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Ein Jahr ohne Automessen: Fehlen sie uns?

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Ein Jahr ohne Automessen: Fehlen sie uns?

Antworten von Mag. Franz Schönthaler, Josef Nußbaumer, Mag. Hubert Aichlseder, Komm.-Rat Ing. Josef Puntinger, Marko Fischer, Mag. Rudi Lins, Michael Schmidt, Edgar Ellensohn, Josef Kamper (v.l.)

Viele regionale Automessen galten vor Corona als wichtige Initialzündung für das Frühjahresgeschäft. Aufgrund der Pandemie mussten praktisch alle großen Veranstaltungen abgesagt werden. Gibt es Alternativen, um Kunden zu begeistern?

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Michael Schmidt (Höglinger-Denzel, Linz): Kunden kommen ins Autohaus 
​"Die Leute sind mehr zu Hause und haben auch mehr Zeit, sich zu informieren. Trotz des Lockdowns läuft das Geschäft auch ohne Messe gar nicht so schlecht", berichtet Michael Schmidt, Geschäftsführer Höglinger-Denzel in Linz. Wobei man nicht wisse, ob das Geschäft mit einer Messe besser gelaufen wäre. "Ich bin davon überzeugt, dass -wenn sich die Lage normalisiert -wir in Linz nächstes Jahr sehr wohl wieder einen Autofrühling veranstalten werden." Es gebe viele Kunden, die sich die Fahrzeuge nicht digital, sondern beim Händler ansehen wollten, "weshalb wir seit der Öffnung nach dem Lockdown mehr Kundenbesuche haben als vor Corona".

Josef Nußbaumer (Autohaus Schmidt, Salzburg): Alle Kanäle nutzen
"Momentan ist die Lage schwierig, weil wir nicht wissen, wie sich die Corona-Pandemie weiterentwickelt, aktuell sehr wenig möglich ist und Veranstaltungen weder plan-noch umsetzbar sind", so Josef Nußbaumer, Geschäftsführer Oskar Schmidt in Salzburg und Landesgremialobmann des Salzburger Fahrzeughandels. "Uns geht die Messe sehr wohl ab, weil sie grundsätzlich die Freude am Auto schürt und Kauflust geweckt wird. Diese Initialzündung im Frühjahr fehlt heuer leider." Man nutze alle Kanäle, um die Aufmerksamkeit der Kunden zu erregen, "ob online oder via Standardmedien wie Zeitungen oder Regionalmedien".

Mag. Hubert Aichlseder (Autohof Klagenfurt): Kundenbeziehungen halten 
"Einerseits waren Automessen wie die Auto&Bike in Klagenfurt gut besucht, andererseits ist damit auch ein enormer finanzieller Aufwand verbunden. Das Interesse an ganz großen internationalen Messen wie jene in Genf oder Frankfurt hat ebenfalls nachgelassen", sagt Mag. Hubert Aichlseder, Geschäftsführer Autohof Klagenfurt und Landesgremialobmann des Kärntner Fahrzeughandels. In Corona-Zeiten schaue man, dass "wir mit allen zur Verfügung stehenden Kommunikationskanälen die Kundenbeziehungen halten". Wobei die Hersteller derzeit gefordert seien, weil sie wüssten, dass sich die Altersstruktur der Kunden verändere.

Edgar Ellensohn (Autohaus Ellensohn, Innsbruck): Autotage trotz Corona
 "Wir haben auch heuer unsere Innsbrucker Autotage abgehalten, und das bereits zum 15. Mal. Wir haben ja immer einen Frühjahrs-und einen Herbsttermin. Die Angebote dieser Veranstaltung haben sich auf 13 Händler an 14 Standorten über die ganze Landeshauptstadt verteilt", so Edgar Ellensohn, Geschäftsführer Autohaus Ellensohn in Innsbruck. "Diese finden jeweils in den teilnehmenden Autohäusern statt, heuer natürlich unter Einhaltung aller Corona-Richtlinien. Das hat gut funktioniert, wobei der Zulauf heuer etwas geringer war als in der Vergangenheit." Die Veranstaltung werde auch gemeinsam beworben, mit der "Innsbruck-Edition" seien spezielle Sondermodelle angeboten worden.

