"15.000 feste Kaufverträge"

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"15.000 feste Kaufverträge"

Produktionsstandorte außerhalb von Deutschland seien für Porsche trotz ständig steigender Verkaufszahlen kein Thema, sagt Vertriebs-und Marketing-Vorstand Detlev von Platen. Die Sportwagenmarke will mit einer Online-Plattform den Kunden neue Möglichkeiten bieten, wobei die Händler stets im Vordergrund stehen sollen.

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AUTO-Information: Mit dem neuen Porsche 911 Turbo S kommt eine Ikone neu auf den Markt. Welche Bedeutung hat dieses Auto für Porsche?

Detlev von Platen: Der 911 Turbo S ist die Ikone in der 911er-Familie, also sozusagen "die Ikone der Ikonen" und "top of the line". Diese Fahrzeug- Weltpremiere ist für uns ein sehr wichtiges Ereignis. Ein Auto, das zeigt, was Porsche in der Lage ist zu schaffen, nämlich die perfekte Kombination zweier Gegensätze: Performance im Sinne einer puren, fast brutalen Sportlichkeit und Alltagstauglichkeit.

Wie viele Prozent der 911er-Kunden wählen eigentlich den Turbo S?

Von Platen: Das ist je nach Markt unterschiedlich. In Deutschland, Großbritannien und in den USA ist der Anteil generell etwas höher -das sind jene Länder, in denen unsere zweitürigen Sportwagen sehr nachgefragt sind. Hier liegt der Turbo-Anteil bei rund 15 Prozent. Dieser Wert ist in den vergangenen Jahrzehnten konstant geblieben.

Insgesamt haben sich die Verkaufszahlen von Porsche sehr erfreulich entwickelt

Von Platen: Wir setzen uns keine Volumen-Ziele. Für uns zählen vielmehr die Begeisterung der Kunden und deren Erlebnisse. Denn diese führen zu einer entsprechenden Nachfrage und einer exklusiven und begehrlichen Marke. 2019 haben wir 280.800 Fahrzeuge ausgeliefert, das entspricht einem Zuwachs von 10 Prozent gegenüber 2018. Wir hatten Zuwächse in allen Regionen: In Europa waren es sogar +15 Prozent. In den USA haben wir die Auslieferungen 2019 auf rund 61.500 Einheiten gesteigert. Auch in China haben wir uns positiv entwickelt, obwohl der Gesamtmarkt zurückgegangen ist. Knapp 86.000 Fahrzeuge konnten wir hier ausliefern. Seit 5 Jahrenist China unser größter Einzelmarkt.

Gibt esüberhaupt noch zusätzliche Märkte, in denen Sie gerne Fahrzeuge verkaufen würden?

Von Platen: Wir haben global betrachtet ein sehr gut dimensioniertes Händlernetz, insgesamt sind wir in 128 Ländern vertreten. Damit sind wir im Großen und Ganzen dort präsent, wo wir ein Potenzial sehen.

Wie hoch ist mittlerweile der Anteil der SUVs am Portfolio von Porsche?

Von Platen:
Weltweit haben sich in 2019 rund 65 Prozent unserer Kunden für einen Cayenne oder Macan entschieden. Etwa 20 Prozent wählten einen zweitürigen Sportwagen, also 911 oder 718. Die übrigen Auslieferungen entfallen auf den Panamera und den neuen Taycan. Wenn ich gefragt werde, ob Porsche eine SUV-Marke geworden ist, antworte ich stets mit einem klaren "Nein". Denn alle unsere Fahrzeuge vermitteln ein sportliches Fahrgefühl. Der Macan ist eines der sportlichsten SUVs in seinem Segment. SUVs wurden bei uns mit den Werten von Porsche umgesetzt. In Ländern, in denen wir Kunden vor allem mit unseren SUVs erreichen können, also insbesondere in China und Südostasien, sind viele Kunden über dieses Fahrzeugsegment erstmals mit Porsche in Kontakt getreten.

Sie haben den Taycan bereits erwähnt: Wie zufrieden sind Sie mit dem Anlauf des ersten Elektroautos von Porsche?

Von Platen:
Es läuft sehr gut. Bereits vor der Weltpremiere Anfang September 2019 hatten rund 30.000 Interessenten in Europa eine Anzahlung getätigt. Aktuell haben wir bereits mehr als 15.000 feste Kaufverträge, obwohl wir mit dem Verkauf erst im Dezember in den USA begonnen haben. Die Tendenz ist kontinuierlichsteigend. Unsere ersten Erwartungen wurden deutlich übertroffen. Die Lieferzeiten betragen mehrere Wochen.

Wie viele Porsche-Händler gibt es weltweit?

Von Platen:
In den 128 Ländern, die ich erwähnt habe, sind wir an 887 Standorten vertreten. Wir haben eines der profitabelsten Händlernetze der Welt. In einigen Städten haben wir kleinere urbane Formate in den Zentren eingerichtet: die Porsche Studios. Dort können Kunden in einer lifestyle-orientierten Atmosphäre mitunserer Marke in Kontakt treten.

Gibt es derartige Pläne auch für Österreich?

Von Platen: Im Moment nicht; für die Zukunft könnte man sich so ein Konzept auch überlegen. 

Doch die Händler bleiben der wichtigste Ansprechpartner für die Kunden, oder?

Von Platen:
Ja, die Partnerschaft mit den Händlern ist für uns absolut wichtig -auch in Zukunft. Zusätzlich haben wir eine neue Online-Plattform geschaffen, auf der Kunden über die Händler ein Auto bestellen können. Wir haben die Plattform in Deutschland gestartet und werden sie in den kommenden Monaten in den meisten europäischen Ländern ausrollen. Den Kunden erwartet eine gute Angebots-Übersicht und eine einfache Kaufabwicklung. Für uns ist das digitale Angebot eine Ergänzung: Der Kunde kann sich sowohl stationär als auch online bewegen und selbst entscheiden, wie er seinen Kauf abwickelt.

Wird auch der Porsche 911 als Elektroauto kommen? Oder würden die vielen Batterien gar nicht in das Auto passen?

Von Platen: Die Plattform der 992-Baureihe ist so konzipiert, dass sie ein PHEV-Modul aufnehmen könnte. Wir beobachten die Batterie-Entwicklung sehr genau, haben uns aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht entschieden.

Wenn die Nachfrage weiter steigt: Werden Produktionsstätten außerhalb Deutschlands ein Thema?

Von Platen: Es gibt keine Pläne bezüglich weiterer Produktionsstätten. In Stuttgart investieren wir massiv in den Taycan und werden bis zum Ende des 2. Quartals rund 2.000 neue Mitarbeiter eingestellt haben. Die nächste Generation des Macan werden wir in Leipzig fertigen: Auch dort tätigen wir Investitionen von 600 Millionen Euro.

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