Deutsche sind optimistischer

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Deutsche sind optimistischer

Die Präsentation der Ergebnisse fand in Schwaig bei Nürnberg statt.

Wie ticken Markenhändler in Österreich, Deutschland und der Schweiz? Erstmals gibt es Vergleiche: Dem (noch lange vor der Corona-Krise durchgeführten) "Händlerradar" sei Dank.

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Wenn 505 Markenhändler in Deutschland, 500 in Österreich sowie 342 in der Schweiz befragt werden, ist das eine mehr als repräsentative Gruppe: Bisher gab es im "Händlerradar" stets nur den Vergleich innerhalb der jeweiligen Marken eines Landes. Doch nun hat puls Marktforschung alle Daten miteinander verglichen.

Umfrage fand noch vor der Corona-Krise statt

Was sofort auffällt: Die deutschen Markenhändler zeigten sich bei der Befragung vor einigen Monaten optimistischer als ihre Kollegen in Österreich und Deutschland. Was die Entwicklung der Verkaufszahlen von Neuwagen betrifft, erwarteten sich 51 Prozent der deutschen und 25 Prozent der Schweizer Händler eine Steigerung, in Österreich ist dieser Anteil mit 15 Prozent am geringsten. Was ein mögliches Verkaufsplus bei den Gebrauchtwagen betrifft, ist das Verhältnis ausgeglichener: Hier liegt die Schweiz mit 35 Prozent vor Deutschland (29 %) und Österreich (25 %). Doch Vorsicht: Die Umfrage wurde einige Monate vor der Corona-Krise durchgeführt; heute dürfte das Ergebnis wohl ganz anders aussehen.

Auf die Frage, was für die Zufriedenheit der Markenhändler bei der Zusammenarbeit mit den Importeuren am wichtigsten sei, nannten die Befragten in allen 3 Ländern die Kooperation auf Augenhöhe an erster Stelle. Auf den Rängen dahinter sind die Antworten dann aber sehr unterschiedlich: Während in Österreich das Margen-und Bonussystem bei Neuwagen am zweitwichtigsten ist, liegt diese Frage in Deutschland auf Rang 7 und in der Schweiz auf Platz 9.

Der direkte Kontakt zum Hersteller, inÖsterreich und der Schweiz auf Platz 3, ist in Deutschland erst auf Rang 10 zu finden. Hingegen bewerten die deutschen Händler die Unterstützung beim Internet- Auftritt des Autohauses als zweitwichtigste Frage, während dies in Österreich und der Schweiz erst auf den Plätzen 21 bzw. 22 rangiert. In der Schweiz sind die werblichen Aktivitäten der Hersteller die zweitwichtigste Frage. Insgesamt wurden 20 unterschiedliche Fragen, die an die Autohändler gestellt werden, in dieser Rangliste gereiht.

Konstante Ansprechpartner sind wichtig

Generell ist die Zufriedenheit der deutschen Autohändler mit ihren Ansprechpartnern bei den Importeuren bzw. Herstellern höher als in Österreich und der Schweiz: Sie liegt in einem Index auf einer 10-stufigen Skala zwischen 7,4 und 8,6, während es in Österreich nur Werte zwischen 5,8 und 7,3 und in der Schweiz von 6,1 bis 6,8 sind. In Österreich bemerkt man jedoch deutlich stärker eine ständig steigende Zufriedenheit, wenn die Ansprechpartner der Händler bei den Importeuren länger im Amt bleiben als in den beiden anderen Staaten.

Was den direkten Ansprechpartner beim Importeur für das Tagesgeschäft betrifft, beklagen sich 54 Prozent der österreichischen und 52 Prozent der Schweizer Markenhändler über einen geringen Handlungsspielraum. In Deutschland meinen hingegen nur 21 Prozent der Händler, dass der direkte Ansprechpartner einen geringen Handlungsspielraum hat.

Auslagerung der Importeurs-Aktivitäten

Die von immer mehr Marken (unter anderem Ford und Renault) durchgeführte Auslagerung von Importeurs-Funktionen aus Österreich und der Schweiz in eine gemeinsame D-A-CH-Gesellschaft wird in diesen Ländern nicht goutiert. In Österreich sind 94 Prozent der Händler mit dieser Vorgangsweise unzufrieden, in der Schweiz sind es mit 91 Prozent ähnlich viele. "Das darf nicht so sein", kommentierte Dr. Konrad Weßner, der Geschäftsführer von puls Marktforschung, in seinem Vortrag: "Händler haben uns immer wieder gesagt, dass selbst zentrale Fragen vom Importeur nicht mehr vor Ort geklärt werden können. Ich plädiere für eine zentrale Marktbearbeitung vor Ort." In Deutschland wurde diese Frage nicht gestellt.

Nur Seat ist in Österreich besser

Lediglich Seat, der Vorjahressieger in Österreich, wird mit 7,83 in Österreich besser bewertet als in Deutschland (7,63), während alle anderen Marken in Österreich und der Schweiz hinter den Werten in Deutschland liegen (zum Teil sogar deutlich). Am massivsten wird diese Diskrepanz bei Peugeot sichtbar (Österreich: 4,96, Deutschland: 8,37, Schweiz: 5,93). Ähnlich sieht es bei Citroën (Ö: 4,93, D: 7,57, CH: 5,22), Toyota (Ö: 5,46, D: 7,96, CH: 7,24) und Nissan (Ö: 4,70, D: 7,08, CH: 5,26) aus. Am ausgeglichensten ist die Händlerzufriedenheit bei Ford (Ö: 6,66, D:6,67, CH: 6,27) und Škoda (Ö: 7,53, D: 7,87, CH: 7,02).

Weßner: "Investment in die Zukunft"

"Die Hersteller sollten sich dringend Gedankenüber die Ergebnisse machen", sagte Weßner am Ende der Präsentation, die vor rund 3 Dutzend Händlervertretern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz am Vortag des puls Automobilkongresses im März stattfand.

Er bot den Importeuren an, sie mit noch detaillierteren Ergebnissen zu versorgen. Vereinzelt werde dies bereits in Anspruch genommen, so Weßner. Er prophezeit, dass die Händler in den kommenden Jahren wieder wichtiger werden: "Aber nur jene, die jetzt die richtigen Maßnahmen setzen."
 

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