"Profitabilität sicherstellen!"

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"Profitabilität sicherstellen!"

Mag. Andreas Oberascher

In den kommenden Wochen werden die österreichischen Ford-Partner informiert, mit welchem System die Organisation die Herausforderungen der Elektrifizierung schaffen soll. Ford-Austria-Chef Mag. Andreas Oberascher im Rückblick auf 2021 und Ausblick auf 2022.

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AUTO-Information: 2021 war für alle Hersteller wegen der Lieferschwierigkeiten bei Halbleitern ein besonderes Jahr: Wie ist die Bilanz bei Ford?
Mag. Andreas Oberascher: Es war für uns ein sehr gutes Jahr - im Rahmen der Möglichkeiten. Wenn man die Pkws und die Nutzfahrzeuge zusammenzählt, haben wir unseren Marktanteil inÖsterreich von 7,65 auf 8,25 Prozent gesteigert. Das sind eine starke Leistung unserer Händlerschaft und das sechste Wachstum in Folge. Damit haben wir unser Ziel, zum sechsten Mal in Folge zu wachsen, ganz klar erreicht.

Verantwortlich sind vor allem die Nutzfahrzeuge, weil es wegen vieler Vorziehkäufe aufgrund der Einführung der NoVA ja eine ganz spezielle Situation gab.
Oberascher: Bei den Nutzfahrzeugen haben wir mit 12.570 Neuzulassungen das beste Jahr der Geschichte geschrieben und mit einem Marktanteil von 21,42 Prozent die Position als Nummer 1 ganz klar verteidigt. Das heißt, dass wir das gesamte Wachstum der Industrie von rund 60 Prozent mitgemacht haben. Hier war es ganz klar ein Vorteil der neuen D-A-CH-Organisation, da uns Deutschland mit Fahrzeugen unterstützt hat und wir so die gesamte Produktion in den Markt gebracht haben. In den drei heißen Monaten von August bis Oktober haben wir rund 6.000 Nutzfahrzeuge ausgeliefert. Unser Dank geht an alle Händler, die das bewerkstelligt haben.

Mit dem Mach-E können Sie besonders zufrieden sein.
Oberascher: Dieses Auto war im Vorjahr eine absolute Erfolgsgeschichte. Es war immer unsere Zielsetzung, die Händler und Kunden auf dem Weg in die Elektromobilität mitzunehmen. Der Mach-E hat gezeigt, dass man mit dem richtigen Produkt und der richtigen Positionierung sofort erfolgreich sein kann: Ein begehrliches Produkt, gute Parameter bei der Reichweite und beim Preis -damit hat man sowohl bei Privatkunden als auch bei Flotten gute Karten. Mit dem Mach-E haben wir im Februar begonnen und uns 750 Zulassungen vorgenommen. Geworden sind es dann 912, und wir haben fast doppelt so viele Verträge geschrieben.

Mit dem Mach-E wurde der Onlineverkauf gestartet: Wie wird es hier weitergehen?
Oberascher: Jedes Volumenmodell von Ford wird dann entweder vollelektrisch oder hat ein PHEV im Portfolio. Insofern gilt es rasch zu lernen und Fehler zu korrigieren. Wir werden dann in einigen Jahren kein klassischer Hersteller mit Fokus auf Verbrennungsmotoren sein, sondern ein vollelektrischer Mobilitätsanbieter mit ikonischen Produkten wie Ranger, Mach-E und E-Transit, mit allen dazugehörigen Services.

Was sind Ihre Ziele für 2022?
Oberascher: Wir wollen, analog zum abgelaufenen Jahr, im Rahmen unserer Möglichkeiten bestmöglich agieren. Das bedeutet, dass wir bei den Nutzfahrzeugen die Nummer 1 in Österreich verteidigen wollen. Bei den Pkws wollen wir sicherstellen, dass wir einen Marktanteil von über 5 Prozent erreichen.

Wie hoch wird Ihrer Schätzung nach der Pkw-Markt in Österreich im Jahr 2022 sein?
Oberascher: Wir gehen mit einer optimistischen Sichtweise von rund 275.000 Pkws aus.

Und bei den Nutzfahrzeugen? Wird es hier zu einem Einbrechen der Zahlen kommen?
Oberascher: Hier schätzen wir, dass der Markt bei 45.000 Einheiten liegen wird: Natürlich hat es im Vorjahr Vorzieheffekte wegen der Einführung der NoVA gegeben, vor allem bei den großen Flotten. Aber das Volumen war 2020 sehr niedrig, und die hohen Zahlen von 2021 sind nicht nur aus diesen Vorziehkäufen erklärbar. Heuer ist die Konjunktur stark, auch die Wirtschaftsindikatoren sind gut und die Auftragsbücher nicht nur in unserer Branche sehr voll.

