Kundenorientiert durch die Krise

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Kundenorientiert durch die Krise

Auch wenn die Kanäle sich ändern: Persönliche Beratung bleibt in der Krise Trumpf -neben lückenloser Lieferfähigkeit und technischer Aktualität. Verschiedenste Innovationen für Hybrid- und Elektroantriebe sind ebenfalls in den Pipelines.

A&W: Welche Auswirkungen hat die Corona- Situation auf Ihr Unternehmen (Volumen, Lieferfähigkeit, Logistik, Kundenbetreuung)?

Wolfgang Schneider, Motorex: Natürlich haben auch wir die Auswirkungen der ergriffenen Maßnahmen zu spüren bekommen -in den verschiedenen Kundensegmenten unterschiedlich stark. Die Lieferfähigkeit war und ist jedoch gegeben, und die Gebietsleiter waren und sind für unsere Partner immer erreichbar.

Armin Bolch, Motul: Q1 war außerordentlich gut und deutlich über dem Vorjahresergebnis. In Q2 haben wir die gleichen Herausforderungen wie alle anderen Unternehmen zu meistern. Wir haben unsere Aktivitäten angepasst, um eine volle Lieferfähigkeit und Unterstützung des Marktes zu jeder Zeit zu gewährleisten. Mein großer Dank geht an alle Mitarbeitenden bei Motul, die in diesen außergewöhnlichen Zeiten Außergewöhnliches leisten.

Gernot Wendl, Haberkorn: Wir waren und sind ohne Einschränkungen lieferfähig und liefern wie gewohnt innerhalb eines Werktages aus. Unsere Kundenberater im Innen-und Außendienst sind erreichbar und setzen sich mit vollem Einsatz für unsere Kunden ein. Volumenseitig hat sich die Situation natürlich deutlich ausgewirkt, aber unsere Kunden und wir sind gut aufgestellt und blicken mit Zuversicht in die Zukunft.

Gerhard Graf, LSA: Bedingt durch teilweise Schließungen der Kfz-Betriebe haben wir einen Rückgang der Verkaufsmengen im April verzeichnet, wobei wir im Mai bereits wieder deutliche Erholung sahen. Unsere Lieferfähigkeit war jederzeit gegeben, da wir bereits zu Beginn der Coronakrise unsere Bestände deutlich erhöht haben, um etwaige Lieferengpässe unserer Vorlieferanten überbrücken zu können. Die Kundenbetreuung - welche seit jeher ein wichtiger Bestandteil unseres Auftrittes am Markt ist - wurde lückenlos fortgeführt, wenn auch unter anderen Voraussetzungen (online bzw. telefonisch). Seit Anfang Mai ist unser Außendienst wieder direkt beim Kunden vor Ort.

Reinhold Amschl, Fuchs: Die Corona-Pandemie, die noch nicht absehbare wirtschaftliche Einbußen bringen wird, hat auch Fuchs etwas gebremst. Uns geht es jetzt vor allem um den Schutz unserer Mitarbeiter und Kunden, aber es geht auch um die Aufrechterhaltung unseres Geschäftsbetriebs. Bedanken muss man sich bei allen Kollegen, die täglich in die Standorte kommen, da nicht alle Jobs von zu Hause erledigt werden können. Die Lieferfähigkeit sowie die Logistik sind nicht betroffen. Auch der Außendienst ist mittlerweile wieder zur Kundenbetreuung vor Ort übergegangen. Aus heutiger Sicht sehen wir keine Notwendigkeit für strukturelle Maßnahmen. Unser Unternehmensleitsatz "Lubricants Technology People" sagt ja schon, dass Menschen für Fuchs ein essenzieller Teil sind.

Johann Berger, Mobil: Unser Ziel ist es, unseren Kunden in jeder Situation ausgezeichneten Service und hochwertige Produkte zu bieten. Gleichzeitig hat der Schutz von Kunden, Mitarbeitern und Partnern Priorität. Unsere Leistungsfähigkeit, Lieferfähigkeit und Produktverfügbarkeit im Schmierstoffbereich war und ist zu 100 Prozent gewährleistet. Die Versorgung unserer Kunden ist zu jeder Zeit sichergestellt. Der Lager- und Logistikbereich ist konsequent abgeschirmt. Ein Ausfall wird durch ein 2-Schicht-Modell vermieden. Unsere Experten im Innen-und Außendienst sind uneingeschränkt für unsere Kunden da. Seit Mai ist unser Außendienst, mit entsprechender Abstimmung, wieder persönlich vor Ort - natürlich unter Beachtung der aktuellen Hygiene-und Abstandsregeln.

