Arbeit am offenen Herzen

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Arbeit am offenen Herzen

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Das Herz: Was der Motor für den Verbrenner, ist die Batterie für das E-Auto. Ob ähnlich umfangreiche Wartungsarbeiten anfallen, ist jedoch fraglich.

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Schlechte Zeiten für die Werkstatt: Während am Verbrennermotor umfassende Wartungsarbeiten recht regelmäßig anfallen, wirft der E-Motor vergleichsweise wenig Aftermarket-Geschäft ab. Doch wie verhält es sich mit Batteriereparaturen bzw. -wartungsarbeiten?

Werkstätten spezialisieren sich
Wir fragten nach bei Katia Melz Giovanella, Produktmanagerin für E-Mobilität bei AVL DiTest, wo man schon seit geraumer Zeit ein ganzes Set an Werkzeugen für die Arbeit am Hochvoltspeicher anbietet, darunter etwa das vielseitig einsetzbare Tool HV Safety, mit dem sich die Spannungsfreiheit ebenso überprüfen lässt wie der Isolationswiderstand und Potenzialausgleich vor dem Wiedereinbau in das Fahrzeug. Mit Hilfe von HV Sat (Bild), speziell für Fahrzeughersteller, lassen sich vor dem Wiedereinbau der HV-Batterie ausführliche sicherheitsrelevante Tests durchführen. "Die Nachfrage nach dieser Produktschiene steigt sehr stark", so Giovanella.
Große Hoffnungen, dass Batteriewartung der große Umsatzbringer für die Werkstatt werden könnte, kommen im Gespräch mit Giovanella allerdings nicht auf. "Das Öffnen einer Batterie ist aktuell eine Reparaturaufgabe für spezialisierte Werkstätten. Wir sehen aber 'early adopters' unter den Freien,die sich damit zu beschäftigen beginnen. Künftig ist bei der Wartungsarbeit von Batterien im Aftermarket-Geschäft mit zusätzlicher, anspruchsvoller Fehlersuche und Diagnose zu rechnen. "
Schon die Batterie zuöffnen, sei -abhängig vom Hersteller - nicht ganz einfach und es könnte in Zukunft sogar noch komplizierter werden. Einige Hersteller experimentieren mit "cell-to-chassis-Designs", was die Demontage erschweren und den Kfz-Betrieben wohl nicht gerade in die Karten spielen würde.

Modultausch ab 3 Arbeitsstunden
Wie bei aktuellen Verbrennermodellen auch, wird bei Defekten gern das Steuergerät als mögliche Ursache ausgetauscht. "Dieses BMS ist manchmal im Batteriegehäuse verbaut", so Giovanella. "Allerdings geht der Trend dahin, es in einem sogenannten service window außerhalb der Batterie unterzubringen, damit der Zugang bei der Wartung leichter wird." Der Tausch einzelner Batteriemodule ist ein gern genanntes Hoffnungsthema für Wartungsarbeiten am E-Auto. Theoretisch ließe sich sogar der "state of health" eines Akkus verbessern, wenn man das schlechteste Modul austauscht. Bei einfachen Batteriemodellen ist ein Modul in 3 bis 4 Arbeitsstunden getauscht. Als regelmäßige Wartungsarbeit kommt ein Modultausch allerdings kaum infrage, dafür sind laut Giovanella die Batterien wohl zu langlebig.
 

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