Corona erwischt die österreichischen Kfz-Betriebe kalt

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Corona erwischt die österreichischen Kfz-Betriebe kalt

Dr. Konrad Weßner, puls Marktforschung

Marktforschungs-Experte Dr. Konrad Weßner (puls Marktforschung) kommentiert das Ergebnis der A&W-Corona-Umfrage.

Vielen Dank zunächst an die 339 Inhaber und Führungskräfte von österreichischen Kfz-Betrieben für das vollständige und sorgfältige Ausfüllen der Fragebögen der großen A&W Auto-Umfrage. Diese hohe Teilnahmebereitschaft zeugt nicht nur von großer Solidarität im österreichischen Automobilhandel, sondern liefert auch repräsentative und zuverlässige Ergebnisse zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf den Automobilhandel in Österreich.

Arbeitsplatzabbau droht
Das Corona den österreichischen Automobilhandel kalt erwischt hat, zeigt sich zunächst daran, dass 89% der Betriebe Kurzarbeit angemeldet haben. Dazu passend gibt lediglich jeder dritte (36%) Betrieb an, die Corona-Krise ohne Arbeitsplatzabbau zu überleben. 39% der Betriebe werden die Krise nach eigenen Angaben wohl nur mit Arbeitsplatzabbau überleben, jeder vierte Betrieb (25%) kann zu den „Überlebenschancen“ seines Betriebs in der jetzigen Situation noch keine Angabe machen.

35% Umsatzrückgang
Dazu passend rechnet der österreichische Automobilhandel mit einem Umsatzrückgang für 2020 im Gesamtgeschäft (Neuwagen, Gebrauchtwagen und Werkstatt) um 35% (!). Damit nicht genug: Die deutliche Mehrheit der Betriebe (64%) erwartet darüber hinaus für 2020 rote Zahlen. So wird 2020 das Privatkundengeschäft um 54% und das Gewerbekundengeschäft sogar um 64% zurückgehen. Letzteres ist wohl durch die wirtschaftliche Unsicherheit der Betriebe bedingt.

Für das Neuwagengeschäft rechnen 97% der Kfz-Betriebe für 2020 mit einem Rückgang um stattliche 54%. Etwas positiver sind die Erwartungen im Gebrauchtwagengeschäft, für das 94% der Betriebe einen Rückgang um „lediglich“ 47% erwarten. Auch die durch verlängerte Standtage zu erwartenden Wertverluste von 22% bei den Gebrauchtwagen und 15% bei den Neuwagen sind besorgniserregend.

Rückgang der Werkstatt-Auslastung
Aufgrund der Betriebsschließungen und Auflagen aller Art sackt auch die Werkstattauslastung von den in dieser Jahreszeit üblichen 86% auf 51% ab. Tendenziell positiv ist zu bewerten, dass sich eine knappe Mehrheit von 51% (sehr) zufrieden zu dem „Coronavirus Infopoint“ der WKO äußert. Dazu passend geben immerhin 58% der Betriebe an, dass die Unterstützungsmaßnahmen durch die Importeure hilfreich waren bzw. sind. 

Bemerkenswert ist auch, dass nach Meinung der Kfz-Betriebe das Klima und die Umwelt von Corona nicht profitieren werden: So rechnen 90 % der Betriebe damit, dass die neuen strengeren CO2-Vorgaben der EU in diesem Jahr nicht erfüllt werden können. Zusätzlich gibt die klare Mehrheit der Betriebe (83%) an, dass Corona negative Auswirkungen auf die Elektromobilität in Österreich haben wird.

Als Konjunkturbelebungsmaßnahmen wünschen sich 70% der Kfz-Betriebe eine Ökoprämie, 69% einen Vorsteuerabzug, 36% wollen Förderkredite und 34% eine Stundung der Zahlungsziele. Als motivierende Einschätzung zum Schluss geben 49% der Kfz-Betrieb in Österreich an, dass durch Corona das Auto in der Bevölkerung (wieder) mehr Wertschätzung erfahren wird.

Unterstützung lohnt sich
Vor dem Hintergrund unserer Endkundenstudie bei 1.020 Autokäufern in Deutschland, sind wir fest davon überzeugt, dass es sich lohnt, dem Automobilhandel über die Corona-Krise hinweg zu helfen. So gibt die Mehrheit der Auto-Interessenten an, dass sie die geplante Auto-Anschaffung nur aufgeschoben, aber nicht aufgehoben haben. Zusätzlich wird durch Corona die Nutzung des eigenen Autos als „virenfreier Rückzugsraum“ eine Renaissance erfahren.

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