Lästige "Partner"

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Lästige "Partner"

An einer eigenen Homepage kommt heute kaum einer vorbei. Bei der ist jeder von verschiedensten Internet-Dienstleistern abhängig.

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Wer deren Dienste in Anspruch nehmen muss, kann seine blauen Wunder erleben. Das merkt man etwa, wenn die beim IT-"Dienstleister" zur Zahlung hinterlegte Kreditkarte abgelaufen ist.

Darauf wurde kürzlich ein Bekannter, ein erfahrener IT-Profi, von Microsoft aufmerksam gemacht. Seine dort laufenden acht Office-Lizenzen waren zwar erst im Juni 2019 fällig, doch wollte er die Sache gleich erledigen. Dafür klickte er auf "Zahlungsdetails ändern" und landete in einem unglaublich umständlichen Dialog, bei dem er versuchte, die Kreditkarte zu aktualisieren. Um nach kurzer Zeit per E-Mail eine Bestellbestätigung über acht Lizenzen zugeschickt zu erhalten. Wenig später kam eine Rechnung mit dem Vermerk, dass dieser Betrag von der Kreditkarte abgebucht werde.

Sein Admin-Tool zeigte ihm: Er hatte weiterhin bloß acht Lizenzen, doch sollten diese plötzlich nicht im Juni, sondern erst im Oktober 2019 ablaufen. Der Support war darüber nicht verwundert: "Ganz klar, Sie haben am 15. Oktober acht Lizenzen gekauft und die wurden nun verrechnet." Den Einwand, dass er nur die Kreditkarte aktualisiert und nichts bestellt habe, konterte dieser mit dem Argument: "Klar, weil Sie die anderen gekündigt haben."

Kurz darauf frohlockte der freundliche Supporter am Telefon, das Rätsel sei gelöst: 1.008 Euro würden via Kreditkarte vom Konto abgezogen, gleichzeitig würden 701,46 Euro gutgeschrieben; die Lizenzen würden nun statt im Juni im Oktober auslaufen. Warum eine Kreditkartenaktualisierung gleichzeitig eine Laufzeitverlängerung zur Folge hat, blieb rätselhaft. Ebenso war von der Rückerstattung der 701,46 Euro nichts zu sehen. Denn diese werde als Gutschrift verbucht, die der Kunde für seine nächste Zahlung verwenden könne.

Microsoft hat eine marktbeherrschende Stellung - an einer Zusammenarbeit kommt keiner vorbei. Das wird schamlos ausgenutzt. Das gilt in Österreich auch für die nic.at GmbH, die für die Vergabe aller "at"-Domains zuständig ist. Für "derknoebl.at" werden - wie für mehr als eine Million anderer at-Domains - Jahr für Jahr pro Adresse 29 Euro kassiert. Dazwischen gibt es noch die zugelassenen Provider, die der nic.at auch diese Arbeit abnehmen und über welche die nic.at-Verrechnung läuft.

Zu meiner Verblüffung flatterte mir letzten Oktober ein Zahlschein einer KMS Inkasso GmbH aus Graz ins Haus. Ich sei der nic.at GmbH 39,92 Euro schuldig geblieben, mit Spesen habe ich daher 118,12 Euro (!) zu bezahlen. Worauf ich meine Homepage aufrief - und zu meiner Verblüffung merkte, dass diese nicht mehr existierte. Obwohl mein IT-Betreuer kurz zuvor Aktualisierungen vorgenommen hatte.

Vom "Kundenservice" der nic.at wurde ich aufgeklärt, dass man die Direktverrechnung mit meinem Provider beendet habe, wovon ich bereits am 8. Mai verständigt worden sei. Allerdings an eine E-Mail-Adresse, die es seit Jahren nicht mehr gibt und an die auch die Rechnung über 29 Euro ging. Mangels Zahlung wurde dies dem KMS-Inkasso übergeben. Mein Einwand, dass ich die Adressänderung bereits am 22.10.2012 (!) ordnungsgemäß bekannt gegeben habe, interessierte nic.at wenig.

Erst meine Drohung, die Aufhebung der Sperre gerichtlich durchzusetzen, hatte nach drei Monaten letztlich Erfolg. Anderen "Kunden" der nic.at GmbH bleibt nichts übrig, als der KMS unverschämte Inkassogebühren in den Rachen zu werfen. Oder sie müssen sich eine neue Domain für eine Homepage suchen - was wirtschaftlich kaum vertretbar wäre. "Letzte Mahnungen" bekomme ich von KMS immer noch. Die deponiere ich in meiner "Rundablage".

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