Wieder auf Augenhöhe reden

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Wieder auf Augenhöhe reden

Mag. Sebastian Haböck leitet Opel seit 1. Februar

Mit dem neuen Mokka will Mag. Sebastian Haböck, seit Februar Chef von Opel in Österreich, die Marke wieder nach oben bringen – und die Händler neu motivieren. Mehr dazu im exklusiven Interview in der AUTO Information.

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AUTO-Information: Opel bringt jetzt den Mokka auf den Markt. Was bedeutet das für die Marke? 
Mag. Sebastian Haböck: Der Mokka ist "Opel neu" - so wie wir uns Opel in den kommenden Jahren vorstellen. Auch der Corsa war schon von PSA beeinflusst, doch noch nicht ganz klar in der Formensprache und im Design. Das Design des Mokka ist ein Befreiungsschlag, ein großes Lebenszeichen.

Ein Design, das zeigt, wie alle Opel in Zukunft aussehen werden?
Haböck: Die klaren, sauberen Formen zeigen: Wir trauen uns wieder etwas. Opel hat ein Standing und wurde in den vergangenen Jahren unter seinem Wert geschlagen. Wir sind ja nicht irgendeine Marke – und der Vizor in der Fahrzeugfront erinnert auch an den Manta. Das hat seine Berechtigung. Und wir wissen, dass die Österreicher auf die deutsche Ingenieurskunst und Qualität schauen.

Opel hatte 2020 in Österreich einen Marktanteil von 3,87 Prozent, nachdem es 3 Jahre zuvor noch 6,00 Prozent waren
Haböck: Tiefer geht es bei Opel nicht mehr. Aber auf uns kommt ein Feuerwerk zu, der Mokka ist erst der Anfang. Zum Jahresende haben wir 9 elektrifizierte Modelle -und nicht zu vergessen: Im Herbst kommt der neue Astra.

Die Halbleiter-Krise trifft alle Hersteller: Ist sichergestellt, dass alle Kunden ihren Mokka bekommen?
Haböck: Der Konzern hat ganz klar gesagt, dass weder der Launch noch die Kundenbestellungen in Gefahr sind. Jeder, der einen Mokka will, wird ihn heuer bekommen.

Wie viele Bestandskunden gibt es von den beiden Vorgänger-Generationen?
Haböck: 2012 wurde die erste Version lanciert, 2016 kam der Mokka X: Das Auto war lange Leader im B-SUV-Segment, bis es 2019 ausgelaufen ist. Wir haben für den neuen Mokka ein Kunden-Loyalitätsprogramm gestartet, das rund 30.000 Kunden betrifft.

Was sagen die Händler zu diesem Auto? Und was sind die Ziele für heuer?
Haböck: Der Mokka war das Zugpferd Nummer 1. Dementsprechend haben die Händler gelitten, als das Zugpferd gefehlt hat. Jetzt sagen sie uns, dass Kunden den Mokka aus dem Prospekt heraus gekauft haben. 2.000 bis 2.200 Neuzulassungen sind das absolute Minimum, das wir wollen: 20 bis 22 Prozent davon werden auf den Mokka-e entfallen.

Wie hoch soll der Marktanteil von Opel steigen?
Haböck: In einem Normaljahr, also noch nicht heuer, wollen wir wieder 5,1 Prozent. Doch in Zukunft könnten wir auch wieder mehr machen. Der Marktanteil der elektrifizierten Fahrzeuge, also inklusive der Plug-in-Autos, soll bei 7 Prozent liegen. Wir wollen die stärkste Marke im Stellantis-Konzern sein, da wollen wir hin. (2020 lag Opel bei 3,87 %, Peugeot bei 3,64 %, Citroën bei 2,39 %, Anm.).

Was waren die Gründe für die deutlichen Rückgänge in den vergangenen Jahren?
Haböck: Mein Vorgänger hatte sicher keinen leichten Job zu machen. Es gab große Flottenkunden, die ganz bewusst nicht mehr bedient wurden, weil kein Geld verdient wurde. Auch die Short Time Rentals waren nicht wirklich rentabel. Diese Bereinigung hat mein Vorgänger gemacht.

Wie zufrieden sind Sie mit dem Start in diesem Jahr?  Opel liegt nach 2 Monaten kumuliert bei einem Marktanteil von 3,78 Prozent.
Haböck: Mit dem Jänner bin ich nicht zufrieden, die Händler waren es sicher auch nicht. Aber im Jänner war Lockdown und im Februar haben wir ein Lebenszeichen gegeben. Der Mokka wird jetzt ein Frequenzbringer werden.

Wie läuft das B2B-Geschäft, nachdem zur Jahresmitte die NoVA für leichte Nutzfahrzeuge eingeführt wird?
Haböck: B2B läuft sehr gut, der Lkw-Bereich überbordend gut. Wir kämpfen um jedes zusätzliche Fahrzeug und mit ein bisserl Glück bekommen wir auch ein Zusatzkontingent vom Movano. Es gibt eine große Vorzieh-Kaufwelle, die Auslieferung ist ja bis Oktober möglich. Im 3. und 4. Quartal erwarte ich ein mühsames Kaufvertragsverhalten. Aber längerfristig bin ich optimistisch, weil wir bald alle Nutzfahrzeuge elektrifiziert haben und auch unser Diesel sehr gut ist.

Im Vorjahr lag Opel im "Händlerradar" auf dem letzten Platz, hatte also die unzufriedensten Händler. Wie soll sich das ändern?
Haböck: Der letzte Platz ist auch Ausdruck einer Veränderung, die in den vergangenen Jahren passiert ist und die nötig war. Bei meinen bisherigen Besuchen habe ich eines gemerkt: Die Händler wollen auf Augenhöhe reden – und mit mir kann man das. Ich habe 3 Jahre Retail-Erfahrung und gesehen, wie es den Händlern geht. Ich möchte ihnen keine Steine in den Weg legen und die Händler ihren Job machen lassen. Das heißt nicht, dass ich alles lösen kann. Reibungspunkte sind normal: Aber wenn das Netz nicht motiviert ist, wird es zu Volumenverlusten kommen. Die Händler wissen aber auch, dass es nicht so weitergehen kann, wie es vor 5 oder 10 Jahren war. In einem Jahr will ich an meinen Taten gemessen werden – und ohne Händlerschaft geht es nicht.

Hat Opel weiße Flecken oder sind Händler durch die Corona-Folgen gefährdet? 
Haböck: Es gibt keine großen weißen Flecken und auch keine brennenden Punkte durch die Pandemie.

Es fällt auf, dass immer mehr Opel-Händler eine andere Marke dazu nehmen?
Haböck: Der Multi-Markismus ist natürlich ein Thema: Ich forciere es nicht, aber ich bin auch nicht dagegen. Marken aus dem Stellantis-Konzern sind lieber gesehen, wobei ich da keine Gefahr einer Kannibalisierung sehe. Für die Händler ist wichtig, dass sie -Synergien-im-Backoffice-und-in-der-Werkstatt-haben.


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