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Ausgabe
05
2018


Vierhändige Sattlerei

Wirtschaft

Der Ungar hatte 2009 seinen Betrieb von Sopron nachÖsterreich verlegt -genauer gesagt nach Mitterndorf an der Fischa (Niederösterreich). "Ich wollte näher bei meinen Kunden sein.


" Schon vor der Übersiedlung hatte der begeisterte Handwerker nämlich seine Aufträge vorwiegend aus Österreich, der Schweiz und Deutschland bekommen. Heute rekrutiertsich seine Kundschaft vorwiegend aus heimischen Kfz-Werkstätten, deren Kunden das Innenleben ihrer edlen Autos -von den Sitzen über das Armaturenbrett, den Fahrzeughimmel bis zu Türverkleidungen -repariert oder restauriert haben wollen.

Am Beginn waren die Möbel

"Für meine drei Lehrjahre in Vasarosnomény hat meine Mutter noch zahlen müssen", sagt Balogh heute. Er wollte schon in der Schulzeit Tapezierer werden, weil in einer benachbarten Budapester Werkstätte Möbel tapeziert wurden. Doch nach dieser Lehrzeit landete Balogh schon bald bei der Autotapezierung. Dieses Geschäft hatte zur Zeit der alten Autokutschen seine Blütezeit.

"Niemand hat mir damals gezeigt, wie das geht, das musste ich mir alles selbst beibringen." Denn solche Handarbeiten waren im Zeitalter der Autoindustrie auch in Ungarn bereits völlig unüblich. "Heute ist es mit dem Internet natürlich leichter, an solche Informationen zu gelangen", sagt Balogh. Doch das ändere nichts an der Tatsache, dass man auch bestens informiert "für diese Arbeit viel Geduld braucht". Egal, ob es sich dabei um Stoff oder Leder, um Autos oder Motorräder handelt. Sein jüngerer Partner Soltan Czakler ist bereits seit 16 Jahren an seiner Seite. "In Sopron war er noch mein Angestellter -aber so gut, dass ich ihm 49 Prozent an der neuen GZ Autosattlerei GmbH im Jahr 2009 abgetreten habe." Vor Kurzem übersiedelte die Sattlerei aus Baden in eine neu adaptierte Halle in Mitterndorf an der Fischa -wodurch der 44-jährige "Immigrant" nur mehr ein paar Schritte von der Wohnung in seine Werkstätte hat.

"Wo ich meine Firma habe, ist allen Kunden, die eine schöne Arbeit wollen, egal. Wir sind so bekannt, dass die uns überall finden", sagt Balogh. Daher hatten die "Jungunternehmer" vom Start weg keine Auslastungsprobleme. Das ist beim Zeitaufwand der Sattlerei kein Wunder. Eine einzige Innenausstattung benötigt - je nach Umfang und Schwierigkeitsgrad -300 bis 600 Stunden. Ein lukrativer Auftrag aus Dubai für das komplette Innenleben von einem Dutzend neuer Range Rover hätte den Betrieb monatelang blockiert. "Wir wollten unsere Kunden wie Porsche, Denzel oder British Luxury Cars nicht vergrämen", bevorzugt Balogh trotz internationaler Anfragendas bodenständige Geschäft.

Mehr als 1.000 verschiedene Leder-Farbtöne

Derzeit sind Arbeiten wie Sitzreparaturen, ein neues Innendach oder dasÜberziehen von Lenkrädern ein weniger spektakuläres Tagesgeschäft. Daneben werden auch Oldtimer auf Vordermann gebracht. Für diese hat Balogh beim Leder mehr als 1.000 Farbtöne zur Hand, wobei die Materialien stets vom Originalproduzenten stammen.

"Für ein schönes Lenkrad brauche ich etwa 10 Stunden -Handarbeit geht einfach nicht schneller." Und so fragen ihn seine Kunden oft, warum er das um 300 Euro macht. "Das ist wie ein Hobby, bei dem ich Geld verdiene -und auch zufrieden bin." Außerdem kennt er durchaus die engen Schmerzgrenzen seinerKundschaft. Deshalb denkt er auch an keine Ausweitung dieses Geschäftes, bei dem die beiden "Chefs" alles selbst erledigen. "Außerdem gibt es niemanden, der das kann." Es handelt sich dabei offenbar um ein aussterbendes Gewerbe.

Sohn geht anderen Weg

"Jede Arbeit bringt auch neue Probleme, die zu lösen sind", schätzt Balogh die immer wieder neue handwerkliche Herausforderung. Sein Sohn Bence (16) sieht das anders. Der büffelt derzeit an der Handelsakademie -und möchte einmal Bankkaufmann werden. "Dem ist die Arbeit nicht interessant genug, weil sie zu viel Zeit beansprucht", sagt Balogh.Er hat um die Zukunft der GZ Autodesign dennoch keine Bange. Verständlich, denn in seinem Einzugsgebiet mit 3.000 Kfz-Werkstätten gibt es nur ganz wenige Autotapezierer. "Ich brauch" auch künftig nicht mehr Anfragen", denn er will die vielen existenten Kunden nicht zu lang warten lassen.

So ist Baloghüberzeugt, dass auch sein Partner noch viele Jahre an der Sattlerei große Freude haben wird. Vielleicht finden die beiden bis dahin auch junge Leute, denen Handarbeit wieder Spaß macht.








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