Der nun Angekommene

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Der nun Angekommene

Brigitte und Herbert Varga

Der einst nach Tirol ausgewanderte „Burgenlandkroate“ Herbert Varga geht mit Blick auf 54 Jahre Reifenhandel in Ruhestand. Eine Bestandsaufnahme.

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Aus der Riege der heimischen Reifen(fach)händler sticht Herbert Varga (69) hervor. Zum Großhandelskaufmann bei der damaligen Uniroyal-Vertretung ausgebildet, wechselte er über Stationen in St. Pölten und Wien 1972 nach Tirol, um aus dem Steininger-­Familienimperium den Preyer-Betrieb in Innsbruck zu übernehmen. Nach dem Scheitern der Puch-Fahrradsparte kaufte Michelin diesen Standort, woraufhin Varga kündigte. In der Achse mit Erwin Obermüller gründete er das „Reifenteam“ am Standort Thaur bei Innsbruck. 2005, als Obermüller in Pension ging, entwickelte der kinderlose Reifenmanager seine „Reifen Team Varga“ mit drei Filialen in St. Johann/P., Tamsweg und Salzburg. Letzterer in der Sterneckstraße wurde später von Reifen John übernommen. Der Point-S-Gesellschafter nutzte 2016 die Gunst der Stunde, um seine Gesellschaft an Achleitner in Wörgl abzugeben. Nun angekommen, legte er zum Jahreswechsel auch die Geschäftsführung zurück, um sich in sein Götzenser Refugium zurückzuziehen. „Keine 6 Kilometer von der Uniklinik Innsbruck entfernt“, wie er launig anmerkt, sich auch privat mit Weitblick aus seinem Beruf zu verabschieden. Weitblick in Verbindung mit Scharfsinnigkeit attestiert ihm auch Point-S-Geschäftsführer Mag. Michael Peschek-Tomasi, der Varga seit 8 Jahren durch dick und dünn begleitet und in dessen Sinn seine aktuell 50 Händlerpartner mit seinen richtungsweisenden Strategien versorgt. „Varga ist immer da, wenn man ihn braucht“, skizziert Peschek seinen Mentor, „und immer noch ist seine Expertise gefragt!“ 

Industrie seit jeher auf Einkaufstour

Seine Einschätzung zu 54 Jahren Reifenhandel fällt nüchtern aus: „Schon in den 70er-Jahren hat die Industrie Handelsbetriebe (z. B. RSG OÖ) übernommen, Gerhard Plankenauer in Graz wurde von Semperit geschluckt, die Vertikalisierung kontinuierlich vorangetrieben.“ Dabei habe es die Industrie nie geschafft, ihre Marktabsicherung finanziell erfolgreich zu gestalten: „Ohne Quersubvention geht bei denen bis heute nichts.“ Was dem Handel aber schadet. Varga, der eigenen Angaben zufolge immer positiv bilanzieren konnte, sieht die Zeit immer noch nicht reif für Veränderungen: „Den ­Reifen(fach)handel zusammenzuführen, ist auch mir in 30 Jahren Verbandsarbeit nicht gelungen.“ Varga übergab sein Unternehmerwerk nun mit 100 Mitarbeitern und 30 Millionen Euro Jahresumsatz an die Achleitner-­Gruppe. Sein Fazit: „Es hat Spaß gemacht!“ •

Es geht ums Geld, was sonst?

Es geht ums Geld, was sonst?

Wer - wie meine Kollegen und ich - in den vergangenen Wochen auf den Automessen in den Landeshauptstädten unterwegs war, bekam vom einen oder anderen Händler hinter vorgehaltener Hand die Klage zu hören: Es wird immer schwieriger, den immensen finanziellen und organisatorischen Aufwand für eine solche Großveranstaltung zu stemmen.

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