Mag. Rudi Lins (Autohaus Lins, Nüziders): Schwerpunkt auf Onlineaktivitäten
"Wir haben vor Corona im eigenen Haus Kundenveranstaltungen gemacht, das ist ja derzeit nicht mehr möglich", berichtet Mag. Rudi Lins, Geschäftsführer Autohaus Lins in Nüziders und Landesgremialobmann des Vorarlberger Fahrzeughandels. "Derzeit liegt unser Schwerpunkt auf Onlineaktivitäten, zum einen informieren wir mit Newslettern, zum anderen nutzen wir auch Soziale Medien wie Facebook oder Instagram." Sobald die Covid-Krise überwunden sei, wolle man wieder verstärkt auf Eigenveranstaltungen im Betrieb setzen. "Im Rahmen dieser Events konnten wir unsere gesamte Fahrzeugpalette präsentieren. Damit sind wir in der Vergangenheit sehr gut gefahren", so Lins.

Mag. Franz Schönthaler (Autohaus Schönthaler, Pernitz): Neue Tools beginnen zu laufen
Um auch in Lockdown-Zeiten im Autohandel entsprechend um Kunden zu werben, gebe es verschiedene Möglichkeiten: "Unser Hersteller ist sehr stark in verschiedenen Medien mit Schaltungen präsent", erklärt Mag. Franz Schönthaler, Geschäftsführer Autohaus Schönthaler in Pernitz. Im Autohaus selbst könne via Social Media geworben werden, es gebe auch neue Tools wie den Probefahrtenbutler, bei dem man über die Händlerwebsite Probefahrten generieren könne, das beginne jetzt zu laufen. "Natürlich schreiben wir Kunden persönlich an, das war bereits vor Corona gang und gäbe." Darüber hinaus würden Kunden auch intensiv über das Telefon kontaktiert, "es gibt auch den virtuellen Schauraum und virtuelle Verkaufsgespräche, wobei dabei aber eher der Wunsch Vater des Gedankens ist".

Marko Fischer (Autohaus Fischer, Wien): Selbst aktiv werden
"Wir haben in Wien eine Automesse gehabt, und die war gleichzeitig die größte Österreichs, wobei ich kein Fan von Ausstellungen bin, weil wir davon ja kaum etwas haben", meint Marko Fischer, Geschäftsführer Autohaus Fischer/Wien. "Wir machen auch in Covid-Zeiten das, was wir immer gemacht haben: Wir informieren unsere Kunden, alles Externe geht über andere Medien wie Zeitungen, Radio oder Social Media." Vor Corona habe man auch zwei Kundenveranstaltungen in Frühjahr und im Herbst im Betrieb durchgeführt: "Das geht derzeit leider nicht, das gilt aber für alle. Es liegt jetzt an der Eigeninitiative, wobei die Unternehmer hier gefordert sind, nicht jede Werbung zu jedem Autohaus passt."

Komm.-Rat Ing. Josef Puntinger (Autohauses Puntinger, Leoben): Bedauerlicherweise keine Messe
"Leider konnten wir die Leobener Automesse auch heuer -wie bereits im vergangenen Jahr -nicht durchführen", bedauert Komm.-Rat Ing. Josef Puntinger, Seniorchef des Autohauses Puntinger in Leoben. Es bestünde derzeit auch keine Möglichkeit, Kunden in größerer Anzahl in die Betriebe einzuladen. So es gehe, werde natürlich auch jetzt E-Mail-, Social-Media-oder Telefonmarketing betrieben. Das sei aber kein Ersatz für eine Regionalmesse. Man habe Namen und Adressen gesammelt, um in den Folgewochen und Monaten diese Kunden zu kontaktieren und Abschlüsse tätigen zu können. "So schafft man es, in einem relativ kurzen Zeitraum eine große Anzahl autointeressierter Menschen anzusprechen."

Josef Kamper (Autohaus Kamper, Neusiedl am See): Erste virtuelle Automesse
"Kürzlich fand unsere erste virtuelle regionale Frühjahrsmesse statt. Das hat sehr gut funktioniert, wir haben 700 Besucher gehabt, und das ist für uns auch ein Modell für die Zukunft", erklärt Josef Kamper, Geschäftsführer Autohaus Kamper in Neusiedl am See. Im Rahmen der Messe seien extra Fahrzeuge angemeldet worden, "diese Messeaktion läuft sehr gut, die Kunden sind sehr interessiert". Neben Kamper waren auch die Autohäuser Zsoldos, Ermler, Moser und Weintritt beteiligt. Gleichzeitig würden verschiedenste Kanäle genutzt, um Kunden für die Produkte zu begeistern. "Etwa mit Videos,die wir selber drehen, die dann kurze Zeit später in unserem Autohaus besichtigt werden können."

 

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