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Mobilität: Bleibt alles wie gehabt?

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Mobilität: Bleibt alles wie gehabt?

Werner Blum, Werner Weintritt, Peter Jagersberger, Dietmar Schöggl, Peter Modelhart, Alfons Fischer, Jörg Peham, Dieter Unterberger, Christoph Günther (v.l.n.r.)

Experten rechnen bei der Vermarktung von Neuwagen in Form flexibler Mobilitätsangebote wie Operate Leasing und Kurzzeitnutzung auch bei Privatkunden mit steigender Nachfrage. Orten Österreichs Händler bereits verstärktes Kundeninteresse? Wir haben nachgefragt.

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Nachfrage ist gestiegen

"Wir haben eigene Angebote, die immer stärker genutzt werden", erklärt Christoph Günther, Alleingesellschafter Auto Günther, Linz. "Wir bieten für Gewerbetreibende 12und 24-Monats-Lösungen an. Die Nachfrage gibt es. Generell ist die nach kurzfristiger Nutzung von Fahrzeugen stärker geworden." Diese Geschäftsmodelle stünden und fielen mit der Vermarktung der Fahrzeuge danach. Das betreffe einerseits die laufenden Kosten. Wenn das Fahrzeug andererseits zu dem erwarteten Verkaufspreis in den Markt einfließt, ist das Geschäft durchaus rentabel. Geht die Rechnung nicht auf, wird es knapp."


Momentan keine Trendwende

"Der Großteil unseres Geschäfts wird derzeit mit einer Finanzierung zwischen 36 und 48 Monaten abgewickelt", erläutert Mag. Peter Modelhart, Geschäftsführer Pappas AG, Salzburg. "Angesichts dieser Zahlen sehen wir momentan auch keine große Trendwende." Um derartige flexible Mobilitätslösungen auf dem heimischen Markt zu etablieren, würde es seitens der Hersteller auch entsprechender Angebote bedürfen. "Es wird sich da etwas entwickeln, aber im Ist-Geschäft bildet sich das im Augenblick noch nicht ab." Derartige Modelle seien bei Bedarf rasch umsetzbar, "wenn man einen Weg findet, wie das finanziell darstellbar ist".


Rasch etablierbar

"Wir machen uns schon immer Gedanken, inwieweit man künftige Mobilitätsbedürfnisse der Kunden bedienen kann, weil immer wieder prognostiziert wird, dass der Besitz von Fahrzeugen zurückgehen und eher die Nutzung verkauft werden wird", sagt Mag. Peter Jagersberger, u. a. Geschäftsführer Auto Kaposi/Klagenfurt. Die Nachfrage sei diesbezüglich "derzeit aber noch überschaubar". Grundsätzlich ließen sich aber neue Modelle bei Bedarf rasch etablieren. "Persönlich meine ich, dass das, was an Kundenbedürfnissen da ist, bedient werden sollte. Derzeit ist es aber noch zu früh, daraus wirklich einen institutionalisierten Prozess zu machen."


Problematik der Verwertung

"Wir bieten derzeit keine eigenen Modelle für Kurzzeitmieten an, wobei es aber immer wieder diesbezügliche Anfragen gibt", berichtet Mag. Dieter Unterberger, Geschäftsführer Unterberger Automobile/Kufstein und Landesgremialobmann des Tiroler Fahrzeughandels. "Am Ende bleibt bei Kurzzeitleasing-Nutzungen dem Händler aber immer die Problematik der Verwertung, deshalb ist das für uns kein Thema." Anfragen seitens der Kunden für Kurzzeitmieten bis 6 Monate seien durchaus verständlich, "etwa wenn man ein Cabrio saisonell nutzen will. Meistens ist es aber dann so, dass die Realität, was die Preise dieser Mieten betrifft, so anders aussieht, dass das für den Kunden nicht mehr interessant ist."


