Insgesamt gehen wir von stabilen Volumen aus mit einem anhaltenden Trend hin zu E-Reifen und Reifen mit größeren Zollgrößen. Eine enge Zusammenarbeit und Abstimmung auf Augenhöhe zwischen Industrie und Handel wird nötig sein, um die derzeitige allgemeine angespannte Liefersituation erneut erfolgreich zu bewältigen.

Wolf, Nexen: Wenn die Premiumhersteller, wie in den letzten Jahren zu beobachten war, die Kapazitäten für ihre 2. und 3. Marken reduzieren, die anhaltend hohen Inflationsraten zu weniger Kaufkraft führen und Nexen durch seine immer größere Bekanntheit beim Endverbraucher, gepaart mit hervorragendem Preis-Leistungs-Verhältnis in Kombination mit immer stärker werdendem Erstausrüstungsengagement, eine starke Nachfrage erfährt, dann ist es zumindest für das Jahr 2022 eine große Herausforderung, die maximalen Kapazitäten so zu nutzen, dass die Ware rechtzeitig bei unseren Kunden ankommt. Dies wird zumindest in puncto gewünschtem Liefertermin nicht in allen Fällen gelingen. Für 2022 könnte man durchaus prognostizieren, dass das Produktionsvolumen in Europa für 2022 stagnieren wird, die Warenströme aus China und Indien vorerst noch auf niedrigerem Niveau als in den Jahren zuvor bleiben werden und mit Blick auf den eher niedrigen Lagerbestand im Reifenhandel bei wahrscheinlich gleichem Bedarf wie in 2021, sich die Lieferfähigkeit im Reifenbereich dann wohl als "angespannt" bezeichnen lassen muss. All dies kann natürlich je nach Entwicklung in den nächsten Wochen zu weiteren Preiserhöhungen bei den Reifenindustrien führen, was indes sicher nicht von Nachteil fürdie Branche sein wird. Eins sollte definitiv auch nicht vergessen werden: Es wird nicht allzu lange dauern, bis auch die Automobilindustrie wieder Ihre Produktion erhöht. Dies kann auch kurzfristig geschehen. Dann sind vor allem die Premiumreifenhersteller gefragt. Im Ersatzgeschäft entsteht dannvielleicht eine Lücke. Wer diese Lücke dann nutzt, das wird spannend sein.

Lutz, Cooper: Wir konnten in den letzten Jahren inÖsterreich immer mehr Fuß fassen, und das schlägt sich positiv auf unser Volumen nieder. Darauf sind wir stolz und merken, dass wir mehr und mehr Partner finden, die den Weg weiter mit uns gehen möchten. Wir haben in der Vergangenheit die Steigerung der Logistik-und Rohstoffkosten größtenteilsselber getragen. Dies geht natürlich nur bis zu einem gewissen Punkt, und auch wir müssen wettbewerbsfähig bleiben. Wir sind im ständigen gemeinsamen Dialog mit unseren Kunden, um eine zielführende Lösung für alle Parteien zu finden.

Krauss, Bridgestone: Aufgrund der aktuellen Marktgegebenheiten ist sicherlich mit einigen Vorziehkäufen zu rechnen. Die dadurch kurzfristig verstärkte Nachfrage wird sich im Jahresverlauf wieder ausnivellieren. In Hinblick auf die weiteren Entwicklungen im Reifenmarkt sind wir zuversichtlich, denn wir bieten ein breit aufgestelltes Segment an Premiumreifen für die Sommersaison 2022. Besonders im Bereich der HRD-Reifen (High-Rim-Diameter), also bei den großen Dimensionen, erwarten wir weiterhin eine starke Nachfrage. Diesem Trend folgend haben wir im letzten Jahr unsere Produktrange mit dem Ultra-High-Performance Potenza Sport marktorientiert komplettiert. Auch der steigenden Anzahl an Elektrofahrzeugen und dem Fortschritt der E-Mobilität im Allgemeinen tragen wir mit dem Turanza Eco mit der Enliten-Leichtbau-Reifentechnologie Rechnung. Für zukünftige Produktentwicklungen werden diese Trends immer stärker berücksichtigt. Wir planen langfristig und vorausschauend, um der Nachfrage im Markt, entsprechend unseres Serviceversprechens, nachzukommen und diese zuverlässig zu erfüllen.

