Ein Bild verkauft mehr als tausend Worte

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Ein Bild verkauft mehr als tausend Worte

Bildbearbeitungs-Dienstleister versprechen perfekte Fotoserien, mit denen das eigene Gebrauchtwagenangebot auf der Online-Börse einen guten ersten Eindruck macht.

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Ein Bild, so heißt es, sagt mehr als tausend Worte - und dass es in der Verkaufsunterstützung hilfreich ist, wird kein Werbefachmann bestreiten. Und auch kein Gebrauchtwagenhändler.

Allerdings ist das Anfertigen von Fotoserien, mit denen man einen Hof voller Autos einzeln, perfekt ausgeleuchtet und in ansprechenden Bildwinkeln im Netz präsentieren kann, eine mitunter aufwändige Sache.

Gestern "nice to have" - heute ein Muss

Kein Wunder, dass sich mehr und mehr IT-Dienstleister auf dieses Geschäftsfeld stürzen und den Kfz- Betrieben entsprechende Angebote machen. Oft handelt es sich bei den Anbietern um Unternehmen, die in der Produktfotografie Erfahrung haben und diese auf das Automobil umlegen. Hochprofessionelle Produktpräsentation, folglich mehr Verkaufserfolg -und das mit minimalem Eigenaufwand. So lautet das nicht gerade bescheidene Versprechen. Oft soll ein aktuelles Smartphone ausreichen, um das Angebot perfekt in Szene zu setzen. Kann das funktionieren?

Die Notwendigkeit guter Fotos ist unbestreitbar. Aus Kundensicht besehen: Wenn die Suchanfrage nach einem gebrauchten Kompakten selbst nach detaillierter Eingrenzung viele Resultate liefert, spielt das Produktfoto als erster Eindruck sicherlich eine große Rolle, bei welchem Angebot sich der potenzielle Käufer "hineinklickt". Aus der Sicht des Händlers gilt das Argument, dass man sich mit gut gemachten Bildern vom Mitbewerb abheben kann, auch umgekehrt: Wenn alle gute Fotos haben, stinkt das Angebot mit den verwackelten, unterbelichteten Aufnahmen zwangsläufig ab.

Augmented Photography

"Nicht die Kamera, sondern der Fotograf macht das Foto", lautet das Mantra der Foto-Profis alter Schule. In unserem Fall müsste es lauten: Nicht das Smartphone, sondern die intelligente App

Denn die Apps von Bild-Anbietern wie Yoozoo geben dank eingeblendeter Hilfslinien auf dem Display - augmented reality ("erweiterte Wirklichkeit") nennt man solche Anwendungen - Bildwinkel und -ausschnitt vor, sodass alle Fotos die gleichen Ansichten zeigen. Der Fotograf wird sozusagen zum besten Bild geleitet. Auch der Gesamtprozess wird Aufnahme für Aufnahme in der App durchgespielt - so kann es nicht passieren, dass man z. B. das Detailbild von der Felge vergisst. Alle Fotos werden gleich nach dem Abdrücken darauf überprüft, ob Bildwinkel und -ausschnitt passen. Ist der Mitarbeiter fertig, werden die so entstandenen Bilder zur Bearbeitung auf den Server des Dienstleisters hochgeladen.

Bearbeitung und Qualitätskontrolle

Die Bearbeitung der Bilder erfolgt durchwegs noch manuell, wenn auch von modernen Grafikprogrammen unterstützt. Dieser letzte Schliff erfolgt in Fotolabors, die häufig außerhalb Europas angesiedelt sind. Dort werden nötige Korrekturen z. B. von Belichtung und Kontrast durchgeführt, Hintergründe werden "ersetzt". Das Auto wird ausgeschnitten - unter Grafikern sagt man: freigestellt - und der Originalhintergrund durch ein einen neutralen Hintergrund ersetzt. Dabei können ein Firmenlogo und Kontaktinformationen eingeblendet werden. Dank moderner breitbandiger Internetverbindungen ist das Hin- und Herschicken auch von großen Bilddateien kein Problem mehr. Meist ist noch eine abschließende Qualitätskontrolle vorgesehen, ehe die fertige Bildserie zurück an den Autohändler geht - entweder via einen Server, von dem aus die Fotos heruntergeladen werden können, oder gleich automatisch in die Anwendung, mit welcher der Händler die Online-Börse bespielt.

Was bringt die Zukunft?

Anbieterseitig dürfte sich die Bildbearbeitung in Zukunft weiter automatisieren lassen, was Verbesserungen bei Geschwindigkeit und Preis nach sich ziehen sollte. Noch nicht gerade Standard, aber in Zukunft wohl durchaus verbreitet sein werden 3D-Ansichten, bei denen man sich seinen Wunsch-Wagen aus allen Winkeln anschauen kann.

Derzeit unterstützen das noch die wenigsten Gebrauchtwagenbörsen im Netz. Schon jetzt im Talon hat mancher Anbieter das automatische Abfotografieren per Drohne. Menschliche Fehler sind damit wohl endgültig ausgeschlossen.

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