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Ausgabe
12
2017


Das Leben eines (Motor-)Journalisten

Diverses

Lutz Lischka (73) stellt persönliche Erlebnisse seiner journalistischen Anfänge der heutigen Berufsrealität und damit der nächsten Generation gegenüber.


Wenn man nach der Matura Journalist werden will und sich artig in einer Redaktion vorstellt, kann es passieren, dass man vorerst in die harte Schule der Lokalredaktion gesteckt wird. Mir passiert in der "Presse", wo mein Mentor Kurt Jeschko die Sportredaktion leitete. Er war der Ansicht, dass man bei Mord, Brand und Unglück mehr lernt als bei der Sportberichterstattung, weil da ohnehin jeder gerne in der Zeitung stehen will und verwies mich an seine Kollegen im Lokalen. Also erst einmal zu Opernmord, verscharrte Frauenleiche im Park beim Schwarzenberg-Denkmal oder Großbrand im Wohnhaus.

Der Unterschied von damals in den Sechziger-und Siebzigerjahren zu heute war, dass man sowohlüber Opfer und Täter mit vollen Namen berichten konnte. Das bedingte Recherchen etwa in der Zigeunersiedlung im Bruckhaufen bei der Wiener Floridsdorfer Brücke (inzwischen längst verschwunden) oder in der Unterwelt beim Praterstern (weiß nicht, ob sie hier schon verschwunden ist). Als Judomeister und mit dem damit verbundenen Mut -man könnte es auch als Naivität, ein milderes Wort für Dummheit, bezeichnen -, wagte ich mich überall hinein und habe es mit einigem Glück überlebt. Solche Recherchen sind heute kaum vorstellbar, weil man ja nur noch die Anfangsbuchstaben von Täter und Opfer erfährt. Aber ich habe nach einigen Jahren in die Sportredaktion gewechselt und später, weil mir immer über die gleichen Täter (Sieger) und Opfer (Verlierer) zu berichten zu langweilig war, in die Motorredaktion, wobei ich letztlich bei den Fachzeitschriften landete. Ich staunte nicht schlecht, welch spannendes Wissensfeld sich hier bei Motor und computergesteuertem Rundherum auftat. Aus dem VW-Käfer&Co. waren längst Hightech-Gefährte geworden. Der Mensch darf nur noch lenken und bremsen (Gas geben ist ihm ohnehin angeboren), aber es ist absehbar, dass das auch einmal vorbei sein wird.

Die redaktionelle Arbeit ist wiederum an kaufmännische Interessen gebunden, wobei dieses Interesse sowohl bei den Autoproduzenten und -importeuren als auch bei den Medien liegt. Der Autohandel und die Medien sind eng aneinander gebunden, denn ohne Medienverbreitung würden die Autohäuser vermutlich auf dem Großteil ihrer Ware sitzen bleibenund ohne die finanzielle Beteiligung der Autoimporteure an den Medien würde das Medienland mehr einer Wüste mit einigen Kakteen gleichen als einer Landschaft voll mit blühenden Feldern und Hochgebirgen.

Die Fachzeitschriften im Autobereich spielen dabei eine wesentliche Rolle. Sie berichten nicht nur, was sich zwischen Kühlergrill und Hinterrädern im Auto verbirgt, sondern auch über die mühevolle Arbeit dorthin von den wissenschaftlichen Labors über die technische Aufbereitung und den Laufbändern, auf denen das Traumauto letztlich zusammengebaut wird, über die Ausbildung der zahlreichen Experten, die über die richtige Zusammenstellung wachen und, wenn es notwendig ist, selbst Hand anlegen. Hier ist im Gegensatz zu lenken, Gas geben und bremsen keine baldige Übernahme von selbstständigen Robotern im Autobau zu erwarten und hoffentlich auch nicht von Robotern, welche die redaktionelle Arbeit in den Redaktionen übernehmen.








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