Riepl, Falken: Wir glauben, dass sich die Volumina heuer zwischen denen von 2021 und 2020 einpendeln werden. Die Lieferketten stehen derzeit aufgrund hoher Kapazitätsauslastungen und weltweiter Logistikprobleme massiv unter Druck. Wir sind zuversichtlich, dass sich diese herausfordernde Situation bis zum Herbst 2022 entspannen wird. Aufgrund der gestiegenen Rohstoff-, Energie-und eben Logistikpreise waren auch wir gezwungen, unsere Preise anzupassen, da wirnicht mehr in der Lage waren, diese Preissteigerungen allein zu absorbieren. Wir können mit diesen Preisanpassungen aber auch sicherstellen, dass wir unsere Produkte in der gewohnt hohen Qualität und mit unserem hohen Service- Level anbieten können.

Münzker, Pirelli: Die Entwicklung des Marktes in den vergangenen Jahren lässt darauf schließen, dass sich das Bedarfsvolumen weiterhin bei rund fünf Millionen Reifen bewegt (dies ist eine interne Einschätzung auf Basis von Europool).
Markante Veränderungen zeichnen sich hingegen in der Mixvariante ab. Das Segment ab 18 Zoll zeigt deutliche Zuwächse auf. Prognosen zufolge wird es in wenigen Jahren ein Viertel des Markets überschreiten. Bei der Preisentwicklung setzt sich in diesem Jahr der Trend von 2021 fort, die Preise zu erhöhen. DerTrend basiert auf der Kosteninflation, die viele Produktionskomponenten betrifft. Aus dem Wachstumstrend im Segment ab 18 Zoll sowie der zunehmenden Vollelektrifizierung im Neuwagensegment resultieren neue Herausforderungen hinsichtlich der Erweiterung und Komplexität der Reifenrange.

Kilzer, Vredestein: Die durchschnittliche Kilometerleistung wird in 2022 wieder leicht nach oben gehen. In Verbindung mit demälter werdenden Fahrzeugbestand wird sich der Ersatzmarkt dieses Jahr positiv entwickeln. Wenn die Rohstoff-,und Seefrachtkosten sich nicht wieder kurzfristig auf ein niedrigeres Niveau einpendeln, werden die Reifenpreise weiter steigen müssen. Fachhändler, die noch gewissenhafter (mehr) bevorraten, werden weniger von Lieferengpässen betroffen sein. Es empfiehlt sich aber, mit Partnern zusammenzuarbeiten, die in Österreich über ein eigenes Lager verfügen.

Lee, Kumho: Das Angebot ist nach wie vor unzureichend, und die Nachfrage wird voraussichtlich stabil bleiben. Mit anderen Worten, die Basisdaten sind nicht gut. Wenn sich der OE-Markt unter diesen Umständen vom Vorjahr erholt, wird der Markt enger werden, und die Preise werden unweigerlich steigen. Wenn irgend möglich, ist es eine gute Alternative, eine gewisse Menge an Lagerbeständen anzulegen.

 

Welche Anforderungen und Lösungen im Bereich der Digitalisierung kommen auf die Reifenfachbetriebe zu, und wie können Sie als Lieferant die Unternehmen dabei unterstützen? 

Steinberger, Michelin: Die Digitalisierung kann im Handel sehr viele Schritte einfacher machen, wenn Hersteller und Händler auf gemeinsame digitale Schnittstellen zurückgreifen, die über Verfügbarkeiten, Lieferspanne und Bestellungen Auskunft geben. Michelin arbeitet insbesondere auch bei seinen Lkw-Flotten mit vielen Lösungen, um die TCO der einzelnen Spediteure zu senken.