Bedürfnis besteht

Mittlerweile gebe es in Vorarlberg bereits Mitbewerber, die Finanzierungsmodelle mit 24-monatiger Laufzeit inklusive Service mit garantiertem Rückkaufwert anbieten. "Dieses Modell gibt es in dieser Form bei uns noch nicht", erklärt Jörg Peham, Geschäftsführer Porsche Inter AutoStrolz Bregenz, Strolz Hard und Porsche Dornbirn. Carsharing sei am Land bei Weitem ein geringeres Thema als in Ballungszentren wie Wien, Salzburg oder Graz. Kurzzeitmieten für 6 oder 12 Monate "decken wir nicht ab, das tun die Mietwagenfirmen". Das Bedürfnis nach All-inclusive-Modellen mit definierten Monatsraten - auch mit kürzeren Laufzeiten - mit denen alle Kosten abgedeckt seien, bestehe aber: "Das merken wir auch an den Kundenanfragen."


Bedarf besteht derzeit nicht

"Einen Leasingvertrag könnte man auf ein halbes Jahr abschließen, das macht aber niemand gerne, weil der Restwert auch stimmen müsste: Damit dieser stimmt, ist aber die Rate sehr hoch, darum wird es auch nicht gemacht", unterstreicht Mag. Werner Blum, Geschäftsführer Autohaus Blum St. Pölten und Krems und Ford-Händlersprecher. "Ich will Autos verkaufen und ich will damit handeln, ich will Autos aber nicht kurzfristig vermarkten, sonst wäre ich Mietwagenunternehmer geworden!" Derzeit bestehe der Bedarf nicht. "Darüber hinaus glaube ich nicht, dass auch die Zahl der Kunden wachsen würde, diese würden dann nur mehr unterschiedliche Finanzierungsmodelle in Anspruch nehmen."


Angebote werden zunehmen

"Es gibt seitens der Kunden das Bedürfnis, dass sie nicht nur - wie bereits im Gewerbebereich auch stärker im Privatbereich - bei der Fahrzeugnutzung punktgenau kalkulieren wollen", berichtet Mag. Alfons Fischer, Aufsichtsratsvorsitzender MVC Motors, Wien. "Der Wunsch nach einem wie bereits bei vielen Fuhrparks üblichen Operate Leasing wird auch immer öfter von Privatkunden nachgefragt. Ich gehe davon aus, dass die Angebote in diesem Bereich in Zukunft deutlich zunehmen werden, weil sich damit ein Markt öffnet, den man bedienen kann. Daraus könnte sich - ähnlich wie in der Elektromobilität - ein zusätzliches Geschäftsfeld entwickeln."


Zukunftsthema mit Potenzial

"In unserem Autohaus gibt es noch keine Kunden, die zeitlich begrenzte Pkw-Mobilitätsangebote nachfragen. Ich denke aber, dass diese Form der Mobilität zukünftig eine deutlich größere Rolle spielen und ein Teil der Mobilität werden wird", erklärt Dietmar Schöggl, Niederlassungsleiter Autohaus Huber Kapfenberg und Niklasdorf. "Kunden werden Pkws verstärkt nur für einen bestimmten Zeitraum mieten und dann wieder retournieren." Wobei es bei der von Huber vertriebenen Marke Kia seitens des Importeurs Kia Austria ein neues Angebot geben werde: "Bei diesem sogenannten Private Rent, das wir als Kia-Händler anbieten werden, hat der Kunde die Möglichkeit, ein Fahrzeug zwischen 12 und 48 Monaten anzumieten."


Noch wenig publik

"Bei uns ist das derzeit noch kein großes Thema, in urbanen Bereichen könnte ich mir vorstellen, dass die Kunden darauf stärker reflektieren", meint Mag. Werner Weintritt, Geschäftsführer im Autohaus Weintritt, Eisenstadt. "Wobei ich weiß, dass mehrere Finanzdienstleister bereits an Operate-Leasing-Modellen auch für Privatkunden arbeiten." Es gebe also bereits Modelle in der Schublade, "und ich denke, dass da etwas kommen wird". Die direkte Nachfrage nach solchen Modellen "ist zumindest in unserer Region noch nicht da". Im Gegensatz zum Gewerbe sei dieses Thema bei Privatkunden noch nicht wirklich angekommen. Dies könne sich aber rasch ändern.

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