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Trübe Zeiten: Wie über die Runden kommen?

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Trübe Zeiten: Wie über die Runden kommen?

Michael Schmidt (Höglinger Denzel), Anton Reiser, (Autohaus Reiser), Bernhard Plasounig, (W. Plasounig), Ing. Wolfgang Rötzer (Autohaus Dosenberger), Nadja Malin-Potzinger (Autohaus Malin), Mag. Franz Schönthaler (Autohaus Schönthaler), Marko Fischer (Fischerauto), Bernhard Kalcher (Autohaus Kalcher), Roland Zsoldos (Autohaus Zsoldos)

Mangelnde Verfügbarkeit, leere Gebrauchtwagenplätze, verunsicherte Kunden: Branchenexperten rechnen mit wachsendem Druck, dem der Automobilhandel standhalten muss. Sind die Betriebe für noch härtere Zeiten gerüstet?

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Keine speziellen Maßnahmen
"Die Fahrzeuganlieferungen funktionieren bei uns nicht so schlecht, gewisse Sonderausstattungen sind derzeit allerdings nicht verfügbar", sagt Michael Schmidt, Geschäftsführer Höglinger Denzel/Linz. Wenn sich die Situation nicht drastisch ändere, seien aus heutiger Sicht keine speziellen Maßnahmen im Betrieb geplant. "Es könnte immer besser gehen, aber wir sind zufrieden, derzeit besonders mit dem Werkstattgeschäft, das ausgesprochen gut läuft." Man habe die Kunden darüber aufklären können, was man könne und was nicht: "Wir verkaufen die Autos derzeit so, wie Sie sie bauen lassen können, der Großteil der Kunden akzeptiert das auch."

Werkstatt gut ausgelastet
"Was die Werkstatt in unseren Betrieben betrifft, habe ich punkto Auslastung in den kommenden Monaten keine Bedenken, da wir im Karosseriebereich noch bis zum Frühjahr 2022 massive Hagelschäden, die im heurigen Sommer durch heftige Unwetter in unserer Region entstanden, aufzuarbeiten haben", so Anton Reiser, Geschäftsführer Autohaus Reiser/Straßwalchen. "Unsere Gruppe hat derzeit viele Autos mit 5 Jahres-Garantie auf der Straße, das hilft uns jetzt weiter. Im Verkauf werden wir Kurzarbeit in Anspruch nehmen und angedacht ist, danach zu schauen, in welcher Menge die Ware von den Werken kommt."

Oldtimer sorgen für Auslastung
"Unsere Strategie ist folgende: Wir sind Handwerker, die bestimmte Sachen können, dazu zählt das Löten, was uns bei der Instandsetzung verschiedener Kühler hilft, wir können auch drehen und fräsen und wir haben dadurch seit vielen Jahren eine Schiene, mit der wir Kunden, die historische Fahrzeuge oder Youngtimer besitzen, Restaurierungsarbeiten anbieten", sagt Bernhard Plasounig, Inhaber W. Plasounig/Villach. "Wenn wir merken, dass die Auslastung zurückgeht, können wir uns verstärkt der Oldtimerrestaurierung widmen und haben so genug zu tun. Wir haben glücklicherweise Kunden, die mehrere solcher Fahrzeuge besitzen und die froh sind, wenn wir diese herrichten."

Es wird sich halbwegs ausgehen
"Wir haben – so wie die meisten anderen Händlerkollegen – deutlich weniger Umsatz als vor der Corona-Pandemie, erklärt Ing. Wolfgang Rötzer, Geschäftsführer Autohaus Dosenberger/Innsbruck. "Das hängt überwiegend mit der Verfügbarkeit der Ware zusammen, weil die Kaufabschlüsse heuer relativ gut gelaufen sind. Bei uns wird sich das Jahr 2021 halbwegs ausgehen, wir haben derzeit im Verkauf auch keine Kurzarbeit beantragt, sondern bauen Urlaube ab. Wenn sich die Situation normalisiert, könnten wir im Februar starten, da laut Prognose sehr, sehr viele rückständige Lieferungen kommen und damit verschiebt sich, was wir eigentlichdie letzten Monate verloren haben, ins 1. Quartal 2022."