Münzker, Pirelli: Der Reifenhandel sieht sich mit breit gefächerten Anforderungen konfrontiert. Die grundlegende Herausforderung besteht darin, sämtliche Anforderungen und Prozesse des Geschäftsalltags über ein digitales System zu steuern. Diese Herausforderungen betreffen insbesondere das Flottengeschäft sowie automatisierte Prozesse über Kundendepots, die der Händler mit Marketingmaßnahmen koppeln muss, um Endkunden stärker an seinen Betrieb, seine Produkte und seine Serviceleistungen zu binden. Zukünftig bieten sich neue technische Entwicklungen, die eine vollautomatisierte Diagnose der Reifenzustände mit digitaler Systemabbildung ermöglichen, sobald ein Kunde mit seinem Fahrzeug auf das Betriebsgelände fährt. Das eröffnet dem Reifenhandel beachtliche Vorteile. Pirelli entwickelt und bietet verschiedene Lösungen, beispielsweise Driver Fleet Solution Plus für eine effiziente, digitale Abwicklung des Leasing- und Flottengeschäfts im Handel.

Bergmüller, Continental: Intelligente Logistiklösungen und LODC (Analyse bezüglich „Lowest Overall Driving Costs“ für Trucks) sowie der digitale Verkaufsraum oder „Kundengespräche online“ könnten essenzielle Themen der Zukunft sein.

Kilzer, Vredestein: Die digitale Zukunft entwickelt sich immer weiter. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Reifenfachhändler ihren digitalen Wandel beschleunigen und umsetzen. Der Einsatz von detaillierten Fahrzeug- und Kundendaten muss uns dabei helfen, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Wir beschäftigen uns sehr viel damit, unsere Partner noch besser zu verstehen, um unsere Service-Pakete in Zukunft noch besser schnüren zu können.

Lutz, Cooper: Über die generelle Digitalisierung wurde schon viel geschrieben. Diese Chancen machen natürlich vor dem Reifengeschäft keinen Halt. Wir sehen diese als zukunftweisend und freuen uns, zusammen mit unseren Händlern, diese anzugehen. Dadurch kommen viele neue Herausforderungen auf unsere Partner zu, an deren Lösungen wir gemeinsam arbeiten und unsere Kunden versuchen optimal zu unterstützen. Unser Ziel ist es, einfachste Lösungen für unsere Partner aufzuzeigen. Ein Beispiel wäre unsere neu ins Leben gerufene E-Commerce Plattform, welche die benutzerfreundlichste in der Industrie ist.

Rodlauer, Goodyear: Die Digitalisierung ist einer der Mega-Trends unserer Zeit, der nun auch bei den Reifenfachbetrieben angekommen ist. In dem Zusammenhang sehen wir verschiedene Herausforderungen auf unsere Partner zukommen, wie beispielsweise die Bereitstellung professioneller Websites, das Angebot eines bedienerfreundlichen Webshops oder einen ansprechenden Social-Media-Auftritt. Wir unterstützen dabei vorrangig unsere Netzwerkpartner mit unterschiedlichen Tools und Service-Bausteinen.

Riepl, Falken: Wir werden verstärkt auf Digitalisierung setzen, z. B. im Bereich Print-Unterlagen. Nur so können wir unsere Angebote ständig aktualisieren und unseren Kunden diese Informationen leicht zugänglich machen.

Krauss, Bridgestone: Der Reifen der Zukunft wird immer digitaler, vernetzter und nachhaltiger. Dementsprechend entwickelt Bridgestone kontinuierlich innovative Technologien und Lösungen der nächsten Generation, die in unseren Reifen integriert sind. Ausgestattet mit datenerfassenden Komponenten liefern vernetzte Reifen so immer häufiger Echtzeit-Updates über Zustand und Leistung. Gemeinsam mit Webfleet Solutions bauen wir unser Angebot an effizienten und wirtschaftlichen Lösungen für ein einheitliches Reifen- und Fuhrparkmanagement weiter aus. In unseren aktuellen (Online-)Trainings und Schulungen weisen wir darauf hin, welche Technologien in unseren Reifen zum Einsatz kommen, welche Vorteile sie mit sich bringen und wie Händler und Fachbetriebe diese als zusätzliches Argument im nächsten Verkaufsgespräch nutzen können.

