Mit dem Partner durch schwierige Zeiten

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Mit dem Partner durch schwierige Zeiten

Das Angebot von Werkstattkonzepten an die Partnerbetriebe muss sich an die Herausforderungen der Zeit anpassen. Wie gehen die Betreiber an die aktuellen Entwicklungen heran?

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Vorausgeschickt sei unserem Überblick, dass die meisten Konzeptverantwortlichen in der Krise von keinem nennenswerten Wachstum berichten können – andererseits aber auch nicht davon, dass die große Investitionsangst umgeht. 

Über knapp 100 Partner verfügt das wohl markenstärkste Konzept Bosch Car Service nach wie vor in Österreich. „Dass wir in einigen Gebieten noch nicht vollständig aufgestellt sind, liegt auch daran, dass wir beim Qualitätsanspruch keine Kompromisse eingehen“, so Ing. Helmut Stuphann, MBA, Verkaufsleiter Automotive Aftermarket bei Bosch. „Derzeit suchen wir noch Bosch Car Service-Partner in Graz, Klagenfurt, Spittal an der Drau und im Burgenland.“ 

Digitale Services im Betrieb und zum Kunden hin
Das Ziel, die Produktivität einer Werkstätte zu erhöhen, gelinge zum Beispiel, wenn mittels Connected Repair einzelne Geräte miteinander kommunizierten. Darüber hinaus steige im Konzept die Bedeutung der Schulungen, aber auch des Marketing, so Stuphann. Endkunden können sich via Online-Buchungs-Portal nicht nur einen Termin aussuchen und buchen, sondern sich auch gleich online ein Preisangebot einholen.

Auch bei den Stahlgruber-Konzepten Meisterhaft und BTS TurboExperte verfolgt man laut Ing. Roland Hausstätter, Geschäftsführer von Stahlgruber, „weniger quantitative als vielmehr qualitative langfristige Ausbaupläne. Wir haben mit 209 Meisterhaft--Partnern bereits eine sehr gute Flächenabdeckung in Österreich. Das unterstützende Zusatzkonzept BTS TurboExperte verfügt derzeit über 166 Partner.“ 

Qualität für Kundenzufriedenheit
Hausstätter, der die Vielzahl der existierenden Konzepte mit teils stark unterschiedlicher Qualität bekannt kritisch sieht, betont, dass man Konzeptpartner suche, die „vom Erscheinungsbild und von der Arbeitsqualität die Erwartungen der Fahrzeughalter erfüllen. Kundenzufriedenheit ist das stärkste Potenzial für eine positive Geschäftsentwicklung.“ Die Muttergesellschaft LKQ Europe entwickle derzeit ein umfangreiches Trainingsprogramm (Online- und Präsenztraining), das ab 2022 angeboten werde.

Bei Birner beziehen 300 Werkstatt-Partner 4 Konzepte – und das ist laut Konzeptberater und Projektleiter E-Mobilität Matthias Gneist mit leichten Fluktuationen seit Jahren so. Gefragt bleibe die Mobilitätsgarantie, die als Kundenbindungstool Nr. 1 gelten könne. Beim Marketing fokussieren die Birner-Konzepte mehr und mehr auf Social Media und digitale Kanäle, bei ad Autodienst werde exklusiv noch Plakatwerbung gemacht. Für die Social--Kampagnen sei eine eigene Agentur beschäftigt, die Betriebe können zwischen Paketen wählen. „Wir merken, dass viele Werkstätten, beispielsweise nach einem Generationswechsel sich dafür stark interessieren.“ Das Konzept ad Autodienst hat derzeit 122 Partner, Autofit wachse mit seinem modernen Auftritt schnell und halte derzeit bei 52 Betrieben. Auto Mobil Meisterwerkstatt verfügt über 102, Auto Profi Werkstatt 23 Partner.

