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Ausgabe
04
2018


Stromschlag und Radarausfall

Diverses

Die technischen und elektronischen Veränderungen beim Automobil sind gewaltig. Schon heute muss sich der Karosseriebetrieb den aktuellen Herausforderungen bei Elektromobilität und komplexen Assistenzsystemen stellen.


Viele erfahrene Unternehmer der Autobranche, egal ob Handel, Mechanik oder Karosserie, stehen den zukünftigen Entwicklungen des Automobils skeptisch bis ungläubig gegenüber. Das ist ihr gutes Recht und niemand kann wirklich genau abschätzen, was im Bereich der Elektromobilität und des autonomen Fahrens wirklich auf uns zukommt. Interessanterweise ist aber gerade bei diesen beiden Entwicklungender Karosseriefachbetrieb schon heute gefordert. Bei den Marken-Autohäusern sagt ohnehin der Importeur, wo"s lang geht und bestimmt über die notwendige Infrastruktur und Ausbildung. Wer also solche Fahrzeuge verkaufen möchte, bekommt die Umsetzung vorgeschrieben.

Als freie, mechanische Werkstätte kommen die Fahrzeuge in der Regel nicht gleich als Neuwagen in den Betrieb. Je nach Positionierung sind die Kundenfahrzeuge vier Jahre oder älter. Da hat man Zeit, sich Informationen zu besorgen. Und wenn man die Stromer grundsätzlich auslässt: auch kein Problem. Im Karosseriefachbetrieb ist die Situation komplett anders. Bleiben wir vorerst beim Fahrzeug mit Hochvolt-Technologie: Täglich kann ein fast neues, elektrifiziertes Auto mit einem Schaden auf den Hof gebracht werden.

Das System ist nicht mehr, wie es sein soll Hier sind nicht die Reifen zu wechseln oder die Bremsen zu ersetzen: Hier ist in der Regel ein mehr oder weniger schwerer Unfall passiert, die Karosserie und möglicherweise auch das elektrische System sind nicht mehr so, wie sie sein sollten.

Falls beim Kontakt mit diesem beschädigten Fahrzeug etwas schief läuft, geht es nicht mehr um einen technischen Fehler, den die Betriebshaftpflicht bezahlt.

Hier kann es tatsächlich um Menschenleben gehen. Natürlich kann man die Annahme verweigern oder das Auto gleich zum Markenbetrieb weiterleiten. Was aber, wenn fixe Verträge mit der Leasingfirma oder der Versicherung bestehen? Was aber, wenn diese Flotte ein großer, wichtiger Kunde ist?

Egal ob 10,30 oder 50 Prozent Marktanteil Beim Ignorieren der Elektrifizierung und deren wachsender Bedeutung wird oft das Hybridmodell vergessen, das aktuell einen deutlich höheren Anteil an der E-Mobilität hält. Dabei ist vollkommen egal, ob die E-Mobilität (Voll oder Hybrid) in zehn Jahren 10,30 oder 50 Prozent Anteil am Gesamtmarkt hat. Als Karosseriebetrieb werden Sie mit Sicherheit diese Fahrzeuge in einer gewissen Regelmäßigkeit in die Werkstätte bekommen.Dabei geht es aktuell um eine Hochvolt-Grundausbildung für alle Mitarbeiter: Mit HV-1 weiß jeder, was er an einem elektrischen Fahrzeug NICHT darf. Und zwei Mitarbeiter sollten mit dem Modul HV-2 ausgebildet sein. Diese wissen dann zumindest, wie man ein Fahrzeug spannungsfrei schalten kann. Das klingt simpel, damit ist aber schon viel getan und Sie sind als Betrieb auf der sicheren Seite. Wie weit man dann ins Detail geht, hängt letztlich wirklich vom realistischen Fahrzeugpark ab.

Die Auswirkungen der Reparatur auf Sensoren Ein weiteres Problem tritt mit dem Trend zu Assistenzsystemen bis hin zum autonomen Fahren auf. Ein Beispiel: Einem Lackierbetrieb wird das Nichtfunktionieren des Toten-Winkel-Assistenten -per Gerichtsgutachten -vorgeworfen, weil er die hintere Stoßstange lackiert hat, welche die Sensoren verbirgt. Nun, der Lackierer kann nachweisen, dass auch die Original-Stoßstange die Funktion des Systems nicht verbessert und es ist in diesem Fall niemand zu Schaden gekommen. Was aber, wenn ein Unfall aufgrund nicht funktionierender Assistenzsysteme auftritt oder zumindest Zweifel auftreten, dass die Assistenzsysteme daran schuld sein könnten? Was, wenn das Fahrzeug zuvor in der freien Karosseriewerkstatt repariert worden ist?

Reparaturvorgaben Wer weiß in einem freien Betrieb, ob und wie oft eine Stoßstange, ein Karosserieteil bei einem bestimmten Modell noch repariert und lackiert werden darf? Darf man noch selbst lackieren und spachteln oder muss man lackierte Teile ab Werk bestellen? Wie stark darf ein Karosserieteil noch gerichtet werden,bevor die kleinste Veränderung in der Fahrzeugarithmetik die Position bzw. die Ausrichtung des Sensors, der Kamera, des Radars so verändert, dass die Assistenzsysteme nicht mehr perfekt funktionieren? Dabei ist es letztlich gar nicht so wichtig, ob diese Veränderungen der Grund dafür sind: Allein die Tatsache, dass man sich dafür rechtfertigen muss, schränkt den Spaß am Geschäft deutlich ein.

Gut vorbereitet in die Zukunft Diese Beispiele sollen nicht prognostizieren, dass Ihr Geschäft in Zukunft nicht mehr funktionieren wird. Vielmehr sollen sie aufzeigen, wie komplex die Technik und Elektronik werden wird, wie wichtig die richtigen Partner, die richtigen Informationsquellen, die richtigen Geräte und vor allem die richtigen Mitarbeiter mit entsprechender Ausbildung sein werden.








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