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Ausgabe
12
2017


urigErüBErdruss

Diverses

das Essen auf den skihütten ist auch nicht mehr das, was es einmal war. das ist aber noch lang nichts gutes.


Früher war vieles schlechter. Heute ist aber auch nicht unbedingt alles besser. Das Essen auf den Skihütten etwa. Meine Generation ist seit den Skikursen in der Volksschule traumatisiert, man erinnere sich nur an die matschigen Spaghetti Bolognese auf Fertigbasis, an die lauwarmen Berner Würstchenmit schlaffem Speck und an die kindskopfgroßen Germknödel, die mit so viel Mohn serviert wurden, dass wir Dreikäsehochs nach deren Konsum garantiert positiv auf einen etwaigen Drogentest angeschlagen hätten.

All das gibt"s zwischen Arlberg und Semmering heute immer noch, doch mittlerweile werden in einigen Hütten auch schon mal Alm-Burger, Spareribs und Pulled-Pork-Sandwiches aus dem BBQ-Smoker aufgetischt. Was in der Stadt funktioniert, sollte doch auch am Berg klappen, möchte man meinen. Prinzipiell ist kulinarische Vielfalt zu begrüßen, etwas Abwechslung verlangt schließlich auch der geschmacklich-anspruchslose Après-Ski-Gast, der sich hauptsächlich von Schneewittchen, Krügerln und Schnaps ernährt und bei der Dauerbeschallung durch Gabalier, Fischer und DJ Ötzi versumpert. Von irgendeiner Unterlage muss das Zeug ja aufgesogen werden ...

Schade ist nur, dass trotz des feinen Gipfelpanoramas aber weder ein trockenes Rindfleisch-Patty noch ein fasrig-zähes Schweinefleisch besser schmeckt. So etwas bleibt auch auf knapp 3.000 Höhenmeter eine sprichwörtliche Schweinerei -vor allem, weil eine solche Leistung in keinem Verhältnis mehr zum Preis steht. Man könnte glauben, es hapert und scheitert heute wie damals vielfach an der handwerklichen Qualität der Skihüttenköche. Und wohl auch an der Einfallslosigkeit der Hüttenbetreiber und Hoteliers, die abends immer noch bevorzugt zu "urigen Bauern-Buffets" laden und Schnitzel, Schweinsbraten, Sauerkraut und Serviettenknödel aufbahren. Dabei wird den meist ausländischen Gästen offensichtlich nur ein Image-Klischee verkauft, das jeglichen realen Bezug zu regionalen Spezialitäten vermissen lässt.

Schließlich isst man diese Gerichte von Oberbayern bis nach Südtirol, wirklich typisch für den Lungau, das Montafon oder das Zillertal sind sie nicht. Dabei würden frisch frittierte Krautoder fein gefüllte Schlutz-oder Fleischkrapfen, authentische Montafoner Käsknöpfle und ein Gailtaler Sasaka dochgenauso gut in die Kommerzialisierung des Alpen-Lifestyles passen. Die Sache wär nur nachhaltiger und hätte wohl eine größere Strahlkraft für das Image Österreichs im Ausland. Oder haben Sie je einen Deutschen, Dänen, Holländer oder Slowaken von dem "sauguten Burger" von der einen Skihütteerzählen hören? Nein? Ich nämlich auch nicht.








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