Elektrische Musk-elspiele

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Elektrische Musk-elspiele

Elon Musk hat Tesla zwar nicht gegründet, es aber verstanden, für weltweite Aufmerksamkeit und kostenlose Publicity zu sorgen. Jüngstes Beispiel ist der Cybertruck.

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Wir stehen am Beginn der 2020er-Jahre. Blickt man zurück auf die Prognosen aus den 1970er-Jahren, müssten die Autos heute deutlich anders aussehen und teilweise sogar fliegen können. Wobei: Wirft man einen Blick auf das jüngste Gefährt von Elon Musk, so stellt man fest, dass der Tesla Cybertruck ein enger Verwandter des Aston-­Martin Bulldog aus 1980 sein könnte. Und wer weiß, ob nicht das nächste Model S aussieht wie ein Lagonda der Serie 2 vom britischen Nobelhersteller. Wie immer polarisiert Musk. Während ihn seine Jünger verehren, vergleichen die Kritiker den Cybertruck mit der Zeichnung eines Fünfjährigen.

Publicity-Genie Musk
Worauf sämtliche Autohersteller auf dem gesamten Globus neidig sind, ist die unglaubliche und dabei zugleich kostenlose Publicity, die der Amerikaner einmal mehr einfährt. In der Auto­branche ist Tesla ja nach wie vor ein Säugling, jedenfalls, wenn man berücksichtigt, wie lange es das Unternehmen erst gibt. Gegründet wurde es übrigens nicht – wie man vielleicht annehmen könnte – von Elon Musk, sondern im Jahr 2003 von Martin Eberhard und Marc Tarpenning, die ihr Geld in der Computerbranche gemacht hatten.

Das Ziel des Unternehmens hat sich aber bis heute nicht geändert, ganz oben auf der Agenda stand bereits damals, „wettbewerbsfähige und attraktive Elektroautos zu entwickeln“. Es dauerte nicht lange, da war das Who’s who der Tech-Branche mit an Bord. Die Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin ebenso wie Ebay-Gründer Jeff Skoll, dazu einige Venture-Kapitalgeber, die weiteres Geld zuschossen. Und natürlich Milliardär und PayPal-­Erfinder Elon Musk.

Für den war schnell klar, dass er nicht nur einer von mehreren Shareholdern sein wollte. Er wollte mehr. Und er sollte sich bereits Ende 2007 gegenüber Martin Eberhard durchsetzen, ein Jahr später verließ auch Marc Tarpenning Tesla Motors. Fast zur gleichen Zeit rollte auch das erste Serienfahrzeug des Unternehmens auf die Straße, der Tesla Roadster. Spätestens ab da war Musk Gesicht und Mastermind. Während der Roadster in mehrerlei Hinsicht auf dem Lotus Elise basierte und ganz nebenbei das erste mit Lithium-­Ionen-Akkus bestückte und in Serie gebaute E-Auto war, arbeitete Tesla bereits mit Hochdruck am ersten selbst entwickelten Fahrzeug, dem Model S. Von der Vorstellung des Prototyps bis zur Auslieferung des ersten Kundenautos Mitte 2012 vergingen über drei Jahre, die lange Wartezeit sollte sich auch beim Model X – Vorstellung 2012, Auslieferung 2015 – wiederholen.

Nie war ein Auto begehrter
Die größte Aufmerksamkeit sollten sich Musk und Tesla aber mit dem Model 3 sichern. Es setzte ein weltweiter Hype ein, erst recht, da die nunmehr dritte Modellvariante – der Roadster wurde zwischenzeitlich eingestellt – preislich deutlich unter S und X liegen sollte. Nach nur 24 Stunden langten 115.000 Reservierungen bei Tesla ein, nach drei Tagen unglaubliche 276.000.

Da die Reservierung eine Anzahlung von 1.000 Dollar erforderte, streifte Tesla damit satte 276 Millionen Dollar ein. Abermals sollten drei Jahre ins Land ziehen, ehe das Model 3 auch europäische Straßen unter die Reifen bekam. Im März 2019 wurde schließlich mit dem Model Y ein Crossover auf Basis des Model 3 präsentiert, der Produktionsstart ist für Anfang 2021 geplant. Mit Ende 2021 soll dann auch der eingangs erwähnte Cybertruck vom Band laufen, für den bereits über 200.000 Vorbestellungen – allerdings nur mit 100 Dollar Anzahlung – eingegangen sein sollen. Fest steht, dass Musk den Hype rund um Tesla weiter am Laufen hält, auch wenn es zwischenzeitlich immer wieder ernsthafte Sorgen um den wirtschaftlichen Fortbestand mangels entsprechender Profitabilität gab.

Fix ist ebenfalls, dass Tesla mit großen Reichweiten, ausgeklügelter Batterietechnologie – nicht zuletzt dank eigener Gigafactorys –  und dem weltbesten Netzwerk an Schnellladestationen den klassischen Automobilherstellern in Sachen Elektroautos nach wie vor um mehr als eine Nasenlänge voraus ist. Und mit dem 2017 gezeigten „Semi-­Truck“-Sattelzug zeigt Tesla, dass man sich nicht auf Pkw-Modelle beschränken will.

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