Null Toleranz für die Scheibe

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Null Toleranz für die Scheibe

Als langjähriger Experte berichtet Thomas Hermanky von Saint Gobain Autover regelmäßig über Entwicklungen im Autoglas-Bereich. Dieses Mal geht es um Head-up-Displays und Fahrerassistenzsysteme.

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A&W: Von den Herstellern werden immer wieder neue Fahrer-Assistenzsysteme, sogenannte ADAS, angekündigt. Welche Auswirkungen hat das auf den Bereich Autoglas?

Thomas Hermanky: Die Vielzahl an Sensor- und Kamerainformationen, dieüber die Frontscheibe laufen, hat tatsächlich zu weiteren Innovationen in der Produktion von Scheiben mit Head-up-Displays und Fahrerassistenzsystemen geführt. Da die Messweiten der Systeme immer größer werden, wird der Raum für Fertigungstoleranzen praktisch auf null reduziert. Um diese speziellen Vorgaben und Anforderungen zu erfüllen, sind bei Sekurit weitere Messpunkte im Bereich der ADAS-Halterungen eingeführt worden. Einer dieser Messpunkte ist sogar mit einer dynamischen Funktion ausgestattet. Damit kann ein Winkel zwischen ausgewählten Punkten vor dem Fahrzeug simuliert und gemessen werden. In der Qualitätskontrolle erhalten wir damit noch bessere Referenzkurven und eine genauere Beurteilung der Qualität.

Warum sind die Erweiterungen und Qualitätskontrollen so wichtig? Hermanky: Diese Qualitätskontrolle ist ein wichtiger Schritt für den nächsten Sekurit-Meilenstein zur perfekten optischen Güte der gesamten Scheibenfläche.

Dieses Verfahren nennen wir Isra Vision Screenscan. Dabei handelt es sich um eine neue optische Verzerrungsmesskontrolle für alle neuen Modelle mit Fahrerassistenzsystemen. Für mehr als 550 Modelle ist das Verfahren bereits fertig entwickelt.

Sind solche aufwendigen Entwicklungen für den Fahrer und dessen Wahrnehmungen entscheidend, oder hat es mit der Messgenauigkeit der Systeme zu tun?

Hermanky: Tatsächlich geht es um die hohe Genauigkeit der entfernt aufgenommenen Bilder und Signale. Ein Mensch würde Unschärfen im Bereich von 1 Dioptrie mit einer Brille ausgleichen, die Toleranzen dieser Systeme mit sogenannter "optischer Transmissionstechnik" liegen unter 150 Milli-Dioptrien. Ich denke, hier wird auch klar, dass Nachbauprodukte solche Parameter nicht gewährleisten können, mangels der technischen Werte und der Produktionsverfahren.

Das Resultat wäre dann eine fehlerhafte Kalibrierung bzw. die Störung oder der Ausfall einer Funktion der Fahrerassistenz-Systeme? Hermanky: Ja, wir hören von diesen Problemen.
 

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