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Ausgabe
06
2018


Qualität schlägt Wachstum

Wirtschaft

Im offenbar gesättigten Markt der Werkstattkonzepte setzen die Player auf Qualitätsausbau. Neu-bzw. Wiedereinsteiger tun sich schwer. Birner bringt trotzdem ein neues Konzept.


Werkstattkonzepte sind mehr als nur gut etablierte Marketing-Instrumente. Auch technische Informationen und Dienstleistungen sind bei den Betrieben gefragt. Weil sich der Markt für die Konzepte derzeit gesättigt präsentiert und wegen des Wandels hin zu Digitalisierung und Elektrifizierung setzen die großen Anbieter im Moment mehr auf den Ausbau der Qualität als der Mitgliederzahlen.

Mehr Audits und verpflichtende Schulungen

Gegenüber dem Endkunden punktet das Konzept Bosch Car Service mit dem zugkräftigsten Markennamen. Auch vom technischen und kaufmännischen Know-how des namensgebenden Konzerns profitieren die Partner. Einen moderaten Anstieg nennt uns Wiktoria Wyszynska-Keidel, Marketingkoordinatorin Bosch Automotive Aftermarket Österreich, mit 95 (bei der letzten Umfrage im Dezember 2017: 92) Partnern für Bosch Car Service in Österreich: "Damit haben wir österreichweit eine gute Flächendeckung. Da das Interesse der Werkstätten am Bosch Service-Konzept groß ist, steigt die Zahl der Bosch Car Service-Partner in Österreich." Vorrangiges Ziel sei es aber, die Qualität des Konzepts weiterhin auf hohem Niveau zu halten bzw. noch weiter zu steigern. Aus diesem Grund hat Bosch für das laufende Jahr 2018 eine "Qualitätsoffensive" ausgerufen. Diese umfasst Maßnahmen wie verstärkte anonyme Werkstatttestsund Qualitätsaudits, aber auch verpflichtende Schulungen, zum Beispiel die Ausbildung zum Diagnosetechniker, sowie verpflichtende Eigentests pro Quartal. Auf der Agenda der österreichweiten Bosch Service-Tagung, die im Herbst in Saalfelden stattfindet, stehen Themen wie Werkstatt der Zukunft, vernetzte Werkstatt (Connected Workshop) und effiziente Werkstattprozesse.

Neuausrichtung für den Wandel

Bei Derendinger liegt der Schwerpunkt weniger in der zahlenmäßigen Ausweitung der Konzept-Partner, sondern auf einer umfassenden Systemumstellung des Geschäfts aufgrund der aktuellen Trends. Die Konzepte sind zuletzt moderat gewachsen: plusService von 190 auf "ca. 200" Partner, Unicar von 6 auf etwa 10. Die Partnerbetriebe werden von Technik über Schulungen bis zum Marketing unterstützt.

Derendinger-Geschäftsführer Bruno Klaus Weidenthaler gibt unter anderem auch für die Werkstattkonzepte die Parole aus: "Der Autobranche stehen dramatische Umwälzungen bevor mit weitreichenden Folgen für den gesamten Markt. Ob die heutigen Automobilhersteller die Definitionshoheit für das Auto behalten, ist nicht entschieden. Immer mehr drängen die Big Player der IT-Großkonzerne in dieses Terrain. Die Branche muss sich jetzt rechtzeitig in den aufkommenden Märkten etablieren und langfristig investieren. Die neue Rolle des Mechanikers hat längst begonnen. Man muss aktiv sein und in die Zukunft investieren - Schulungen und Weiterbildungen helfen dabei. Ein Netzwerk an richtigen Partnern ist unumgänglich, um auf dem zukünftigen Markt zu bestehen. Wir als Derendinger rüsten System, Produktportfolio und Mitarbeiter auf, um auch in der Zukunft dieser Partner für die Werkstätten sein zu können."