Thomas Paukert, Liqui Moly: Corona machte sich in unseren Umsätzen erst mit Verzögerung bemerkbar. Dank einem erfolgreichen ersten Quartal haben wir unseren Umsatz in den ersten vier Monaten um 11 Prozent gesteigert. Inzwischen sehen wir aber deutliche Umsatzrückgänge. Unsere Produktion und Logistik laufen, geschützt durch besondere Vorsichtsmaßnahmen, uneingeschränkt weiter. Dasselbe gilt für die Kundenbetreuung, die natürlich weniger im persönlichen Kontakt, sondern mehr über Telefon, Videokonferenz oder E-Mail stattfindet.

Karl Taubek, Total: Wir sind mit 16. März ins Homeoffice gewechselt. Dies war für einige Abteilungen bei uns eine ganz neue Situation. Daher sind wir besonders stolz darauf, dass wir binnen kürzester Zeit diese Umstellung vollzogen haben und für unsere Kunden die gewohnten Services weiterhin anbieten konnten. Auch unser Außendienst-Team war im Homeoffice und hat unsere Kunden mit den zur Verfügung stehenden Möglichkeiten bestmöglich betreut! Dabei ging es nicht immer nur um technische Anfragen -oft war die Freude groß, sich mit jemandem unterhalten zu können und soziale Kontakte in der Ausnahmesituation zu pflegen.

Andreas Obereder, Castrol: Natürlich hat sich das Verkaufsvolumen in der heißen Phase reduziert, jetzt aber wieder auf gutem Niveau eingependelt. Durch unsere starke Logistik, österreichische Lieferanten und ausgeklügelte Lieferketten sind wir aber voll lieferfähig und waren immer für unsere Kunden erreichbar - ob im persönlichen Gespräch, telefonisch oder per Mail. Wir sind froh, dass wir nicht auf das Kurzarbeitsmodell zurückgreifen mussten.

Wie können Sie Betriebe in dieser schwierigen Zeit unterstützen?

Hubert Huber, Eurolub: Um unsere Kunden zu unterstützen, bieten wir ein sehr attraktives Bonusprogramm an. Mit diesem erhält die Kundschaft beim Kauf von Schmierstoffen zusätzliches Werkstattequipment wie z. B. Auffangwannen, Ölschränke oder Fördersysteme für Ölfässer. Somit können wir mit Hilfsutensilien unterstützen, welche ansonsten teuer zugekauft werden müssen. Außerdem produzieren wir seit ca. 8 Wochen das stark nachgefragte Hand-und Flächendesinfektionsmittel selbst.

Obereder, Castrol: Durch unsere Newsletter, die wir an unsere Kunden und Interessierte per Mail versenden, halten wir unsere Kunden auf dem Laufenden und unterstützen sie auf diesem Wege zusätzlich mit Informationen, Tipps und Tricks. Zu diesen Newslettern kann man sich ganz einfach auf unserer Website anmelden.

Bolch, Motul: Wir sind in engem Austausch mit den Betrieben und Werkstätten, unterstützen diese mit unserem betriebswirtschaftlichen Know-how, welches wir auch gerne im Rahmen unseres Motul Mehr-Wert-Konzepts und dem Grünen Dach zur Verfügung stellen. Je nach Lage versuchen wir darüber hinaus individuell zu helfen.

Graf, LSA: Die Anforderungen unserer Kunden während dieser schwierigen Periode waren sehr unterschiedlich. Dementsprechend haben wir gemeinsam mit unseren Partnern immer individuelle Lösungen zur Unterstützung erarbeitet und umgesetzt.

Schneider, Motorex: Mit guter Beratung -nun auch wieder persönlich -, guter Verfügbarkeit und Produkten, die jetzt auch dem Schutz der Kunden und Mitarbeiter dienen. Motorex produziert und vertreibt neu Desinfektionsmittel, die sehr einfach mitbestellt werden können, auch in kleineren Mengeneinheiten.

Paukert, Liqui Moly: Wir haben unser Werbebudget nicht gekürzt, sondern massiv aufgestockt. Wenn Wettbewerber gleichzeitig ihren Geldbeutel zuhalten, ist Liqui Moly umso präsenter. Gleichzeitig haben wir durch unsere Produktspende für Blaulichtorganisationen im Wert von drei Millionen Euro für Gesprächsstoff bei Endverbrauchern gesorgt.