Lee, Kumho: Die Größe des Online-Marktes nimmt jedes Jahr zu, und in einigen Ländern ist er bereits zu einem wichtigen Vertriebskanal geworden. Daher nimmt die Bedeutung der B2C-Kommunikation von Tag zu Tag zu, und die direkte Markenwahrnehmung und -auswahl durch den Endverbraucher wird ein wichtiger Faktor für den Verkaufserfolg sein. Daher investieren wir in unsere Anstrengungen, um eine Marke zu werden, für die sich der Kunde entscheidet.

 

Welche Neuheiten im Bereich Produkte und Dienstleistungen dürfen die Betriebe aktuell bzw. in naher Zukunft von Ihrem Unternehmen erwarten? 

Lee, Kumho: In Kürze steht unseren Kunden unser komplett neu entwickelter B2B-Webshop zur Verfügung. Der Webshop ist eine Weiterentwicklung unseres derzeitigen KTOP-Bestellsystems mit erweiterten Möglichkeiten, die getätigten Bestellungen hinsichtlich des Liefer- und Versandstatus jederzeit zu kontrollieren. Die Nutzung wurde vereinfacht und großteils selbsterklärend gestaltet und trägt zu einer schnelleren Abwicklung bei. Die Freitextsuche im Konfigurator sowie erweiterte Filter- und Sucheigenschaften auf der Bedienoberfläche führen schnell und einfach zu den gewünschten Suchergebnissen. Der Webshop bietet aber deutlich mehr als die reine Online-Bestellmöglichkeit, so kann man über die integrierte Endkunden-Ansicht und eine selbst hinterlegte Kalkulation den Endkunden direkt am Bildschirm beraten und die Reifen im Beisein des Kunden in Echtzeit bestellen.

Kilzer, Vredestein: Vredestein und Apollo haben in den letzten Monaten ihr Produkt-Portfolio auf den modernsten Stand gebracht, und mit dem Wintrac Pro und dem Quatrac Pro zwei Produkte in der höchsten Premium-Klasse auf den Markt gebracht. Das Sommerreifen-Portfolio wurde um zahlreiche Dimensionen in den Profilen Ultrac und Ultrac Vorti+ erweitert, und es ist mit einer weiteren Überraschung im Bereich 4x4 zu rechnen. Weiters werden wir unseren Service im Bereich des Webshops deutlich verbessern, um unseren Kunden ein noch besseres Bild von unserer Verfügbarkeit zu bieten. Es reicht heute nicht mehr, den Partnern „nur“ aufzuzeigen, was sich aktuell, frei verfügbar in unserem Lager befindet. Unsere Partner verdienen und fordern weit mehr, und das werden wir ihnen liefern!

Riepl, Falken: Wir führen mit dem Falken AZENIS FK520 in diesem Frühjahr einen neuen UHP-Reifen ein, der den beliebten Falken AZENIS FK510 ablösen wird. Sukzessiv werden wir im Winter den Falken Eurowinter HS01 durch einen neuen Winterreifen ersetzen – den Falken Eurowinter HS02. Bereits in diesem Frühjahr hat unser Mutterkonzern, Sumitomo Rubber Industries Ltd., im asiatischen Raum einen Reifen herausgebracht, der zu den energieeffizientesten Reifen der Sumitomo Gruppe gehört und ausschließlich für den Einsatz auf Elektrofahrzeugen entwickelt wurde. Dieser soll ab dem Frühjahr 2023 auch in Europa unter dem Namen Falken e-ZIEX erhältlich sein.

Wolf, Nexen: Von Nexen darf man in naher Zukunft natürlich weiter Wachstum erwarten. Der Bau des zweiten Traktes im tschechischen Werk in Zatec hat bereits begonnen, wodurch man bis Ende 2024 eine Kapazität von rund 11 Millionen Reifen erwarten darf und sich somit auch logistisch für die D-A-CH-Region mit kürzeren und günstigeren Transportwegen optimiert. Permanente Produktentwicklung, Rangeausweitungen und auch neue Profile sind bereits in Vorbereitung, sowohl für das Ersatzgeschäft als auch für die Erstausrüstung.