Es wird noch schwieriger
"Die mangelnde Verfügbarkeit der Ware ist ein Problem, wir haben einen kleinen Vorlauf und Lagerfahrzeuge, ich rechne damit, dass es ab dem 2. Quartal 2022 noch schwieriger wird", sagt Nadja Malin-Potzinger, Geschäftsführerin Autohaus Malin/Sulz. Wie sich die Situation weiter entwickle, sei derzeit extrem schwer abzuschätzen. "Das betrifft vor allem den Verkauf, wobei wir -je nach Lage -auch die Möglichkeit haben, staatliche Unterstützungen wie Kurzarbeit in Anspruch zu nehmen." Im Gegensatz dazu laufe der Kundendienst nach wie vor sehr gut: "Die Werkstatt ist voll, und auch für die kommenden Monate siehtes aus heutiger Sicht zufriedenstellend aus."

Zeichen der Solidarität vonnöten
"Die momentane Lage im Automobilhandel wird dramatisch", warnt Mag. Franz Schönthaler, Sprecher des FCA-Händlerverbands und Geschäftsführer Autohaus Schönthaler/Pernitz. "Es sei denn, die Hersteller -die derzeit noch nicht wirklich darauf reagieren -finden einen Ausweg. Es wird notwendig sein, die Mitarbeiter im Verkauf in Kurzarbeit zu schicken, da je nach Marke 2022 und auch 2023 sehr wenige Autos kommen werden. Für die Autohandelsbetriebe, die in Österreich zum Großteil Familienunternehmen sind, wird es in den kommenden Monaten sehr eng. Es wären jetzt - neben schönen Worten - starke Zeichen der Solidarität von Wirtschaft und Politik gegenüber dem Autohandel vonnöten."

Helfen uns am freien Markt
"In Summe werden die kommenden Monate sicher herausfordernd", sagt Marko Fischer, Landesinnungsmeister-Stv. der Wiener Fahrzeugtechnik, Landesgremialobmann-Stv. des Wiener Fahrzeughandels und Geschäftsführer Fischerauto/Wien. "Denn wenn die Fahrzeuge, die wir bestellt haben, nicht kommen sollten, ist das nicht nur für uns, sondern auch für unsere Mitarbeiter sehr schwierig." Fahrzeuge würden verkauft, man wisse, aber oft nicht, wann diese geliefert werden. Daher sei es schwer zu planen."Derzeit helfen wir uns am freien Markt auch mit dem Ankauf von GW, allerdings sind diese zurzeit nicht billig, aber sie bringen Auslastung für die Werkstatt und gleichzeitig zusätzlich Nebengeschäfte wie Finanzierung und Versicherung.

1. Quartal 2022 wird kritisch
Jeder Betrieb müsse überlegen, welche Möglichkeiten es gebe, sich helfen zu lassen, unterstreicht Bernhard Kalcher, Obmann des Verbandes Österreichischer Kraftfahrzeugbetriebe (VÖK) und Geschäftsführer Autohaus Kalcher/Fehring und Südost Automobil-Vertrieb/Fehring. Besonders kritisch würden die Monate Jänner, Februar und März 2022. "Wir werden im Kundendienst in den ersten Monaten des Jahres massive Auslastungsprobleme haben, vor allem in der Karosserie und in den Lackierereien, und wir werden im Neuwagen-Verkauf kaum wissen, was wir tun sollen, weil wir keine Ware haben. Darüber hinaus ist auchdas Verlangen der Kunden, neue Ware zu kaufen, gestört. Wir haben auch keine Gebrauchtwagen als Ertragsbringer."

Kundendienst wichtiger denn je
"Im Augenblick läuft das Geschäft, vor allem im Verkauf, nicht besonders gut, das omnipräsente Thema -mangelnde Verfügbarkeit der Ware -ist die Ursache dafür", berichtet Roland Zsoldos, Autohaus Zsoldos/Neusiedl am See. Es sei in Zeiten wie diesen sehr schwer, an Gebrauchtwagen zu kommen, auch im Ausland seiendiese derzeit kaum verfügbar. Zsoldos rechnet mit einer Entspannung der momentanen Lage "frühestes im Herbst". Hingegen passe die Auslastung der Werkstatt. "Ich gehe davon aus, dass wir in den kommenden Monaten, auch getragen durch den Kundendienst, ohne einschneidende Anpassungen über die Runden kommen werden."
 

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