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Ausgabe
03
2018


Irgendwie is alles leinwand

Diverses

"Super, toll, großartig" übersetzt das Österreichische Wörterbuch "leinwand". Im Zusammenhang steht in ihrer Selbstinterpretation dieser Begriff für viele Marktteilnehmer im Reifenbusiness. Also erwarten wir einen aufregenden soliden Sommerreifenabsatz.


Den Ursprung hat das Wort "Leinwand" in der Welt des Bieres, schreibt die Wiener Chronik. Wenn sich heute jemand mit den Worten "Des is leiwand"über etwas äußert, dann ist das positiv. Positiv ist zum Beispiel, dass Kraftfahrzeuge mit ihren Bereifungen in absehbarer Zeit nicht vom Markt verschwinden werden. Aus Sicht des BRV-Vorsitzenden Dipl.-Kfm. Stephan Helm, selber Herr über gut 40 Reifen-Filialen in Deutschland, ist das Reifengeschäft intakt, auch wenn sich die Mobilitätskriterien schneller wandeln und jede Prognose aus Industrie/ Handel über nachhaltige Ertragschancen für den Reifen (fach)handel kritisch hinterfragt sein muss.

Seinösterreichisches Pendant zum deutschen Bundesverband Reifenhandel und Vulkanisier-Handwerk, VRÖ-Obmann James Tennant, malt ein zuversichtliches Stimmungsbild vom Geschäftsverlauf 2017 seiner Mitglieder im Verband der Reifenspezialisten Österreichs: "Die Umsteckbereitschaft liegt bei 92 Prozent."Über Absatzmenge und Ertrag wurde nichts verlautet - vielmehr ein Appell an die Servicequalität und vernünftige Kalkulation.

12 bis 14 Prozent verschwunden Diese Aussagen kommen vor dem Hintergrund zweier Pleiten der namhaften Groß-und Einzelhändler Ruhdorfer in Graz und Bruckmüller in Linz. Beide mit je rund 6 bis 7 Prozent geschätzten Marktanteil am Gesamtvolumen wurden und werden vom Wettbewerb "geschnupft". Diese Traditionsbetriebe gehen im Markt niemand ab, was einiges über den Zustand im Reifenhandel auszudrückenvermag. Für Tennant und seine Mitglieder lief das Winterreifengeschäft besser als erwartet. Er sieht auf die gesamte Winterreifensaison betrachtet, höhere Umsatzzahlen im Vergleich zur Saison davor. Die Lieferantenszene, also die Industrie, applaudiert dazu höflich, auch wenn die Interpretationje nach Markenstandpunkt differenzierter ausfällt, um das Wort "Marktrückgang " nicht unnötig strapazieren zu wollen. Also nicht so wirklich alles leinwand! Helm ist diesbezüglich kritischer in seinen Ausführungen und stellt die Frage nach der richtigen Ausrichtung seiner Mitglieder im durch das Internet immer härter werdenden Preiswettbewerb. Das sei angesichts der allgemein weiter steigenden Kostenbelastungen und ebenso fortgesetzt negativen Margenentwicklung im Maßnahmenkatalog der kooperierenden Verbände in den wieder angesetzten Industriegesprächen festzuschreiben. Das wird wieder weniger leinwand, denn die Industrie verfolgt wie immer ihre eigenen Absatzmotive. Schwierige Preisdurchsetzung Egal über welchen Vertriebskanal der Reifenhandel abläuft, das facettenreiche Internet macht die Preisdurchsetzung beim Kunden zur Herkulesaufgabe.

Dazu kommt der Vorwurf der Subventionierung durch herstellereigene Vertriebsorganisationen, die sich vermutlich künftig noch stärker ausprägen könnten.

Das wird beim wieder aufgenommenen Dialog mit der Industrie starke Diskussionen mit sich bringen. Zu unterschiedlich sind die Standpunkte und letztlich muss die Industrie auch die Autohaus-Interessen (Erstausrüstungsdimensionen müssen berücksichtigt werden) bedienen und vor den Serviceportalen mit ihren Software-Schnittstellen, Bewertungs-und Preisvergleichsportalen ist eine Stabilitätskonstruktion schwierig umzusetzen.

Wachsamkeit erforderlich Sowohl für Tennant als auch Helm haben in erster Linie diejenigen eine zufriedenstellende Zukunft, die wach jede Veränderung aktiv anpacken. Zahlreiche Familienbetriebe pflegen erfolgreich ihren Einfluss in den Regionen. Helm: "Sich verändernde Rahmenbedingungen sind insbesondere für uns eine Chance, mit Kundennähe und kurzen Entscheidungswegen zu glänzen."

Tennant ergänzt die Argumentation um den Faktor Dienstleistung: "Diese Einnahmequelle gehört ordentlich kalkuliert und zwingend dem Kunden verrechnet. Stimmt der Kundenzugang, gelingt auch dieses Vorhaben." Der Verdrängungswettbewerb wird sich trotzdem fortsetzen und während des Jahres wieder das eine oderandere Opfer finden. Den Kunden ist das egal, sie nutzen die Vielfalt des Angebots. Die vielen Consultants im Markt raten den Verbänden und Gruppierungen, angesichts der Internet-Ausprägungen mit eigenen Portalen Gegendruck auf die zahllosen Portalanbieter auszuüben. Dafür ist jedoch Einigkeitnötig, und die ist nicht immer gegeben. Ein Beispiel ist der geplante Zusammengang der Einkaufsorganisation Top-Reifen-Team (TRT) mit der Point-S-Organisation. Die unterschiedlichen Konstruktionen und Interessenlager, TRT hat eine homogene mitbeteiligte Gesellschaftsstruktur, Point-S hingegen hat viele kleine Familienbetriebe unter Vertrag. Der Zusammenschluss lässt auf sich warten und die Lieferanten haben angesichts sich weiter verschärfenden Preisdrucks auch kein gesteigertes Interesse an einer raschen Umsetzung. Zudem beeinflussen Lieferanteninteressen vielerorts Unternehmerentscheidungen und somit Markenströmungen.

Dazu kommen Anbieter aus ganz Europa, die mit eigenem Verkaufspersonal etablierten Marktteilnehmern das Leben im Markt schwer machen, was zu spürbarer Gereiztheit führt. Alles Ingredienzen, die auch 2018 den Reifenmarkt erschweren.

Dennoch strahlen die Befragten Zuversicht aus. Rückgänge einzugestehen, will/kann sich aus Bonitätsgründen kaum jemand leisten. Die Vertikalisierung im Vertrieb nimmt weiter zu, die Industrie weiß das für sich auszunutzen.

POS wettbewerbsentscheidend Also stützen sich die Marktteilnehmer auf das Argument der Verbände BRV und VRÖ, aus Sicherheitsüberlegungen Sommerreifen im Sommer zu verwenden. Automarken wiederum lassen dem Ganzjahresreifen viel Spielraum, gibt er den Flottenbetreibern doch geldwerte Argumente in die Hand, weiter zu optimieren. Durch das Internet zunehmend "dressiert", realisieren Verbraucher ihren Reifenbedarf mehr und mehr unter Kostengesichtspunkten. Beim Kunden Unterschiede von Sommer-und Winterreifen zwischen Premium-, Medium-und Billigqualitäten herauszuarbeiten, muss im Reifen(fach)handel die Meisterschaft sein. Erstdann ist -für die Sieger -alles leinwand!








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