A&W-Tag 2019: Das war der Nachmittag

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A&W-Tag 2019: Das war der Nachmittag

Dr. Sophie Karmasin (Research & Identity)

Auch das Nachmittags-Programm stand im Zeichen bevorstehender Veränderungen in der Automobilbranche.

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Stefan Müller (European Lithium Limited) und Alexander Trattner (HyCentA) skizzierten, welchen Beitrag Österreich zur Mobilitätswende beisteuern könne. Müller, der auf der Koralpe in Kärnten „in 2 bis 3 Jahren“ Lithium abbauen wird, etwa könne bei dem „österreichischen Lithium“ garantieren, dass „sämtliche Umwelt-, Menschenrechts- und Arbeitsschutzstandards zu 100 % eingehalten“ werden und das Produkt daher in jeder Hinsicht „absolut sauber“ sei. Trattner unterstrich wiederum die Bedeutung des Wasserstoffbrennstoffzellenantriebs und das vorhandene Know-how darüber in Österreich. Damit Österreich in Konkurrenz mit dem „Technologie getriebenen Asien“ dieses Wissen jedoch halten und ausbauen könne, bedürfe es weiterer Investitionen durch den Staat.

Dr. Christian Steinborn, CSO der e.Go Mobile AG, meinte in seinem Vortrag, dass die europäische Industrie auch bei den Mobilitätskonzepten der Zukunft nach wie vor die Rolle spielen wird können, die sie bisher gespielt habe. Man müsse nur dafür sorgen, dass der Kunde nicht für Nachteile zum Status quo auch noch mehr dafür zahlen müsse. Als Beispiel nennt er die geplanten e.Go-Hubs, wo man mit geeigneten Partnern wirtschaftlich agieren kann. Zudem werden bei der Produktion des elektrischen Stadtfahrzeugs Kosten gespart, um auch in kleinen Stückzahlen profitabel zu sein. „Der e.Go ist der neue Trabbi“, so Steinborn in Anspielung an den Wegfall der Karosserie-Lackierkosten.

Freiraum für ihre eigene Markengestaltung wünschen sich Peter und Robert Lietz vom Autohaus Lietz, denn wie ihre Erfahrung zeigt, lassen sich mit selbst entwickelter Werbung nicht nur die Mitarbeiter einbinden und begeistern, sondern zeige sich auch, dass die Werbung bei den Kunden gut ankomme, wenn bereits die Mitarbeiter davon überzeugt waren. „Es gibt restriktive Hersteller und auch welche, die viel Freiraum geben“, erklärt Günther Kerle, Sprecher des Arbeitskreises der Automobilimporteure in der Industriellenvereinigung, „grundsätzlich gibt es eine Markenwerbung und Herstellerrichtlinien, die Fortsetzung sollte dann bei den regionalen Händlern erfolgen.“

Für Komm.-Rat Ing. Klaus Edelsbrunner, BGO des österreichischen Fahrzeughandels, ist wichtig, dass die unternehmerische Freiheit erhalten bleibt, um den Kunden ihre Wünsche zu erfüllen und von den Herstellern die entsprechenden Fahrzeuge dafür zu bekommen.

Der Fachkräftemangel ist groß. Anstatt einen neuen Verkäufer anzustellen, setzte die Wolfgang Denzel AG daher auf Lehrlingsausbildung. Geschäftsleiter Thomas Schlosser: „Wir waren überrascht, wie schnell Lehrling Lukas im Betrieb einsetzbar war. Heute, nach einem Jahr, ist er bereits im Verkauf tätig.“ René Wagner, Leiter Kundencenter Volvo/Jaguar/Land Rover, bestätigt: „Wir gehen den Weg sicher weiter und freuen uns schon auf den nächsten Lehrling.“ Komm.-Rat Klaus Edelsbrunner, Obmann Bundegremium des Fahrzeughandels, begrüßt diese Haltung: „Eine gute Möglichkeit, unser dringend benötigtes Fachpersonal selbst heranzuziehen.“

Für die Meinungsforscherin und Ex-Politiker Sophie Karmasin (Research & Identity) ist klar, der Mensch ist kein rationales Wesen: Jeder befinde sich in einem permanenten Widerspruch zwischen „ich weiß, wie ich mich verhalten sollte“ und „wie ich mich tatsächlich verhalte“. Gerade im Bereich der E-Autos sei „dieser Mind-Behaviour-Gap riesig“. Laut einer Umfrage sagten 48 % „es sei wichtig, auf E-Autos umzusteigen“, aber nur 6 % der Befragten besäßen auch tatsächlich ein E-Auto. Man müsse anerkennen, dass „Menschen weit weniger denken, als sie denken zu denken“. Was laut Karmasin vor allem heiße, dass Menschen „aufgrund von Bauchgefühl und Emotionen handeln.“ Insofern brauche es für einen tatsächlichen Mobilitätswandel einen „Blumenstrauß an Maßnahmen“, der sowohl aus Anreizen wie auch Strafen bestehe und die Lebensrealität der Menschen aufgreife.

Im Gespräch mit A&W-Chefredakteur Heinz Müller analysierte abschließend Thomas Langpaul, Moderator des 12. A&W-Tags und ORF-Innenpolitik-Experte, den Stand der Regierungsbildung: Als wahrscheinlichste Variante geht er von einer Türkis-Grünen Koalition aus und glaubt auch an eine Regierungsbildung „noch heuer“.  

Außer dem 13. A&W-Tag am 22. Oktober 2020 in der Wiener Hofburg kündigte A&W-Verlag-Geschäftsführer Stefan Binder mit dem „Werkstattforum“ ein neues Event des Verlags an, das erstmals am 11. März 2020 im Allianz-Stadion in Wien über die Bühne gehen wird. •

Zusammenfassung Vormittag

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