Kaum Untergangsstimmung

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Kaum Untergangsstimmung

Das Reifenersatzbedarfsgeschäft befindet sich dank rasch gelockerter gesetzlicher Einschränkungen bei der saisonalen Umrüstung in einer guten Ausgangslage, auch wenn 2020 krisenbedingt 18 bis 20 Prozent Volumenminus zum Vorjahr zu Buche stehen werden.

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Dennoch verweisen zahlreiche Marktteilnehmer auf akzeptable Betriebsergebnisse weit über ihren ersten Einschätzungen bei Krisenbeginn. Die Lieferantenseite rechnet, wenn sich die Wirtschaft rasch erholt, frühestens 2022/2023 auf das Absatzniveau von 2019 zurückkehren zu können.

Der Reifen(fach)handel glaubt, auch gegenüber dem Autohauskanal seine Position festigen zu können. Das Internet ist dabei unentbehrlich. Bei der Angebotstransparenz anstrengend, limitiert die Servicekompetenz des Reifenspezialisten das Onlinebusiness. Experten sehen bei 25 Prozent Marktanteil die Spitze erreicht, derzeit liegt man bei circa 15 Prozent. Konservative Vertriebsmodelle werden ihre Positionen behaupten, sagen Vermarktungsprofis.

Die schon vor Corona keinesfalls rosige Vermarktungslage (Stichwort Fintyre-Exitus) hat zu Verschiebungen innerhalb des Großhandels geführt, jedoch kaum nennenswerte neue Wettbewerber ins Spiel gebracht. Jetzt, da sich die Kurzarbeitsvereinbarungen stark reduzieren, bleibt abzuwarten, wie sich die Arbeitslosenzahlen über den Sommer und Herbst hinaus entwickeln werden. Dabei spielt die Entwicklung in der Autoindustrieeine wesentliche Rolle! Jedenfalls fehlt an allen Ecken und Enden der Marktdruck.

Die großen Anbieter geben weiterhin den Ton an. In Österreich führt Continental/Semperit, mit Abstand folgen, knapp beieinander, Michelin/Goodrich, Bridgestone/ Firestone, Goodyear/Dunlop/Fulda, Pirelli und Hankook. Als Aufsteiger wird wieder Falken genannt, auch andere Anbieter besetzen, auf niedrigem Niveau, ihre Nischen. Nonames bedienen v. a. das Segment der Billigreifen. Im Breitreifen-Sortiment lässt sich kaum jemand die Butter vom Brot nehmen, was etablierte Reifenspezialisten mit Lieferfähigkeit und Preisbewusstsein auszuspielen versuchen. Die Direktvermarktung scheint für die Hersteller aktuell nicht Vorrang zu haben, in Krisenzeiten braucht es zur Kundengewinnung die Fachkraft vor Ort ... Und für die Breitenwirkung sind wieder wir mit unserer Fachmedienkompetenz zuständig.

 

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