Wirth, Hankook: Der kürzlich angekündigte Ventus Prime 4 wird mit verbessertem Bremsverhalten auf nassen Straßen, leiserem Laufgeräusch und längerer Laufleistung als das Vorgängermodell die Kunden zu überzeugen wissen. Der Ventus S1 evo Z als Ultra-Ultra-High-Performance Reifen markiert eine neue Ära im High-End-Portfolio des Unternehmens. Entwickelt für anspruchsvolle Super-Sportwagen, die das Extra an Grip und Seitenführung benötigen, geht der Ventus S1 evo Z in Sachen Haltbarkeit und Sicherheit keine Kompromisse ein. Unlängst hat Hankook und die Hyundai Motor Company das Ergebnis einer Kooperation auf der CES 2022 in Las Vegas vorgestellt: Bei der Robotik-basierten Hyundai-Plattform Plug & Drive (PnD) fahren Transportmodule autonom auf dem luftlosen Hankook Konzeptreifen i-Flex.

Krauss, Bridgestone: Der 2021 eingeführte Bridgestone Potenza Sport stellt auch in dieser Saison ein Fokus-Produkt in unserem Sommerreifen-Portfolio dar, da er mit seiner Markteinführung einen neuen Standard im Bereich der sportlichen Performance gesetzt hat – viele renommierte Fahrzeughersteller vertrauen auf seine Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten und auf seine Nasshaftung. Auch der Bridgestone Turanza T005 bestätige jüngst erneut seine ausgezeichnete Leistungsstärke im Sommerreifentest des ÖAMTC, als er den zweiten und dritten Platz einfuhr – mit einer „sehr ausgewogenen“ Performance und „Bestnoten bei Nässe“, um die Testprofis zu zitieren. Das Prädikat „besonders empfehlenswert“ trägt er damit zu Recht. Zusätzlich zu unseren Premiumprodukten erweitern wir kontinuierlich unser umfassendes Angebot an Online-Trainings und Webinaren. Über die bestehenden Infovideos zum Potenza Sport und Transporter-Ganzjahresreifen hinaus werden in Kürze Schulungen zum Firestone Roadhawk und Bridgestone Multiseason Gen 02 abrufbar sein. Es ist uns wichtig, unsere Partner mit anwendungsbezogenen Schulungen über die neuesten Produkte und Lösungen zu informieren und ihnen konkrete Tipps und Tricks an die Hand zu geben – kompakt, digital und informativ. Außerdem bauen wir auch unsere Verkaufsaktivierungen am Point of Sale weiter aus. Dazu gehören beispielsweise die Bridgestone TEST OUR BEST Aktion oder der Firestone Reifenhit, bei denen Kunden jetzt beim Kauf von Bridgestone- oder Firestone-Reifen das ganze Jahr über von attraktiven Prämien profitieren.

Bergmüller, Continental: Mit der neuen SportContact-Generation, den Continental SportContact TM 7, machen wir den Autofahrern, die sportlich unterwegs sein wollen, ein sehr sicheres, Handling-orientiertes und laufleistungsstarkes Angebot. Für individuelle Dienstleistungen stehen wir unseren Kunden gerne zum Gespräch bereit.