Das zweite Standbein für den Markenbetrieb

Den Fokus auf Qualität legt Prokurist Ing. Roland Hausstätter, bei Stahlgruber für das Konzept Meisterhaft als auch das "Teilkonzept" BTS-Turbo Experte verantwortlich. "Wir liegen bei 208 Meisterhaft-Partnern" - nach zuletzt 204. Man wolle in der Hauptsache die Qualität steigern. "Wenn die Erfüllung der Standardsnicht passt, trennen wir uns auch von Werkstätten", sagt er.

Qualität bedeute unter anderem, dass man sich zum Beispiel um Betriebe bemühe, die in neuen und modernen Liegenschaften angesiedelt seien, oder solche, die über einen gewissen Mitarbeiterstand verfügten. Die Flächendeckung sei in Österreich mit der Größenordnung von 200 bis 220 Partnern gut gegeben.

Wachsendes Interesse an Werkstattkonzepten sieht Hausstätter nicht zuletzt bei Markenbetrieben, die sich gerade in Zeiten, in denen wachsende Unsicherheit die Beziehungen zu den Importeuren belasten, ein 2. Standbein schaffen wollen. Meisterhaft sei unter anderem deshalb interessant für Betriebe, weil das Konzept modular nutzbar sei -"am stärksten gefragt ist die Mobilitätsgarantie".

Schwieriger Neuaufbau nach Relaunch

Zahlenmäßig nichts zu berichten hat Werner Fischer, Verantwortlicher bei der Einkaufsgemeinschaft ATEV für das Konzept Autoexperte. "Wir haben das Konzept in Österreich relaunched und sind hier nach wie vor im Neuaufbau." Beim "neuen" Autoexperten wurde im ersten Halbjahr 2018 mit der Akquise von Werkstattpartnern begonnen.

Die Vorteile des Konzepts liegen im modularen Aufbau: Die interessierte Werkstatt kann mit einer kostenlosen "Lite"-Version - darin sind Mobilitätsgarantie und ein Marketing-Paket bereits inkludiert -einsteigen und bei Bedarf Leistungen dazunehmen. Wie betont wird, liegt der Hauptvorteil darin, dass Autoexperte an keine Umsatzvereinbarungen zwischen Händler und Werkstatt geknüpft ist.

"Alte" Marke soll wieder glänzen

Ein Revival der Marke Autofit kündigt die Birner GmbH an. Schon im Jahr 1975 wurde unter dem Namen Autofit das umfangreiche Werkstattausrüstungs-Sortiment von Birner zusammengefasst - "jetzt wird die Marke entstaubt und ihr in Form eines Werkstattkonzepts neues Leben eingehaucht", kündigt Mathias Gneist an, der bei Birner fürdie Betreuung und Weiterentwicklung der Werkstattkonzepte verantwortlich ist. Autofit erweitert das Portfolio, die drei Birner-Werkstattkonzepte ad Auto Dienst, Auto Mobil Meisterwerkstatt und Auto Profi Werkstatt bleiben weiterhin bestehen. "Im Moment wird eifrig an den Gestaltungsrichtlinien undder Ausarbeitung des Leistungsportfolios gearbeitet, um in Kürze mit der Suche nach neuen Konzeptpartnern beginnen zu können", erzählt Gneist.

Aktiv an Markenbetriebe herantreten

Dass sich Markenbetriebe mehr und mehr auch Werkstattkonzepte dazunehmen, hofft Jörg Dölicke, bei point-s Deutschland für Automeister verantwortlicher Systemleiter. Automeister steht aktuell nach wie vor bei 5 Betrieben in Österreich -3 davon sind Markenwerkstätten. "Wir schreiben aktiv Betriebe im Markenbereich an", sagt Dölicke. "Deren Vorteil: Das Konzept macht dem Kunden auf einen Blick klar, dass er auch mit einem markenfremden Auto kommen kann."

Aktuell wird bei Automeister an einer neuen technischen Online-Informationsplattform gefeilt, die eine deutliche Weiterentwicklung der bestehenden Lösung darstellt und neben dem Abruf technischer Information etwa auch die Anfertigung von Kostenvoranschlägen beinhaltet. "Wir starten damit in den nächsten 3 Monaten." (KAT)








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