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Überleben als Frage der richtigen Einstellung

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Überleben als Frage der richtigen Einstellung

Fehlersuchbild: Was stimmt nicht an unserem Aufmacher? Tja, das waren halt noch Zeiten …

Intelligente Assistenzsysteme sollen helfen, Unfälle zu vermeiden - aber im Reparaturfall bedürfen die Systeme selbst umfangreicher Aufmerksamkeit.

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Nach Schätzung von Bosch verfügte 2017 die Hälfte der neu zugelassenen Autos über ein oder mehrere Assistenzsysteme - Tendenz stark steigend. Nissan fasst in seiner neuen "Intelligent Mobility" 19 Assistenzfunktionen zusammen. Was die Helferleins gemeinsam haben: Alle verlassen sie sich auf hochentwickelte Sensorik, um dem Rechner ein "Abbild" der Außenwelt zu vermitteln. Sensorik, die selbst nach einfachsten Arbeiten am Kfz mittels spezieller Ausrüstung neu eingestellt und kalibriert werden muss.

Spezial- und Universalthema

Das betrifft nicht nur kleinere Reparaturen, Servicearbeiten oder Unfallinstandsetzungen, sondern etwa auch den Tausch der Windschutzscheibe, Reparaturarbeiten am Fahrwerk, Achseinstellung oder Tuningmaßnahmen, wenn sich Fahrachse und Fahrzeughöhe verändert haben. Auch dann passen die Sensoreinstellungen meist nicht mehr. Kleinste Abweichungen können dazu führen, dass Assistenzsysteme nicht mehr richtig funktionieren.

Bei den Scheinwerfern sind es die Matrix und Lasersysteme, die den Aufwand für die Betriebe deutlich erhöhen. "Wir haben heuer auf der AutoZum gemerkt, dass die technischen Entwicklungen den Bedarf ankurbeln", sagt Thomas Posch von Derendinger. "Scheinwerfereinstellgeräte waren besonders nachgefragt."

Auch Zeit geht ins Geld

Ob das Thema nun in der freien Werkstatt schon angekommen ist oder noch als künftige Bedrohung wahrgenommen wird, spielt eine untergeordnete Rolle. Fest steht: Das Thema wird kommen und längst nicht nur große herstellerabhängige Betriebe betreffen. Auch Spengler und Lackierer, aber auch Spot-Reparierer und Autoglaser müssen künftig kalibrieren können.

"Die ADAS-Systeme erzeugen für viele Betriebe einen Aha-Effekt", erzählt Wernfried Horn von Kastner. Die Investition für einen Betrieb, der neu einsteige, betrage mitunter 15.000 Euro. Abhängig vom Hersteller, wendet man die statische oder dynamische Kalibrierung an. Die "selbstkalibrierenden" (dynamischen) Systeme ersparen zwar einiges an Investitionen, erhöhen aber in der Regel den Zeitaufwand - weil die Kalibrierung während einer Testfahrt durchgeführt werden muss, die je nach Strecke unterschiedlich lang ausfällt.

Markenübergreifend für die Freien

Bei der statischen Kalibrierung in der Werkstatt helfen sich Freie oft, indem man eben den "Bekannten" in der nahen Markenwerkstatt um Hilfe bittet, was oft funktioniert, erzählt Robert Siebenhandl von Siems&Klein. Mit markenübergreifenden Systemen zielen die großen Hersteller von Werkstattausrüstung auf freie und Mehrmarkenbetriebe. Hella Gutmann bewirbt derzeit sein im Spätsommer 2018 vorgestelltes CSC-Tool, das darüber hinaus mobil einsetzbar ist - selbst ohne nivellierten Werkstattboden. "Zusammengeklappt passtes problemlos in einen Kombi oder kleinen Transporter", so der Hersteller. Bosch bietet wiederum ein System an, mit dem der Arbeitsplatz entsprechend VW-Standards (bestehend aus Diagnose, DAS 1000 Kalibrierset und Fahrwerksanalyse) mit einem Messbalken und optionalen Kalibriertafeln für die Mehrmarken-Arbeit aufgerüstet werden kann. Als vergleichsweise neuer Player am Markt zielt auch Autel mit seinen MaxiSys-Kalibrierungswerkzeugen und der Software auf die Mehrmarken-Kalibrierung. Ob das reichen wird, damit die Freien beim Thema ADAS (zu deutsch: FAS) auch in Zukunft mitkönnen, wird sichzeigen.

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