Taubek, Total: Wir versuchen die bestehenden Routinen und Abläufe mit unseren Kunden so gut wie möglich weiterhin aufrecht zu erhalten und somit das Gefühl der Sicherheit und Zuverlässigkeit zu geben. Teilweise wurden einige Prozesse digitalisiert, wodurch sich auch der administrative Aufwand für unsere Kunden reduziert. Das ist nicht nur in diesen Ausnahmezeiten von Vorteil. Wendl, Haberkorn: Es ist unser Anspruch, für unsere Kunden der verlässlichste Partner zu sein, in dieser herausfordernden Zeit genauso wie sonst auch. Das bezieht sich konkret u. a. auf Erreichbarkeit, Lieferfähigkeit und schnelle sowie klare Kommunikation.

Amschl, Fuchs: Die Aufrechterhaltung unseres Angebots speziell für systemrelevante Betriebe war durch Fuchs mit den benötigten Produkten immer gewährleistet. Die benötigte Beratung durch unseren Außendienst oder unsere Anwendungstechniker erfolgte in der Lockdown-Phase in virtueller und telefonischer Zusammenarbeit.

Berger, Mobil: Wir stehen unseren Kunden in dieser schwierigen Zeit beratend zur Seite. Gerade jetzt zeigt sich, wie wichtig es ist, sich aufeinander verlassen zu können. Aktuell spielen Themen wie Kostensenkung und Kundenbindung eine besondere Rolle. Wir unterstützen unsere Kunden mit dem TCO-Ansatz (Total Cost of Ownership) beim Senken der Gesamtbetriebskosten oder zeigen Vorteile und finanziellen Mehrwert von Kundenbindungsprogrammen auf -wie dem Mobil 1Werkstattprogramm. Die Wertschöpfung für unsere Werkstatt-Kunden und unser Unternehmen beginnt beim Endkunden im Autohaus und in der Kfz-Werkstatt.

In den nächsten Jahren wird der Hybridantrieb massiv an Marktanteil gewinnen (48 V, Vollhybrid, Plug-in-Hybrid). Wie schätzen Sie die Entwicklung ein? Braucht es dafür spezielle Schmierstoffe?

Obereder, Castrol: Wir können hier voll und ganz auf die Ingenieure von Castrol vertrauen, die mit voller Energie an Innovationen forschen und als weltweit führendes Unternehmen immer sehr schnell auf Marktentwicklungen reagieren. Zusätzlich mit unserer Stärke als regionalem Anbieter, der in Österreich die Wertschöpfung erzielt und diese auch belässt, sind wir für alle Eventualitäten, welche die Zukunft bringt, mehr als gut aufgestellt.

Bolch, Motul: Motul hat bereits früh auf Hybrid- Motorenöle gesetzt. Als Pioniere bei diesen speziellen Schmierstoffen wollen wir den Weg konsequent weitergehen, gerade weil wir uns als stark entwicklungsgetriebener Hersteller verstehen. Wir arbeiten an weiteren Innovationen und sehen noch viel Potenzial, gerade hinsichtlich Getriebeölen und Kühlflüssigkeiten für Hybridfahrzeuge. Mit dem Motul E-ATF und dem E-Auto Cool sind wir bereits am Markt aktiv.

Graf, LSA: Den Trend zu wachsenden Marktanteilen bei den Hybrid-Fahrzeugen als eine Möglichkeit zur CO2-Senkung beobachten wir ebenfalls. Für einige Kunden ist gerade der Plug-in-Hybrid die ideale Lösung: Kurze Strecken im Stadtverkehr werden mit dem rein elektrischen Antrieb bewältigt, aber das gleiche Fahrzeug ist in Verbindung mit dem Verbrennungsmotor auch für den Familienurlaub nutzbar. Für Hybrid-Verbrennungsmotoren haben wir bereits heute mit den Mobil 1 und Mobil Super Motorenölenentsprechende Produkte im Portfolio, die durch reibungsoptimierte Formulierungen zu niedrigen Kraftstoffverbräuchen beitragen und eine lange Lebensdauer fördern. Hybrid-Getrieböle der aktuellen Generation haben wir ebenfalls bereits im Markt, entwickeln aber auch spezielle Schmierstoffe für Schmierung und/oder direkte Kühlung beispielsweise des Elektro-Motors oder der Hybrid-Batterie.

