Optimismus allein ist zu wenig

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Optimismus allein ist zu wenig

Hersteller und Handel stellen ihre Geschäftsmodelle auf den Prüfstand. Passen sich an, um mit der Entwicklung der Technik und der Kundenbedürfnisse Schritt zu halten.

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Vier automobile Megatrends -Digitalisierung, Elektromobilität, Sharingvariationen und autonomes Fahren -verschieben schleichend die Geschäftsprozesse im Reifenhandel.

Die Digitalisierung eröffnet nahezu unbegrenzte Anwendungsbereiche. Daher müssen Händler, die auch in absehbarer Zeit noch erfolgreich im Markt mitwirken wollen, ihre Geschäftsmodelle überprüfen. Die Industrie bringt gerne das Nutzungsversprechen ins Spiel und fragt, welchen Nutzen das Unternehmen künftig seinen Kunden und Geschäftspartnern stiften kann. Gehört der Austausch marktrelevanter Daten bald dazu? Dem Handel wollen sie bis dato keine rechte Antwort darauf geben.

Die Architektur der Wertschöpfung ist ein weiterer blumiger Satz von Pirellis Ex-Vertriebsmanager Andreas Penkert in seinem Aufsatz an den Reifenhandel. Effektiver und effizienter, heißt das!

Alle Gedanken münden in ein funktionierendes Erlös-und Kostenmodell. Die zunehmende Produktvielfalt -Stichwort E-Autos -belastet zwangsläufig den Handel. Platztechnische und vor allem finanzielle Hürden bestimmen dessen Verfügbarkeit.

Kleinstmengen sowie schnelle Lieferfähigkeit bestimmen die Kundenbeziehung. Der Onlinehandel spuckt auch noch ordentlich in das hektisch gewordene Reifenbusiness. Keiner will den rar werdenden Kunden verlieren.

Serviceleistungen für E-Autos erfordern Investitionsbereitschaft in Know-how und Ausrüstung. Prompt sagt die Industrie den Wandel von Reifenhändlern, Kfz-Werkstätten und Fast Fittern zu Mobilitätsdienstleistern voraus. Umsatzrückgänge sind programmiert, weil neue Mobilitätsformen wie Carsharing in urbanen Gebieten die Struktur der Kundengruppen für Reifenvermarkter verändern, und nicht in jeder Industriepartnerschaft wird der Reifen(fach)handel bevorzugt.

Darüber hinaus wird die Digitalisierung die Wertschöpfungskette erheblich verbessern, frohlockt die Industrie. Allerdings ist ein fairer Datenfluss noch lange nicht gegeben.

Die Hersteller und ihre eigenen Vertriebsorganisationen suchen nach präzisen Marktdaten, um die richtige Menge zur richtigen Zeit produzieren zu können. Händler wiederum, so der Hersteller Versprechen, können sämtliche Geschäftsprozesse mit dem Hersteller fehler-, zeit-und kosteneffizient über die Datenautobahn abwickeln. Dass sie ihre eigenen Großhändler dazwischen positionieren, soll zur Vorsicht warnen. Dennoch: Wer die Instrumente der Digitalisierung ignoriert, läuft Gefahr, seine Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren. (LUS)

"Industriegeführte Großhändler empfehlen sich mit ihren IT-Systemen als optimale digitale Schnittstelle zwischen Industrie und Handel."

Andreas Penkert, Ex-Geschäftsführer Vertrieb und Marketing bei Pirelli
 

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