Wer verkauft die Teile?

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Wer verkauft die Teile?
Foto: Adobe Stock

Wie entwickelt sich der Teilevertrieb in Europa? Reüssieren die internationalen Player oder hat der kleine Teilehändler mit Marktnähe noch Chancen? Wird das Online-Geschäft von den etablierten Anbietern realisiert oder überrollt Amazon den europäischen Kfz-Teile-Markt?

Beginnen wir beim Großhandel, wo der Konzentrationsprozess unübersehbar voranschreitet. Das stellt die gesamte Branche vor neue Herausforderungen. Für die Teilehersteller fallen durch die Konsolidierung und Konzentration plötzlich wichtige Vertriebspartner weg. Der Verdrängungswettbewerb in der Listung wird noch größer.

Autohersteller als Teilelieferanten

Dabei haben die Teilehersteller, größtenteils übrigens Originalteilehersteller und Erstausrüster, auch weitere Herausforderungen: So treten immer mehr Autohersteller auch als Teilelieferant, auch für andere Marken, auf, indem sie die Produkte ihrer Zulieferer unter eigenem Logo verkaufen. Sie werden damit zum direkten Konkurrenten für den "freien" Vertriebszweig. Gleichzeitig versuchen die größten Teilehersteller zum "Alles aus einer Hand"-Anbieter zu werden, immer mehr Produkte selbst oder auch über Kooperationen anzubieten um für die Werkstätte ein Komplettanbieter zu werden. Den direkten Weg zu den Kunden, also zuden Werkstätten, müssen sie ohnehin gehen. Die modernen Reparaturlösungen für hochkomplexe Fahrzeuge sind nicht mehr mit der Betriebsanleitung durchzuführen. Hier braucht es Trainings, Schulungen und technischen Support, teilweise vor Ort. Über den großen Teilehandel ist dieser Wissenstransfer schwierig zu transportieren. Bleibt abzuwarten, ob irgendwann auch die Logistik selbst oder mit Zusammenschlüssen erledigt wird.

Die Makler der Werkstätten

Die kleineren, regionalen Teilehändler sind Makler für ihre Kunden, vergleichen Systeme und Lösungen und suchen für ihre Werkstätten die richtigen Produkte aus. Auf Basis der Kundennähe und der Flexibilität sind die Chancen gegeben, sofern die Teilehersteller mit fairen Preisen das Geschäft zulassen. Der Hecht im Karpfenteich ist in jedem Fall der wachsende Online-Handel, der sowohl von den etablierten wie auch von neuen Anbietern realisiert wird. Dabei werden immer wieder Gerüchte über den Einstieg von Amazon in den europäischen B2B-Teilemarkt laut.

Der Kunde, also der Werkstattbetreiber, hat es letztlich in der Hand, für welchen Lieferanten er sich entscheidet und welches System er unterstützt. Und diese Partnerauswahl kann für diese Betriebe selbst überlebenswichtig sein. 

Prozessrisiko

Prozessrisiko

Brandgefährlich ist der Prozess, der derzeit zwischen dem oberösterreichischen Autohaus Büchl und der Peugeot Austria Ges.m.b.H. im Wiener Justizpalast läuft. Das Risiko liegt ausnahmsweise nicht beim Autohändler, sondern beim Autohersteller.

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