Genug Bestand auf der Straße

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Genug Bestand auf der Straße

Die aktuelle Entwicklung und zunehmende Komplexität beim Motor-und Getriebeöl hilft allen Qualitätswerkstätten. Vom Zuwachs beim Bestand und den Neuwagen-Lieferschwierigkeiten profitieren eher die freien Werkstätten.

Im Vergleich zu vielen anderen Branchen wie etwa dem Event-Bereich, aber auch im Vergleich zum Autohandel sind die Kfz-Werkstätten aus eige ner Kraft ganz gut durch die bisherige Pandemie gekommen. Auch wenn die Kilometerleistung -vor allem bei den Firmenfahrzeugen -zurückgegangen ist, hat die Auslastung gestimmt. Dennoch hat es das Werkstätten-Geschäft und den Schmierstoff- Bereich etwas durcheinandergewirbelt. Auchhier waren die Lieferketten unterbrochen, Rohstoffe waren und sind nicht ausreichend verfügbar bzw. teuer. Dabei lag es nicht nur an Corona. Nachdem 2019 ein Brand in einer französischen Additiv-Fabrik die Schmierstoff-Produktion beeinträchtigt hat, war Anfang 2021 ein Eissturm in Texas für Additiv- Versorgungsprobleme verantwortlich.
Insgesamt mussten die Preise daher (mehrmals) angehoben werden, bei den Werkstatt-Margen im Schmierstoffbereich frisst das zwar etwas Deckungsbeitrag, es bleibt aber noch genug Spanneübrig. Vielmehr helfen Lieferengpässe bei der Preistreue: Da die Überproduktion weggefallen ist, bleiben die Schleuderer aus, die auch beim Motoröl -vor allem online -auftauchen. In der Preisargumentation dem Kunden gegenüber kann das sogar helfen.

Hohe Anforderungen an das Öl
Ebenfalls hilfreich sind -wie auch schon in vergangenen Ausgaben thematisiert -die nach wie vor wachsenden Anforderungen an das Motoröl. Das Downsizing der vergangenen Jahre hat ebenfalls die Anforderungen verschärft, da bei kleineren Motoren weniger Schmierstoff, ein kleinerer Ölsumpf und auch kleinere Ölkühler zur Verfügung stehen.
Der Haupttrend ist weiterhin Kraftstoff-und damit CO2-Einsparung, hier spielen Leichtlauföle mit niedriger Viskosität eine sehr große Rolle. Nach 0W-20 und 0W-16 wird 0W-12 der nächste Schritt sein.

Zusatzgeschäft Automatik-Getriebe
Ein ebenso starker Trend zeigt sich bei den Getrieben: Automatik- und Doppelkupplungs-Getriebe gewinnen nach wie vor an Marktanteil. Das Ende des Handschaltgetriebes weitet sich von der Premium-Klasse auch auf Volumensmodelle aus. VW wird ab 2023 die Modelle Passat und Tiguan nur noch mit Automatik bauen. Für die Werkstätten bietet diese Entwicklung wachsendes Potenzial für den Wechsel bzw. die Spülung dieser Getriebe. Die Komplexität nimmt also in allen Bereichen zu. Und das ist gut. (Lesen Sie dazu auch das Editorial auf Seite 3). Für die Nachbarschaftshilfe, die Schattenwirtschaft und die Hinterhof-Werkstätte wird es immer schwieriger, das korrekte Öl verfügbar zu haben und -beispielsweise beim Automatik-Getriebe -die richtigen Geräte zu besitzen, die für eine hochwertige Arbeit notwendig sind. Auch die Betriebe benötigen dazu den richtigen Partner.


Werkstätten-Auslastung gesichert
Die derzeitige Situation mit mangelnder Verfügbarkeit beim Neuwagen (aber auch beim Gebrauchtwagen) hilft grundsätzlich der Werkstätte: Wird weniger verkauft, so wird mehr repariert, das gilt auch heute. Die Menschen investieren noch einmal in ihr bestehendes Fahrzeug,um weiterhin sicher unterwegs zu sein.
Gleichzeitig wächst der Fahrzeugbestand massiv. Betrachtet man nur den Pkw (Klasse M1), ist der Bestand von 4,36 Mio. Fahrzeugen im Jahr 2010 auf über 5 Mio. Autos 2020 gestiegen. Rechnet man den gesamten Kfz-Markt, also inklusive leichten Nutzfahrzeugen, Lkws, Bussen und allen Zweirädern, kommt man sogar aufeine Steigerung von einer Million: von knapp 6,1 Mio. (2010) auf fast 7,1 Mio. Fahrzeuge (2020). Das Durchschnittsalter der privat genutzten Pkws ist in dieser Zeit von 8,4 auf 9,7 Jahre deutlich gestiegen. Die Komplexität der Fahrzeuge und die wachsende Elektronik bringt auch die älteren Fahrzeuge verstärkt in die Fachwerkstätte. Ohne Profi und ohne Tester geht es nicht mehr.

Potenzial vorhanden
Das Potenzial ist also vorhanden. Von beiden Entwicklungen profitieren derzeit freie Werkstätten natürlich stärker als Markenbetriebe. Markenwerkstätten haben klarerweise mehr mit jüngeren Fahrzeugen zu tun, die momentan fehlen.
Das bedeutet also, dass Markenwerkstätten aktiv auf die Besitzer älterer Fahrzeuge zugehen und eventuell spezielle Aktionen anbieten müssen. Beispielsweise wenn es sich um Zweitfahrzeuge oder Autos in der Familie des Kunden handelt.
Gleichzeitig ergibt sich die Möglichkeit regionaler Zusammenarbeit. Die freie Werkstätte ist nicht der Feind, sondern kann auch Kunde sein, das reicht von Karosserieteilen über Original-Ersatzeile, die Miete von Spezialwerkzeugen bis zum Verkauf des exakt richtigen Motor-oder Getriebeöls.
 

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