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Ausgabe
04
2018


Miyun, Stuttgart, Bremen: Borgward kommt wieder

Handel

Siege im Sport, Benzineinspritzung und Luftfederung: Carl F. W. Borgward, Querdenker, Konzernlenker und zugleich selbst Chefdesigner, hatte bis 1960 mit Technologie-Ambitionen, innovativen Lösungen und richtungsweisendem Design Erfolg.


An diese Tradition schließt die Marke heute an und bringt deutsche Engineering-DNA, hochflexible und intelligente Industrie-4.0-Fertigungskompetenz nach China. 2018 soll das Jahr der Rückkehr der erfolgreichen deutschen Automarke der 60er-Jahre auf den europäischen Markt werden: mit benzin-und strombetriebenen Autos derMittel-und Oberklasse, deutscher Qualitäts-und Sicherheits-DNA für Käufer aus der D-A-CH- Region, die genug haben von "Diesel-Gate" und bekannten Markenherstellern.

Mehrstufiges Vertriebskonzept in Europa "Importeure und Händler aufgepasst: Die mehrstufigen, modularen Vertriebskonzepte vom Online- Vertriebssystem über Flagship-Stores/Brand Studios und Shop-im-Shop für große Mehrmarkenhändler, Auslieferungspartner und Full-Servicepartner richten sich auch an traditionelle Autohäuser", sagt Tom Anliker, weltweitverantwortlicher Vorstand für Marketing, Verkauf und Service: "Je mehr Wertschöpfung im Vertrieb von einem Partner erbracht wird, desto höher ist die Marge", und betont: "Borgward kommt zum Kunden, nicht der Kunde zu Borgward", und nennt als Beispiel Door-to-Door-Services und individuelle Fahrzeugkonfiguration über Internet mit Anstoß der Echtzeit-Fertigung und visuellem Verfolgen des Fahrzeugaufbaus in China und Deutschland. Der Borgward-Kunde kauft kein Auto, sondern ein Gesamtpaket an Mobilitäts-Leistungen über mehrere Kanäle, u. a. über den Sixt-Neuwagen-Vertrieb in Deutschland, das Service erfolgt dann bei A.T.U. Borgward eröffnet noch dieses Jahr das Marken- (Brand Experience-)Center Stuttgart, auch der Startschuss für die CKD-Fertigung in Bremen ist schon fix.

Leistbare Elektroautos von der Traditionsmarke Die 350 Mitarbeiter der Zentrale Beijing haben seit der offiziellen Wiederbelebung der Traditionsmarke auf dem Genfer Automobilsalon im März 2015 in nur zwei Jahren die Versionen BX7 und BX7 TS sowie das Kompakt-SUV BX5 in die Serie überführen und zigtausende chinesische Kunden begeistern können. Schon auf der IAA 2015 hatte Vorstandsvorsitzender Ulrich Walker die Marschrichtung vorgegeben: Die Traditionsmarke soll in Deutschlandund Österreich auch mit leistbaren E-Autos Kunden überzeugen.

Erfolgreicher Vertrieb in China -dann in Europa Nach mehr als 80.000 verkauften Fahrzeugen in China werde als nächstes der Markt(wieder)eintritt in Europa -insbesondere in Deutschland und Österreich -vorbereitet, bestätigt Anliker im Interview. Inzwischen hat Borgward 300 Markenhändler in China mit einheitlicher Corporate Identity etabliert, die Markteinführung im Nahen und Mittleren Osten geschafft undarbeitet nun an der Markteinführung der Marke in Südamerika und in Argentinien.

Produktion in Bremen als Ziel Bei Borgward funktioniert der Schulterschluss des deutschen mit dem chinesischen Kollegen auf allen Ebenen weit besser als bei traditionellen Hersteller-Joint-Ventures in China. An allen Standorten in China und Deutschland wird Rücksicht auf unterschiedliche Kulturen, Sprachen und Zeitzonen genommen. Designkonzepte, Engineering und Vertriebsthemen werden in Telefonkonferenzen mit den deutschen Kollegen am Nachmittag in Beijing besprochen. Die deutsche Niederlassung liefert den chinesischen Kollegen und Kolleginnen neuen Input, wenn die tags darauf in die Firma kommen.

Bis zum Produktionsstart im geplanten CKD-Werk Bremen laufen die Autos für den europäischen Markt in China vom Band. In Bremen baute Borgward bis 1961 Autos der Marken Borgward, Hansa, Lloyd und Goliath. Der zu Foton gehörende neue Hersteller Borgward legt viel Wert auf Qualität und verbaut Komponenten von Zulieferern wie Autoliv, Bosch, Continental, ZF und Webasto.Die Benzinmotoren liefert FEV. Der Borgward BX7 TS Limited Edition soll in Kürze auf dem deutschen Markt erscheinen und noch 2018 auch das kompaktere SUV Borgward BX5 sowie danach das SUV-Coupé BX6.

Erste Ausbauphase in China abgeschlossen 60 km nördlich des Beijinger Flughafens werden im Miyun-Bezirk unter Einsatz von 300 Kuka-Robotern, dirigiert via automatisierter Industrie-4.0-Produktionsplanung unter strikter Einhaltung hoher Qualitäts-und Sicherheits-Standards bis zu acht Modelle auf nur einer Rohbaulinie gefertigt. Dank permanentemDatenaustausch zwischen Entwicklung, Produktion, Marketing und Händlernetz kann der Kunde sein Fahrzeug jederzeit von der Bestellung über Produktionsplanung, Produktion und Auslieferung Die erste Ausbauphase des Borgward-Werks Miyun nordöstlich von Beijing ist abgeschlossen. Nach dem Start der Produktion des Borgward BX7 im Mai 2016 und der Erweiterung des Programms um das Modell Borgward BX5 im April 2017 wurde die Fabrik mit Investitionen von 385 Millionen Euro für die Steigerung der Kapazität auf 180.000 Einheiten jährlich und die Integration des vollelektrischen SUV BXi7 fit gemacht.Im Endausbau kann das Werk Miyun bis zu 360.000 Fahrzeuge im Jahr fertigen.

Zudemüberzeugt Fachleute die Flexibilität der hochmodernen Fertigung: So ist das Unternehmen für zukünftige Anforderungen gut gerüstet - sowohl Limousinen wie SUVs, Rechts-oder Linkslenker, Modelle mit klassischem Verbrennungsmotor und Elektro-oder Plug-in-Hybridfahrzeuge können entstehen. Vor allem durch die geplanten Marktstarts wird die Kapazitätserhöhung in den kommenden Monaten notwendig. Dazu Anliker: "Wir werden mittelfristig immer mehr Märkte mit mehr Modellen bedienen. Vor allem in Europa wollen wir stark präsent sein."

Borgward-Wiederbelebung auch im Motorsport

2018 nahm Borgward wieder die Motorsportaktivitäten mit dem BX7 DKR bei der Rallye Dakar auf. Auch die legendären Borgward Hansa 1500 RS der Zeit nach dem 2. Weltkrieg kamen bei 1000-km- Rennen am Nürburgring oder den 24 Stunden von Le Mans oftmals als Sieger ins Ziel.








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