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Fischer: Dramatischer Appell zur Rettung des Zweiradhandels

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Fischer: Dramatischer Appell zur Rettung des Zweiradhandels
Michael Alschner

Komm.-Rat Ferdinand O. Fischer, Sprecher des Zweiradhandels in der WKO

Die motorisierte Zweiradbranche ist eine der von der Corona-Krise am stärksten betroffenen Branchen der COVID-19-Maßnahmen in ganz Österreich. Komm.-Rat Ferdinand O. Fischer, Sprecher des Zweiradhandels in der WKO, warnt vor dramatischen Konsequenzen.

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„Etwa 75 Prozent des Geschäfts tätigt der Zweiradhandel von 15. März bis 15. Juni. Was bis Mitte Juni nicht in trockenen Tüchern ist, kann nicht mehr aufgeholt werden“, so Fischer

Der Zweiradhandel habe mit dem Winter eine Zeit hinter sich, in der nur sehr eingeschränkt Umsätze gemacht werden können. Das daraus resultierende Minus, das sich bei fast allen Händlern mit einem Negativsaldo am Bankkonto niederschlage, „sollte jetzt ausgeglichen und anschließend noch genug Speck angesammelt werden, um die schwachen Monate der Nebensaison ab kommendem Herbst wirtschaftlich überleben zu können“. Die Coronakrise habe dem heuer einen Strich durch die Rechnung gemacht. Fischer: „Alle Branchen, deren Geschäfte aufgrund der Situation geschlossen sind, verlieren in etwa drei Monate Geschäft, der Zweiradhandel allerdings ein ganzes Jahr. Sollte es keine, zu wenig oder zu langsam Hilfe geben, wird ein Großteil der Branche diese Zeit nicht überleben! Aber es gibt Hoffnung.“

Die Regierung habe einen Nothilfefonds in Milliardenhöhe aufgesetzt. Ein auf den ersten Blick sehr vielversprechender Plan, den man sich natürlich noch später im Detail anschauen müsse. „Vor allem dahingehend, ob der Fixkostenersatz aufgrund des längeren Ausfalls der Erträge für die Branche des Zweiradhandels ausreichend sein wird“, so Fischer. Der Plan sei von den Banken vorab nicht mitgetragen worden. Obwohl der Staat 80 % garantiert habe und bei den Banken lediglich 20 % an Risiko geblieben wäre, stellten diese in vielen Fällen äußerst bürokratische und komplexe Bedingungen. Fischer: „Nachdem jetzt die Regierung die Haftung auf 90 % erhöht hat, hoffen wir, dass die Banken nunmehr den Zugang zu Krediten deutlich erleichtern werden. Vor allem eingedenk der Tatsache, dass der Staat den Banken 2009 mit Milliarden aus der Bredouille geholfen hat. Jetzt können sie sich dafür revanchieren!“

Der Zweiradhandel hoffe auch darauf, dass die Kunden sich ihre Motivation, noch heuer ein neues Bike zu kaufen, behalten. Ob das der Fall sein werde, hänge natürlich sehr stark damit zusammen, ob und wie im April wieder geöffnet werden könne. Diesbezüglich weist Fischer auf einen weiteren wichtigen Punkt hin: „Auch die Zulassungsstellen müssen zeitnah wieder öffnen. Wir haben die Lager voll mit Fahrzeugen, die wir zwar schon bezahlt haben, die aber von den Kunden nicht abgenommen und daher auch nicht bezahlt werden. Die Kunden können diese nicht anmelden und daher die Bikes auch nicht auf der Straße abstellen. Das gleiche gilt für Bikes, die wir überwintert haben, die nun aber ihre hinterlegten Nummerntafeln nicht bekommen, wir können sie nicht zustellen und daher bleiben auch die Werkstattrechnungen offen. Ein riesiges Liquiditätsproblem!“

Der Branche sei es schon vor Corona mit einer durchschnittlichen Umsatzrendite von sehr geringen 0,6 Prozent nicht sehr gut gegangen, mit der Krise verschärfe sich die Situation Woche für Woche dramatisch. Deshalb werde es von großer Bedeutung sein, ob die Hersteller bzw. Importeure die Zweiradbranche in dieser schweren Zeit substanziell unterstützten: „KTM hat angekündigt, die heurige Dividende auszusetzen und stattdessen in die Stärkung des Händlernetzes zu investieren. Ein Silberstreif am Horizont! Jetzt müssen nur noch die anderen Hersteller nachziehen“, erklärt Fischer.

„Als unverbesserliche Optimisten glauben wir daran, dass sämtliche Hoffnungen, die wir formuliert haben, Realität werden, wobei dieser Optimismus vom Mut der Verzweiflung befeuert wird, denn wenn nur einer dieser Punkte nicht eintreffen wird, stehen wir vor einem wirtschaftlichen Scherbenhaufen! Aber wie schrieb schon Johannes-Mario Simmel: Die Hoffnung stirbt zuletzt“, so Fischer. •

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