Link

auto und wirtschaft

Story
Home  »  Story
Ausgabe
12
2017


"Es sind immer noch die Menschen, die das Auto letztendlichübergeben"

Diverses

Porsche Austria ist für die Veränderungen in der Autoindustrie gerüstet: Geschäftsführer Mag. Wilfried Weitgasser bietet auch Lösungen für die Händler anderer Marken.


Als Geschäftsführer von Porsche Austria und Chief Digital Officer weiß Mag. Wilfried Weitgasser, was auf die Branche zukommen wird. Beim A&W-Tag in der Wiener Hofburg hielt er Ende Oktober einen viel beachteten Vortrag. Schon die vergangenen Jahre hätten gezeigt, dass der Zugang zum Kunden direkter werde. Allerdings wird nach Ansicht von Weitgasser das Beispiel von Tesla, das auf Händler verzichtet und die Autos direkt vor die Haustür der Kunden liefert, nicht Schule machen: "Es sind immer noch die Menschen, die das Auto letztendlich übergeben. Auch wenn der Kunde digital in den Autokauf einsteigt, kommt er irgendwann zum Händler und der Verkäufer sollte ihm auf Augenhöhe begegnen."

Allerdings müssten sich die Händler den neuen Chancen stellen - sonst drohe die Gefahr, den Anschluss zu verpassen. Zwar habe seinerzeit auch Apple-Gründer Steve Jobs eine Fehleinschätzung gemacht, indem er gemeint habe, dass ein Laptop seinem Unternehmen nichts bringe, da es zu wenig Software gebe. Und auch Bill Gates (Microsoft) habe noch 1995 gesagt, dass das Internet eine kurzfristige Erscheinung sei und man damit kein Geld verdienen könne. Doch beide hätten aus ihren Irrtümern gelernt und seien zu Weltmarktführern geworden. Daher dürfe es der Autobranche nicht ergehen wie der Musikbranche, wo viele einstige Schallplatten-und CD-Läden durch das Laut Weitgasser ist die Digitalisierung schon längst Realität, aber noch eine lineare Entwicklung. "Doch durch Vernetzung und Supercomputer gelingt es einigen Start-ups, Ideen zu haben, die unsere Branche erschüttern können. Und es gibt so viel freies Kapital, dass diese Ideen auch Realität werden können." Das könne möglicherweise ähnlich sein wie bei Airbnb, so Weitgasser: "Die haben kein Bett gekauft, sondern zeigen nur, wo es freie Plätze gibt. Und Uber hat keine eigenen Fahrzeuge, sondern vermittelt freie." Sicher sei aber eines: "Dass wir vom Autofahren zu den fahrenden Autos kommen." Der zweite Trend sei die Nachhaltigkeit: "Wir werden von den Verbrennern zur E-Mobilität wechseln." Vor allem in großen Städten wie Wien werde es außerdem den Wandel vom Besitz zur Miete geben.

Auch wenn wir glauben, in vertrauten Gewässern unterwegs zu sein, lauern unsichtbare Gefahren, lautet die Botschaft von Weitgasser - unter anderem von Mitbewerbern, die wir heute noch nicht sehen. "Was wir haben, wird noch viele Jahre gut sein, aber wir müssen auch die neuen Geschäftsfelder schaffen."

Daher habe sich die Porsche Holding entschlossen, in neue Geschäftsfelder einzutreten, diese aber - strikt wie durch eine chinesische Mauer -voneinander zu trennen. Kerngeschäft bleibe das Autoverkaufen, das weiterhin bei Porsche Austria konzentriert sei. Momentan sei man dabei, das bestehende Geschäft in eine digitale Zukunft zu transformieren. Daneben gebees eine eigene Firma namens Allmobil, die sich um neue Geschäftsfelder kümmere: "Allmobil ist markenübergreifend und bietet Lösungen für die gesamte Autobranche." Bei Allmobil habe man bisher zwei Marken gegründet: Mobidrome und Moon. Dies geschehe vor dem Hintergrund, dass man Amazon nicht auch noch den Autohandel überlassen wolle. Weitgasser: "Wir haben uns gedacht, wenn wir ohnedies schon die Händler sind: Warum machen nicht wir eine solche Plattform?" Gedacht sei Mobidrome als smarte Plattform für alle, die nichts vom Auto verstehen, aber dennoch im richtigen Auto sitzen wollen.Es gebe Bewertungen von echten Autonutzern für Autonutzer. "Wir machen den nächsten Autowechsel so einfach wie möglich und kümmern uns auch um das Gebrauchtauto. Wir sind partnerorientiert und arbeiten auch mit anderen Plattformen zusammen. Unser Ziel ist es, Mobidrome als markenübergreifende Plattform zu etablieren", so Weitgasser: "Wir haben einen langen Atem."

Bei Allmobil gebe es bereits die Vertriebskooperation für Ladestationen mit der Firma Kreisel, und zwar nicht nur für die VW Audi Seat Skoda Betriebe, sondern für alle anderen Marken auch. Mit der Marke Moon gehe man nun in das Feld der E-Mobilität und der Infrastruktur: "Und auch hier gilt: Das meinen wir ganz ernst. Wir müssen diese Infrastrukturfür E-Fahrzeuge schaffen und werden eine große Produktvielfalt anbieten." Ganz im Vordergrund stehe die All-in-one-Ladestation, für die momentan die Zertifizierungen liefen.


(MUE)





18 / 01
Die (inter)nationale Autowirtschaft bejubelt auch 2017 eine Rekor ...
18 / 01
In einem Statement zu den neuen Datenschutzbestimmungen warnt Ein ...
18 / 01
Die Preise für Benzin und Diesel sind 2017 gegenüber dem Vorjah ...


Aktuelle Ausgaben zum
Blättern

Magazine 126   Magazine 125   
RightArchivOver
RightArchivOver

Archiv  
Suchen

muster-formular
Beispiel aus unserer
Fotogalerie

A&W-Tag 2017: Podium
A&W-Tag 2017: Podium
Leaders Auto&Wirtschaft Auto&Information Info4you Flotte&Wirtschaft 4wd Allradkatalog Familien Autos Auto Build Auto&Wirtschaft Auto&Technik Auto&Carrosserie Auto&Economie About Fleet








To Top
AGB    |     Impressum    |     Verlag    |     KONTAKT
   © 2018 A&W Verlag GmbH. All rights reserved.
Symple