Auf dem Weg zur Nummer eins

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In der Händlergunst liegt Mercedes-Benz unter den Premiummarken bereits ganz vorn. Bis 2020 wolle man dieses Ziel auch in der Neuzulassungsstatistik erreichen, erläutert Importchef Marc Boderke.

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Mercedes-Benz konnte 2016 die höchsten Absatzzuwächse seit Jahren erzielen. Worauf führen Sie diese erfolgreiche Entwicklung zurück?

Marc Boderke: Unsere Marke hat in den vergangenen Jahren einen radikalen Wandel erlebt. Ich würde sagen, diese Entwicklung hat vor ungefähr 10 Jahren begonnen und wurde 2012 mit der neuen A-Klasse besonders deutlich. Während Qualität, Komfort und Sicherheit seit jeher in den Genen von Mercedes- Benz liegen, ist ein neuer Sexappeal zu unseren Markenwerten hinzugekommen. Das erschließt unseren Händlern und uns neue Kundengruppen genauso wie die Ausweitung des Modellprogramms um zugkräftige Modelle wie zuletzt den GLC.

Wie der MarkenMonitor zeigt, wird die Produktoffensive der vergangenen Jahre im Netz sehr positiv gesehen. Wie lauten die weiteren Modellpläne?

Boderke: 2017 werden wir unter anderem das gänzlich neue E-Klasse Coupé einführen, aber auch der GLA und die S-Klasse werden eine Modellpflege bekommen. Ich persönlich freue mich ganz besonders, dass Ende 2017 beim smart die neue Generation Electric Drive auf den Markt kommen wird. Damit wird smart der erste Hersteller sein, der seine gesamte Produktpalette auch elektrisch anbietet.

Die negativste Einzelbewertung erhielt Mercedes beim Punkt "Einbindung in Entscheidungen". Sehen Sie hier Verbesserungsmöglichkeiten?

Boderke: Wenn wir keinen Verbesserungsbedarf sehen würden, könnten wir ja morgen aufhören nachzudenken. Man kann immer etwas besser machen und gemeinsam voneinander lernen. Wir werden uns die Ergebnisse daher genau ansehen und sie dann in der Folge gemeinsam mit unseren Händlern diskutieren. Unser Ziel ist es, die positive Stimmung, die derzeit bei uns und unseren Händlern herrscht, weiter zu verstärken. Das schaffen wir nur in einem offenen Dialog.

Mercedes setzt inÖsterreich auf ein Vertriebssystem mit 4 Haupthändlern und zahlreichen Agenturbetrieben. Hat diese branchenweit einzigartige Netzstruktur Zukunft?

Boderke: Wir sind die vergangenen 4 Jahre gemeinsam mit unseren Händlern sehr gut gewachsen und ein Ende ist nicht absehbar. Das sollte diese Frage eigentlich gut beantworten.

Kommen in den nächsten Jahren größere Investitionen auf das Händlernetz zu?

Boderke: Will man die Wahrnehmung einer Marke verändern, dann muss man auch in den Auftritt am "Point of Sale" investieren. Wir werden gemeinsam mit unseren Händlern eine Investitionsoffensive starten, damit unsere Schauräume auch dem entsprechen, was man bekommt, wenn man einen Mercedes-Benz kauft.

Welche Stückzahlziele verfolgen Sie 2017 und mittelfristig?

Boderke: Ich bitte um Verständnis dafür, dass wir keine konkreten Prognosen abgeben. Unser Ziel ist jedoch klar: Wir wollen noch vor dem Ende dieses Jahrzehnts die Nummer 1 unter den Premiumherstellern in Österreich sein und damit jene Position einnehmen, die auch unseren Produkten gerecht werden.

Wie hat sich die Bildung des Importclusters mit Zentrale in Prag auf die Zusammenarbeit mit Ihrer Vertriebs- und Serviceorganisation ausgewirkt?

Boderke: Wir sind seit Mitte 2016 gemeinsam mit den Ländern Polen und Tschechien unterwegs. In der Praxis hat sich aber für das österreichische Händlernetz de facto nichts geändert. Die Veränderungen laufen eher im Hintergrund. Wir nutzen Synergien und erfinden die Welt nicht dreimal neu, aber natürlich schauen wir auf die lokalen Besonderheiten und berücksichtigen diese bestmöglich bei unserer täglichen Arbeit.

Daimler ist Vorreiter beim Carsharing und will dies künftig auch beim Elektroantrieb sein. Ist das für die Händler nicht eher eine Gefahr?

Boderke: Das sehe ich nicht so. Beispielsweise sind bei Carsharing weiterhin die Händler und Werkstätten für den Service der Fahrzeuge verantwortlich. Außerdem haben wir als Hersteller gar keine andere Wahl, als uns ständig selbst infrage zu stellen, um nicht von anderen infrage gestellt zu werden. Die konsequente Umsetzung dieser Philosophie hat dazu geführt, dass wir schon vor Jahren der erste Automobilkonzern mit einem ausgereiften Carsharing- Angebot waren. Zum Stichwort Elektroantrieb: Der reine Elektromotor hat gegenüber dem Verbrennungsmotor weniger bewegte Teile, was ihn grundsätzlich wartungsärmer macht. Allerdings gibt es einige neue Bauteile wie elektrotechnische und elektronische Hochvolt-Komponenten oder die Fahrbatterie, welche ein deutlich höheres Qualifizierungsniveau erfordern als mechanische Bauteile. einige neue Bauteile wie elektrotechnische und elektronische Hochvolt-Komponenten oder die Fahrbatterie, welche ein deutlich höheres Qualifizierungsniveau erfordern als mechanische Bauteile. Ein mehrstufiges Trainingskonzept stellt bereits seit einigen Jahren sicher, dass unsere Vertragsbetriebe damit sachgemäß umgehen können. Im Übrigen sollte man bei der Diskussion um Elektroantriebe und ihre Auswirkungen auf das Werkstattgeschäft nicht vergessen, dass auch beim Verbrennungsmotor bei Weitem nicht alle Teile wartungsrelevant sind.

Wie können Autohäuser am Automobilvertrieb der Zukunft partizipieren: Stichwort Mercedes-Benz Online Store?

Boderke: Wir sind gemeinsam gefordert, Lösungen für die Zukunft anzubieten. Wichtig ist, dass man die Marke zeitgemäß inszeniert und alle möglichen Kanäle dafür nutzt - auch das Internet. Fest steht aber auch, dass man ein Auto nicht einfach per Postpaket zustellen kann. Nach unserer Überzeugung wird daher in jedem Fall der stationäre Handel auch in Zukunft eine zentrale Rolle spielen.

Welches Versprechen können Sie Ihren Händlern mit Blick in die mittel-und langfristige Zukunft geben?

Boderke: Mercedes-Benz ist der Erfinder des Automobils. Hätten wir uns in unserer über hundertdreißigjährigen Geschichte nicht immer wieder neu erfunden, wären wir wie viele andere einfach verschwunden. Was ich damit sagen will: Wir haben die Innovationskraft, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln und dafür zu sorgen, dass wir weiterhin profitabel zusammenarbeiten können. Wir werden mit all unserer Kraft dafür kämpfen, dass wir gemeinsam mit unseren Händlern erfolgreich sind. Das ist unser Versprechen.

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