Wie der Junior zum Chef wird

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Wie der Junior zum Chef wird
Alle: Clark's Karosseriedienst

Reinhart Clark

2014 hat Reinhart Clark den Familienbetrieb Clark’s Karosserie-Dienst erfolgreich übernommen. Wir sprachen mit Arthur und Reinhart Clark über die Herausforderungen einer Betriebsübergabe und erhielten praktische Tipps für unsere Leser.

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Laut Wirtschaftskammer Österreich werden zwei Drittel der Unternehmen innerhalb der eigenen Familie und ein Drittel von Mitarbeitern, Branchenkollegen oder sonstigen Interessierten übernommen. Die Gründe dafür sind zu 60 Prozent der bevorstehende Pensionsantritt, wie auch bei Familie Clark.

Was haben Sie aus der Zeit der Betriebsübergabe gelernt?
Arthur Clark: Man kann nicht früh genug damit anfangen, sich Strategien zu überlegen, mindestens 5 bis 10 Jahre vor der Übergabe. Die Älteren sollten nachdenken, was sie den Jungen zumuten können. In der „heißen“ Phase, den zwei letzten Jahren, empfehle ich, den Nachfolger aktiv in die Betriebsführung einzubinden.

Reinhart Clark: Mein Vater war zu dieser Zeit als Bundesinnungsmeister der Karosseriebautechniker stark engagiert. In seiner Abwesenheit habe ich ihn vertreten, was mir geholfen hat, in die neue Aufgabe hineinzuwachsen.

Was ist organisatorisch zu ­berücksichtigen?
Arthur Clark: Als Erstes braucht man einen To-do-Ordner, der sich rasch füllt! Man sollte rechtzeitig mit dem Steuerberater reden, welche Besitztümer überschrieben werden, und die passende Gesellschaftsform wählen. Es ist zu klären, welche Investitionen zu tätigen sind, ob Schulden übernommen werden und vieles mehr.

Reinhart Clark: Wir haben gesehen, dass man den Unternehmens-Kaufvertrag bei vielen Behörden braucht. Weiters ist ein externer Betriebsberater, der als Mediator auftritt, hilfreich, weil er die Situation von außen sieht.

Was waren die großen Heraus­forderungen?
Reinhart Clark: Die Tatsache, dass ich vom „produktiven“ Mitarbeiter ins Büro gewechselt bin. Darüber sollte sich jeder Nachfolger rechtzeitig Gedanken machen. In der Kommunikation mit Mitarbeitern ist eine klare Aufgabenverteilung wichtig, da vieles „aus Tradition“ weitergemacht wird. Der Satz: „Das haben wir immer so gemacht“, muss gestrichen werden! Ab der Übergabe ist eine klare Linie zu ziehen – respektvoll gegenüber dem Vorgänger.

Haben Sie Tipps für andere Väter und Söhne?
Arthur Clark: Bitte geben Sie den Chef-Status ab und treten Sie auf keinen Fall als graue Eminenz auf. Bei uns ist Reinhart seit der Übergabe der einzige Ansprechpartner in allen Betriebsbelangen.

Reinhart Clark: Binden Sie die Mannschaft in den Prozess der Übergabe ein. Gerade, wenn der Nachfolger im Unternehmen gelernt hat und einige Mitarbeiter ihn als Lehrling kannten. Bei mir war meine Qualifikation als Dellentechniker von Vorteil, da ich etwas gelernt habe, was die anderen nicht konnten. Das hat mir Respekt entgegengebracht, die Mitarbeiter haben in mir keinen Lehrling mehr gesehen.

Arthur Clark: Lassen Sie die Jungen ihre Fehler – nicht betriebsgefährdende – machen, denn nur daraus lernen sie und merken rasch, ob der Weg richtig ist. Wenn Fehler passieren, stochern Sie nicht in den Wunden, denken Sie daran, auch wir waren nicht fehlerfrei.

Reinhart Clark: Es ist nicht immer notwendig, dass beide Generationen einer Meinung sind. Bei uns war es die kurze Woche, die ich entgegen der Meinung meines Vaters erfolgreich umgesetzt habe.

Zur Geschichte von Clark’s Karosserie-Dienst
1989 kaufte Arthur Clark die Karosseriewerkstatt in Wien-­Donaustadt von Géza László, da dieser in Pension ging. Jahre davor hat er als Geselle in dieser Werkstätte gearbeitet. Nach der Renovierung des gesamten Betriebes eröffnete Arthur Clark am 1. Jänner 1990 unter dem Namen Clark’s Karosserie-Dienst. 1992 stieg seine Frau Elisabeth ins Familienunternehmen ein und übernahm alle Büroangelegenheiten.

1995 kam Reinhart Clark als Lehrling in den ­familieneigenen Karosseriefachbetrieb und legte seine Gesellenprüfung 1998 ab. 1999 absolvierte er die Dellendrückerausbildung bei fix-a-ding in der Schweiz. Die Meisterprüfung als Karosseriebautechniker folgte im Jahr 2004. Mit 1. Jänner 2014 übernahm Reinhart Clark Clark’s Karosserie-­Dienst und seitdem leitet er das Unternehmen mit seiner Frau Tamara, die 2014 das Büro von Elisabeth Clark übernahm.

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