Auto-Abo: Neue Chance für Handel

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Auto-Abo: Neue Chance für Handel
ViveLaCar

Florine von Caprivi, Mathias R. Albert von ViveLaCar

Autos nur dann fahren, wenn man sie gerade und für eine bestimmte Zeit benötigt: Mehrere Start-ups, klassische Auto-Vermieter, aber auch Hersteller vermarkten in Deutschland über das sogenannte „Auto-Abo“ bereits Fahrzeuge zu einem monatlichen Fixpreis, der bis auf den Kraftstoff sämtliche Kosten abdeckt. Auch im Luxusauto-Segment gibt es bereits Mietmodelle, die mit einer Jahresgebühr statt Eigentum locken.

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Der Vorteil für den Kunden ist – im Gegensatz zum Leasing – vor allem die Mindestlaufzeit, die bei manchen Anbietern bereits ab einem Monat beginnt. Attraktiv scheint darüber hinaus vielen auch die Preistransparenz, versteckte Kosten gehören damit der Vergangenheit an.

Sixt Flat, like2drive, Care by Volvo, Carship, Faaren, Carminga, Allinonecars, Cluno, Carstarter, Mercedes me Flexperience, Abo-a-car und ViveLaCar: Sie alle und laufend neue Unternehmen mischen in Deutschland im sogenannten „Auto-Abo-Geschäft“ mit, wobei sich Laufzeiten und Preise sowohl bei Freikilometern als auch bei Fahrzeugwechsel oder -wählbarkeit stark unterscheiden.

Für den heimischen Fahrzeughandel spannend erscheint das Konzept von ViveLaCar, das auch in Österreich bereits in den Startlöchern steht: Die Angebote kommen direkt von Händlern für unterschiedliche Marken und Modelle und könnten auch heimischen Unternehmen ein zusätzliches Geschäftsfeld eröffnen.

„Wir bieten dem Markenvertragshändler einen neuen Absatzkanal und offerieren dem Endkunden ein Auto-Abonnement mit allen von ihm gewünschten Vorteilen: schnelle Verfügbarkeit, unkomplizierte Abwicklung und vollumfänglicher Service bei einer völlig neuen Vielfalt und Flexibilität“, so Florine von Caprivi, CSO der in Stuttgart gegründeten ViveLaCar GmbH. Damit schaffe man „die ideale Verbindung einer steigenden Nachfrage für das Auto-Abo mit dem bisher ungenutzten Bestand des Markenvertragshändlers“.

Neue Kundenbedürfnisse
Schon heute nutzen verschiedenen Studien zufolge mehr als 45 Prozent aller Deutschen Abo-Modelle wie Spotify oder Netflix. „Warum also nicht auch beim Auto?“, meint Mathias R. Albert, CEO von ViveLaCar. „Unsere Gesellschaft wandelt sich mehr und mehr zu einer Subscription Economy – dies bedeutet, dass der Kunde lieber für ein gewünschtes Produkt bezahlt, welches seinen momentanen Bedürfnissen entspricht, als für eines, welches mit allen Belastungen des Eigentums einhergeht. Daher ist das Auto-Abo die Antwort auf sich ändernde ­Kundenbedürfnisse.“

Das Konzept habe in Deutschland nicht nur die Marken-Vertragshändler, sondern auch Investoren überzeugt. In einer ersten Pre-Seed-Finanzierung habe sich die ViveLaCar GmbH zusätzliche Finanzmittel gesichert.

Österreich-Start in Kürze
Wenige Monate nach dem Launch in Deutschland steht das junge Unternehmen vor dem Österreich-Start. Martin Rada, der über langjährige Branchenkenntnisse verfügt, wird für ViveLaCar Wien, eine hundertprozentige Tochter der deutschen Gesellschaft, die Zusammenarbeit mit den heimischen Marken-Vertragshändlern gestalten. Ob sich mit dem bei unseren Nachbarn etablierten Begriff „Auto-Abo“ auch am heimischen Markt Geschäfte machen lassen, daran scheiden sich die Geister. Michael Gawanda, Head of Motornetzwerk willhaben, ging im Rahmen der Studie „Change?! Die Perspektiven der ­Autosuchenden“ auch der Frage, welche Rolle bestehende Automobilitätsangebote in den kommenden 5 Jahren spielen werden, nach: Dabei zeigte sich, dass Full-Service-Mobilitätsangebote im Ranking am höchsten im Kurs stehen. Danach folgen alternative Antriebe, Finanzierung, Leasing, Barkauf, ­Carsharing, autonome Autos, Auto-Abos und Passagier-Drohnen. Wobei laut Gawanda Begriffsbezeichnungen eine wichtige Rolle in der Wahrnehmung der Konsumenten spielen: „Würde ich für ein neues Mobilitätskonzept Werbung machen, ich würde es Full Service Mobilität und nicht Auto-Abo nennen.“

Während manche Anbieter mit sehr günstigen Angeboten locken, geht das in Wien beheimatete Luxus-Carsharing-Unternehmen „The Pace Club“ den umgekehrten Weg. Porsche 911, McLaren, Mercedes AMG, Lamborghini, Mercedes G oder ein klassischer Jaguar E-Type Roadster haben zwar viele Fans, doch nur die Wenigsten leisten sich solche Premium- und Performance-Cars oder Klassiker, die mit hohen Kosten verbunden sind und die meiste Zeit in der Garage stehen.

Den Luxus sharen
Das Unternehmen rund um Alexander Frank bietet exklusive Clubmitgliedschaften an, mit denen ab einer Jahres-­Mitgliedschaftsgebühr von 6.000 Euro aus einem ständig wachsenden Portfolio ausgesuchter Luxus- und Sportfahrzeuge gewählt werden kann. Je nach Mitgliedschaft erwerben die Mitglieder eine Punkteanzahl, die sie in frei wählbaren Fahrtagen konsumieren können.

The Pace Club baue seine Flotte kontinuierlich aus, wie die Betreiber mitteilen. Auch bei der Zusammensetzung dieser Flotte hätten die Mitglieder das letzte Wort. Sie entscheiden, welche Fahrzeuge angeschafft werden sollen und können über die App oder im Mitgliederbereich der Website entscheiden, womit sie künftig schöne und schnelle Stunden auf der Straße verbringen möchten. „Durch gesteigerte Effizienz und das Teilen von Ressourcen liegt The Pace Club auch ökologisch im Trend“, meint Frank.

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