Münzker, Pirelli: Am 16. Februar 2022 haben wir die drei neuen Mitglieder der Scorpion-Produktfamilie für das signifikant wachsende SUV-Segment präsentiert. Dies sind der Scorpion Sommerreifen, der Scorpion Winter 2 sowie der Scorpion All Season SF2 für das wachsende Segment der Ganzjahresreifen. Die neue Scorpion-Generation wurde entwickelt, um den Hauptmerkmalen moderner SUVs gerecht zu werden: dem höheren Gewicht, dem hohen Schwerpunkt sowie der einzigartigen Mechanik und Fahrdynamik. Das aktualisierte Scorpion-Reifenportfolio erfüllt diese Anforderungen und überträgt viele jener technologischen Innovationen, die Pirelli kürzlich mit dem neuen Cinturato eingeführt hat, auf die Welt der SUVs. Die Range der Scorpion-Reifen enthält die höchste Anzahl an Homologationen für Elektro- oder Plug-in-Hybridfahrzeuge im gesamten Pirelli-Portfolio. Zu erkennen sind diese Reifen an der „Elect“-Markierung auf der Seitenwand. Den Schlüssel zur Entwicklung der neuen Scorpion-Range bildet der „Eco-Safety“-Designansatz von Pirelli. Er zielt darauf ab, eine geringe Umweltbelastung (resultierend aus dem geringen Rollwiderstand, dem reduzierten Straßenlärm sowie der hohen Laufleistung) mit bestmöglicher Leistung und Sicherheit (kürzere Bremswege, höherer Grip, bessere Fahrzeugstabilität und geringeres Aquaplaning-Risiko) zu kombinieren. Die neue Scorpion-Generation ist zudem effizienter, wenn es darum geht, den Kraftstoffverbrauch (bzw. den Energieverbrauch bei Elektrofahrzeugen) zu senken. Der neue Reifen ist darüber hinaus leiser und hält länger als die vorherige Generation: Vorteile, die allesamt zu einer höheren Nachhaltigkeit beitragen. Mit seiner Elect-Technologie entspricht Pirelli dem Trend der Vollelektrifizierung im Neuwagensegment und hält für die Fahrzeug-Modelle im Premium- und Prestigesegment maßgeschneiderte OE-Spezifikationen bereit. Auf dem Dienstleistungssektor werden wir zur Jahresmitte einige Konzepte für die Bereiche Logistik und Warenverfügbarkeit realisieren, von denen unsere Partner im Handel sowie letztlich auch deren Endkunden profitieren werden.

Rodlauer, Goodyear: Ich freue mich, dass wir dieses Jahr die nächste Generation unserer preisgekrönten Goodyear „Eagle F1“-Familie auf den Markt bringen. Der neue Eagle F1 Asymmetric 6 verfügt über innovative Technologien für maximale Ausgewogenheit und ist aufgrund des optimierten Rollwiderstandes und reduzierten Abrollgeräusches für E-Fahrzeuge bestens geeignet. Übrigens, durch sehr niedrigen Verschleiß überzeugen im aktuellen ÖAMTC-Test nicht nur unser Testsieger EfficientGrip Performance 2, sondern auch die anderen Produkte unseres Konzerns.

Lutz, Cooper: Wir konnten in den letzten Wochen drei neue Familienmitglieder in unserem Produktportfolio begrüßen. Zwei neue VAN Allseason Reifen, den Cooper Evolution VAN und den AVON AS12. Beide Reifen haben die Schneeflocke auf der Flanke und sind perfekt für alle Wetterlagen gewappnet. Ein wichtiger Schritt für unser Unternehmen und unsere Partner, die nun in dem stetigen Wachstumssegment All-Season auf die volle Produktrange zugreifen können. Auch unsere Motorradmarke AVON Tyres wird mit einem neuen Produkt in die Saison starten, dem 3D Supersport. Dieser Reifen ist für den aufstrebenden Hypersportmarkt ausgerichtet. Er ist ideal für Rennstrecke sowie Straße.

Steinberger, Michelin: Zu Beginn dieses Jahres haben wir sowohl im Motorrad-Segment als auch im Pkw-Segment neue Produkte auf den Markt gebracht, die unterstreichen, dass Performance und Nachhaltigkeit stets im Einklang stehen können. Für Fans von Sportwagen und Hochleistungslimousinen bringt Michelin den Sommerreifen MICHELIN Pilot Sport 5 auf den Markt. Er bietet die optimale Kombination aus sportlicher Performance und Laufleistung. Der neue Sommerreifen MICHELIN Primacy 4+ ist auf Limousinen und SUVs ausgelegt – für den normalen Alltag und lange Familienausflüge. Er verfügt über beste Bremsleistung bei nassen Straßenverhältnissen im gefahrenen Zustand und bietet so mehr Sicherheit vom ersten bis zum letzten Kilometer. Die MICHELIN „Road 6“-Reifenserie ist das jüngste Mitglied an Sporttouring-Reifen der Spitzenklasse von Michelin. Die Reifen bieten Fahrern von Roadstern, Großenduros, Sportmotorrädern und Tourenmaschinen eine optimale Leistung bei Nassgrip, Laufleistung, Komfort und Handling.

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