Derendinger: viel Neues
Die umfassende Umstrukturierung bei SAG -Austria (Derendinger) zeigt auf die Werkstattkonzepte  keine direkten Auswirkungen, wie CEO Christian Doser uns sagt. Während das Premium-Werkstattkonzept plusService und das Budget-Werkstattkonzept Auto Werkstatt (in der Vergangenheit das meist abgeschlossene Konzept) bleiben, „ist das Medium--Konzept Unicar mittlerweile eingestellt. Wir haben im letzten Jahr circa 8 Prozent der Systempartner verloren“, so Doser. Die Konzepte werden nunmehr von Arnold Stiebli betreut, der während der Recherchen zu diesem Beitrag die Arbeit aufgenommen hat. Die Verluste hätten nichts mit den Restrukturierungsmaßnahmen bei SAG Austria zu tun, betont Doser. Ziel sei es, die Entwicklung umzukehren und Visionen bei den Partnern zu erzeugen – eine „Stabilisierung bzw. Neuausrichtung der Firma für die Zukunft! Wir müssen in Zukunft mehr in Aus- und Weiterbildung unserer Werkstätten investieren.“  Brennpunktthemen seien etwa Diagnose, Hybrid oder der Zugang zu OE-relevanten Daten für den freien Aftermarket.

Stärker werden im Internet
Einen Schwerpunkt auf Online-Marketing setzt Point-S-Konzeptbetreuer Jörg Dölicke beim Konzept Automeister, das keine zahlenmäßigen Veränderungen für die abgelaufenen zwölf Monate vermeldet. „Wir sind ganz gut durch die Krise gekommen und wollen unsere Betriebe auch heuer vor Ort bestens unterstützen.“ Den Partnern helfe man stark im Bereich von Google-Kampagnen, für entsprechende Schulungen habe man eine Agentur engagiert. Die in der Krise eingezogene Gepflogenheit, alle zwei, drei Wochen ein digitales Podium zu bestimmten Themen anzubieten, werde man beibehalten, allerdings nicht, um Präsenztagungen zu ersetzen. Diese -würden selbstverständlich wieder stattfinden.

In der Krise gefragt
Einen kontinuierlichen Ausbau der Konzeptpartner hat man sich bei ZF Aftermarket zum Ziel gesetzt. „Derzeit haben wir 299 [pro]Tech start und 105 [pro] Tech plus Partner in Österreich. Mit zukünftigen Aktionen wollen wir hier noch deutlich steigern“, so Andreas Henkelmann, Vertriebsmanager Österreich und Schweiz bei ZF Aftermarket. Man werde im Laufe des Jahres für den D-A-CH-Markt Aktionen starten, um mehr potenzielle ZF [pro]Tech start Partner zu erreichen; Genaueres werde zeitnah kommuniziert. „Die thematischen Schwerpunkte haben sich seit 2020 nicht essenziell geändert, wobei wir unsere Trainings den aktuellen Produktneuheiten und das Format – wie bei den meisten Tätigkeiten im Geschäftsfeld – an die Maßnahmen zur Bekämpfung des Corona--Virus angepasst haben“, so Henkelmann. Alle [pro]Tech Partner hätten die Möglichkeit, kostenlos an Online--Webinaren teilzunehmen. „Die wachsenden Herausforderungen für die Werkstätten erfordern einen starken Partner, der nicht nur mit Produkten, sondern auch mit Informationen kompetent unterstützt. Gerade in Krisenzeiten vertrauen die Partner auf die Zuverlässigkeit und Unterstützung von ZF Aftermarket.“ 

Konzepte der Schmierstoff-Hersteller
Einen niederschwelligen Zugang ermöglichen Werkstattkonzepte der Schmierstoff-Konzerne. Bei Fuchs steht Getriebeöl-Service im Vordergrund: „Neben diversem Werkstätten-Equipment ist unser Premium--ATF-Spülgerät das Highlight in unserem Angebot“, erklärt Reinhold Amschl, Vertriebsleiter Automotive bei Fuchs. 

Bei Castrol setzt man auf Signalisation mit der starken Marke, sowohl direkt am Betrieb wie auch im digitalen Bereich. „Derzeit verfügen wir über 36 Castrol Service-Partner, heuer sollen noch 40 weitere dazukommen“, erklärt Gerd Bernd Lang, Vertriebsleiter bei Castrol-Vertriebspartner Obereder. 

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