Schneider, Motorex: Es ist ein genereller Trend, dass die vorgeschriebenen Motorenöle immer niedrigviskoser werden. 0W/20-Öle im Service Fill waren schon vor Jahren bei gewissen Marken mit starkem Hybridanteil vorgeschrieben. Man versucht die innere Reibung und den Widerstand über die Ölpumpe zu verringern. Dadurch wird zusätzlich der Treibstoffverbrauch reduziert. Solche Öle müssen im höheren Temperaturbereich sehr stabil sein und dürfen einen gewissen HTHS-Wert nicht unterschreiten. Das wiederum verlangt sehr hochwertige Rohstoffe und ist mit vollsynthetischen Ölen zu erreichen.

Berger, Mobil: Die EU-CO2-Flottenrichtlinie verpflichtet Automobilhersteller, den durchschnittlichen CO2-Ausstoß ab 2020 auf 95 g/km zu senken. An Hybrid führt somit kein Weg vorbei -während kurze Strecken rein elektrisch gefahren werden, schaltet sich bei längeren Fahrten der Verbrennungsmotor dazu. Mit unserem Schmierstoffpartner ExxonMobil folgen wir dieser Entwicklung und bieten bereits spezielle Produkte an. Das Angebot umfasst eine ganze Produktreihe von Fluiden und Schmiermitteln, zugeschnitten auf die sich wandelnden Anforderungen der Antriebstechnik. Das Leistungsvermögen dieser neuen Mobil EVTM-Produkte ist auf die sichere Nutzung einer höheren Leistung aus dem elektrischen System fürden Fahrzeugantrieb ausgerichtet und unterstützt längere Reichweiten.

Wendl, Haberkorn: Ein massiver Anstieg bei Hybridantrieben ist sehr wahrscheinlich. Die Anforderungen an die Motoröle werden sich dabei genauso weiterentwickeln, wie das schon bei anderen Technologie-Entwicklungen der Fall war. Shell entwickelt in enger Kooperation mit den Fahrzeugherstellern Motoröle entsprechend den individuellen Anforderungen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Entwicklung von Schmierstoffen und Kühlflüssigkeiten für E-Fahrzeuge.

Taubek, Total: Die Anzahl der Hybridfahrzeuge wird sicherlich stark zunehmen. Wir sind bestens darauf vorbereitet und haben auch schon passende Produkte in unserem Portfolio. Die Anforderungen an Schmierstoffe bei diesen neuen Technologienändern sich - wir freuen uns, auch hier unsere Kompetenz zeigen zu können!

Huber, Eurolub: Schmierstoffe für den Hybridantrieb sollen einen sehr geringen Kraftstoffverbrauch, sehr gute Kaltstarteigenschaften, ein verbessertes Ansprechverhalten bei tiefen Temperaturen und einen geringen Ölverbrauch ermöglichen. Aufgrund dieser vielfältigen Eigenschaften gibt es einige neue Entwicklungen in diesem Sektor. Mit unserem SUPER ECO SAE 0W/20 können wir bereits diese Anforderungen abdecken. Weiters ist das SUPER ECO SAE 0W/16 mit niedrigerer Viskosität in Planung und wird in Kürze auf dem Markt verfügbar sein. Im Bereich Kühlerschutz haben wir unseren Kühlerschutz D-48 Extra im Programm, welcher für Tesla-Modelle empfohlen ist.

Paukert, Liqui Moly: Bei Hybridantrieben wird der Verbrennungsmotor nur gelegentlich zugeschaltet, das heißt, er wird in der Regel im kalten Zustand und nur kurzzeitig betrieben. Das stellt das Motoröl vor ganz besondere Herausforderungen (Schmierfähigkeit, Kraftstoffeintrag etc.), die wir bei der Weiter-und Neuentwicklung von Ölen berücksichtigen.

Amschl, Fuchs: In Elektro- und Hybridfahrzeugen gibt es eine Vielzahl an Anwendungen für spezialisierte Schmierstoffe. Ein weiteres wichtiges Thema sind High-Performance-Schmierfette - auch ein moderner Elektroantrieb benötigt Schmierung. Zusätzlich nehmen Thermofluide eine wichtige Rolle ein, da etablierte Kühlmedien für den Einsatz in Antrieb und Batterie nur bedingt geeignetsind. Fuchs arbeitet daran, Schmierung und Kühlung mit nur noch einem Fluid zu realisieren - und das bei einem System, welches mit bis zu 50.000 Umdrehungen pro Minute arbeitet.

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