Das heißt, Sie erwarten 2022 keine große Delle bei den Nutzfahrzeugen?
Oberascher: Wir haben 2021 bis zur Jahresmitte einen extremen Aufschwung gesehen und im Juli und August die erwartete Delle. Ab September und Oktober haben wir wieder eine positive Entwicklung beim Ordereingang verzeichnet.

Die Lieferzeiten bei den Nutzfahrzeugen werden aber länger werden, oder?
Oberascher: Man wird sich bei den Pkws und Nutzfahrzeugen auf höhere Lieferzeiten einstellen müssen als in der Vergangenheit. Das heißt, dass die Händler alle Kunden früher aktivieren müssen. Wurden sie bisher 6 Monate vor Ablauf eines Leasingvertrags kontaktiert, so sind es nun 12 Monate. In diesem Bereich sind unsere Händler wirklich gut. Einen Verkaufab Lager sehe ich für die nächste Zeit nicht.


Wie wird es bei den Händlern weitergehen? Im Netz spricht man von neuen Verträgen ...
Oberascher: Wir gehen davon aus, dass wir bis Ende des 1. Quartals alle Fakten auf dem Tisch haben. Wichtig wird sein, dass jeder Händler sein Geschäftsmodell entsprechend den neuen Rahmenbedingungen ausrichten kann. Die Eckpunkte werden von Mitte Februar bis Mitte März in allen 3 D-A-CH-Märkten in regionalen Meetings besprochen. Wir wissen, dass wir da noch Antworten schuldig sind, was die künftigen Vertriebsstrategien in Europa betrifft. Diese werden innerhalb der D-A-CH-Organisation einheitlich sein.

Die Händler werden aber bleiben.
Oberascher: Es wird ganz sicher nicht ohne lokale Strukturen gehen, wir werden die Standorte natürlich brauchen. Und natürlich muss die Profitabilität der Händlerstandorte nachhaltig sichergestellt sein, denn sonst haben wir ja keine Vertriebsstruktur mehr. Die Händler sind in ihrem Geschäft kreativ und gut. Aber die Funktion und die Aufgaben werden sich ändern. Das hat auch mit der Elektrifizierung der Modellpalette zu tun. Die Händler werden eine permanente Kundenbeziehung haben. Ich bin mir sicher, dass wir das mit der stärksten privaten Händlerorganisation in Österreich schaffen werden. Wir müssen definiert über die ersten Hürden drüber. Aber wir wissen, dass unsere Ford-Partner kreativ sind, ihre Geschäftsfelder auf die Zukunft auszurichten. Wir werden einen positiven Weg nach vorn gehen und diesen auch gemeinsam mit dem Händlerverband beschreiten.

Bevor nicht all das besprochen ist, werden Sie auch nicht klären, wie es mit dem Händlernetz in Kärnten weitergeht, wo es offene Punkte gibt ...
Oberascher: Kärnten ist unser Prio-1-Gebiet. Hier liegen ein großes Volumen und ein großer Marktanteil brach. Es gibt mehrere Bewerber und wir wollen das Bundesland nachhaltig entwickeln.

Welche Schwerpunkte gibt es sonst noch im Bereich des Händlernetzes?
Oberascher: Aktuell haben wir zwei Schwerpunkte: Einerseits werden unsere Händler mit neuester Hardware ausgestattet, damit sie für das kommende Ford-Produktportfolio gerüstet sind. Andererseits bauen wir die Hälfte der Händler an strategisch wichtigen Standorten als Nutzfahrzeug-Kompetenzzentren weiter aus. Wir freuen uns, dass Auto Stahl in Wien-Donaustadt für Fordneu gebaut hat und bereits beide genannten Kriterien erfüllt. Auch zahlreiche weitere Händler erkennen den Trend und drehen an den richtigen Schrauben. Wir unterstützen sie dabei.

Wie wird es bei Online Sales weiter gehen?
Oberascher: Ford hat eine Online-Verkaufsplattform etabliert und stellt diese seit April 2021 allen Händlern zur Verfügung, wo derzeit der Mustang Mach-E und der Explorer online angeboten werden können. Weitere Modelle werden im Jahresverlauf folgen.

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