11. A&W-Tag: Der Nachmittag

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11. A&W-Tag: Der Nachmittag

Nach einem interessanten Vormittag stand auch der Nachmittag im Zeichen von spannenden Blickwinkeln zur „Future Mobility“.

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Den Anfang machte nach dem Mittagessen Gerald Weiss, Prokurist und redaktioneller Verlagsleiter B2B im A&W Verlag mit Marius Kaufhold (Verlag Kaufhold), die über die gemeinsame Werkstattaktion „Werkstatt des Vertrauens“ informieren. Das in Österreich heuer zum ersten Mal durchgeführte Empfehlungsmarketing wird in Zukunft auch eine wichtige Verlängerung im digitalen Bereich haben. In Kooperation mit dem Erfinder des Gütesiegels, des deutschen Kaufhold-Verlags, sollen die schriftlichen Kunden-Bewertungen zukünftig auch in die Google My Business-Bewertungen einbezogen werden. 

Als Spotify oder Netflix für Autos könnte „Cluno – Dein Auto Abo“ wohl am besten beschrieben werden. Das deutsche Start-up, das Nico Polleti mit Partnern gegründet und bei seinem Vortrag vorgestellt hat, geht einen – für die Autobranche – radikalen Weg. Nur über die App kann sich der Endkunde für mindestens 6 Monate ein Auto mieten. All-inclusive. Nur für das Benzin muss er selbst aufkommen. Das gibt es ab etwa 250 € (Opel Corsa) – andere Fahrzeugklassen, andere Preise. Soweit, so klar.

Doch radikal ist nicht nur der Vertrieb der Fahrzeuge, sondern auch die Vertragsabschlüsse. Alles wird via Handy erledigt: Der Kunde bucht, macht den Bonitätscheck, scannt den Führerschein ein, unterschreibt digital mit dem Finger – alles über die App. „Das dauert 5 Minuten, es ist schnell und papierfrei, 100 % digital“, so Polleti. Nun heiße es, den Massenmarkt zu erreichen. Sollten die Prognosen stimmen, sehe es rosig aus, denn car subscription habe ein Wachstum von 28 %; 52 % der Fahrzeuge wurden geleast oder finanziert.

„Wir sind nicht die armen Hascherln!“ Es gebe genug Möglichkeiten sich zu wehren, lautete die Botschaft des deutschen Anwalts Dr. Uwe Brossette, der prinzipiell fragte, ob das nicht ein Frontalangriff auf die Markenhändler sei: Er nahm sich, was die Zukunft der Händlerverträge und die Übergriffe der einzelnen Hersteller (die er auch nannte) in Vertragsfragen betrifft, kaum ein Blatt vor den Mund. Deshalb wies er auch auf die juristischen Probleme hin, die Kehrtwendungen im Vertrieb für Hersteller wie auch den Händler ergeben.  

Nico Polleti, Gründer und Geschäftsführer von Cluno, erlebt im Rahmen der Podiumsdiskussion über die Zukunft des Autohandels Händler, die innovativ denken und gegenüber dem neuen Geschäftsmodell keine Abwehrhaltung zeigen. „Die Händler interessieren sich, verstehen, dass sich Mobilität verändert.“ Die Frage stelle sich, wie lange das Auto noch die eigentliche Ware sei. Er verstehe sich und sein Start-up als Mobilitätsanbieter. Puncto Direktvertrieb durch die Hersteller meinte Polleti: „Hersteller können gut herstellen. Ob sie auch Direktvertrieb können“, bezweifle er.

Stefan Hutschinski, Obmann des Verbands österreichischer Kraftfahrzeugbetriebe (VÖK), sieht die Online-Entwicklung differenzierter: „Der österreichische Markt funktioniert anders, man kann die einzelnen Länder nicht über einen Kamm scheren.“ Aus seiner Sicht sei der Händler eine wichtige Schnittstelle bei einem Produkt, das nicht wie ein Handy online gekauft wird. Beim Direktvertrieb sei die Situation momentan ungewiss. „Ich hoffe, die Hersteller lassen uns leben“, so Hutschinski.
 
Die Position des Händlers ist bei den einzelnen Herstellern unterschiedlich. „Es kommt immer darauf an, wie viel frische Luft kommt in die Käseglocke. Manche Hersteller haben erkannt, dass es ohne Händler nicht geht, ein Beispiel dafür ist Volkswagen“, so Branchenanwalt Dr. Uwe Brossette, „Autohändler zu sein ist misslich, weil es nur einen Lieferanten gibt und diese Macht wird ausgenutzt.“

Albert C. Still, Vorstandssprecher AVAG Holding/Augsburg, ist „sehr tiefenentspannt“, was das Internet im Autohandel angeht. Zwar kämen die Kunden sehr viel besser informierter ins Autohaus, aber zum Vollpreis ein Auto online kaufen würde laut Still praktisch niemand – dies habe die AVAG bereits 2 Mal ohne Erfolg ausprobiert. Wenn man als Autohändler das Online-Thema richtig betreibe, „verkauft man Autos und es kommen auch Leute in den Laden“. Was das Thema Big Data betreffe, verstehe er darunter das Sammeln und Auswerten von Kundeninformationen, um dadurch Autos zu verkaufen. „Am Verkauf von Daten haben wir kein Interesse."

Zum Abschluss bedankte sich Mag. Heinz Müller, Chefredakteur von AUTO & Wirtschaft, bei den 488 Besuchern des 11. A&W-Tages und dem Moderator Thomas Langpaul.

Zudem verriet er den Termin für den 12. A&W-Tag, der am 29. Oktober 2019 stattfinden wird. •

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