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Ausgabe
12
2017


VERKEHRSKINDERGARTEN SCHWEIZ

Diverses

Lob und Tadel. So hat es die Erfahrung gelehrt.


Ausschliesslich Tadel und man wird nicht ernst genommen. Also zuerst Lob: Verlängerte durchgezogene Sicherheitslinien bei Autobahneinfahrten im Kanton Aargau. So begreifen die Autofahrer, dass sie mit wenigstens 80 km/h auf die Autobahn einfahren sollen, bevor sie gleich auf die linke Spur ausschwenken. Und neuerdings die Signalisation am Baregg. Sie signalisiert auf allen drei Spuren Destination Zürich, statt den Verkehr nach Zürich früh nach links zu lenken. Der Kanton Aargau erzieht zum Rechtsfahren! Lob: Überholverbote für Lastwagen wurden fast schweizweit eingerichtet. Das war"s dann aber schon, weil zeitlich begrenzt. Und für Cars und die Fernbusse gelten sie nicht, so bringt das nichts. Es bleibt nur Tadel. So für den Kanton Zürich, wo der 4,5 Kilometer lange Uetlibergtunnel auf 80 km/h limitiert ist. Grund: Nach der Röhre wird Müll aufgesammelt.

Das Astra ist gemeint, immer wieder das Astra. Das die Rahmenbedingungen bestimmt und nun in den Agglomerationen Tempo 80 auf Autobahnen durchsetzen will, frequenzabhängig, wie es heisst. Unser Verkehrsdepartement müsste sich durchringen, die Verkehrsteilnehmer als erwachsene Menschen wahrzunehmen -oder halt die Latten für den Erwerb des Führerausweises höher legen. Verkehrssinn ist freilich keine Anforderung. Im Fokus steht das ökologische und defensive Fahren. Damit entkrampft man den Individualverkehr nicht; das Recht liegt stets bei den Bremsern und kostet Kapazitäten. WeitererTadel: Durchgezogene Sicherheitslinie nach Buchrain Richtung Luzern, Vorwegweiser Gotthard beziehungsweise Basel schon vor dem Rathausen-Tunnel. Radar bei der Einspurstrecke, wo man beschleunigen könnte, um die Einspurenden nicht zum Bremsen zu zwingen. Richtung Rothenburg neuerdings dreispurig: Vorwegweiser nach Rothenburg schon in Luzern, so fahren selbst die Sattelschlepper bereits Kilometer vor der Ausfahrt auf der mittleren Spur. Tadel an den Kanton mit den flächendeckenden Radarfallen; Stauentschlackung ist nicht mehr möglich. Das Chaos hat man abendlich ab halb fünf.

Das CH-Verkehrssystem funktioniert so: Hauptsache Kolonnenverkehr, ja nicht Gasgeben. Tempo 80 ausserorts dank Waldsterben, so kann man sichtbehindernde und träge Lastwagen legal nicht überholen. Das schlimmste Übel, spült aber seit Laserüberwachungen und flexiblen Radaranhängern Millionen in die Kantonskassen und Autofahrer interimistisch in den öffentlichen Verkehr. Es zu unterlassen, würde Millionenverluste für die angepassten Budgets bedeuten. Also muss trotz «Besserung» der Verkehrsteilnehmer die Schraube weiter angezogen werden. Eines Tages wird das Kindergartenprinzip greifen: Keiner gibt mehr Gas, um Situationen zu entschärfen, und den Kantonen werden Millionen im Budget fehlen. Also muss man erfinderisch neue Bussenfallen entwickeln. Für Sattelschlepper viel zu enge Kreisel, nach dem man sich dazu entschieden hatte, weitere Flächen für Logistikunternehmungen freizugeben. Keine Weitsicht, groteske Verkehrsdesaster mitten in der Schweiz, wo noch vor Kurzem Kühe weideten.

Saniert wird immer, meistens auf Vorrat, was dazu führt, dass selbst auf Hauptstrassen in hoher Kadenz Signalregulierungen wegen Einspurigkeit während zehn Monaten installiert werden müssen. Im Jahr darauf folgen die Garantiearbeiten. Vorinformationen unterwegs? Fehlanzeige! Man könnte ja auf die Idee kommen, ein «Nebengleis» zu nutzen. Das bringt die Anwohner auf die Palme und würde dazu führen, mit dem Sanieren schneller vorwärts machen zu müssen. Nein, besser die möglichen Umwegstrecken ebenfalls mit einer Baustelle beglücken.

Koordiniertes Unkoordinieren, ein schweizweit erfolgreiches Konzept, den motorisierten Strassenverkehr zu domestizieren: Hauptsache, man darfüberhaupt noch Auto fahren. Und auf Autobahnen vorTagesbaustellen kaum je Möglichkeiten, den Pannenstreifen zu nutzen, obwohl die teuren Signalisationen der Tiefbauämter dazu vorhanden wären.

Der Leser wird vielleicht beipflichten. Man sollte aber fragen:«Wie haben Sie zur Milchkuhinitiative abgestimmt beziehungsweise haben Sie überhaupt daran teilgenommen?» Dabei ging es nämlich nicht nur um die Finanzierung der Verkehrssysteme, sondern es war eine Abstimmung mit politischer Schwerkraft. Das Resultat bekräftigt die Politiker und in der Folge das Astra, die Tiefbauinspektorate und die Bauunternehmungen in ihremTun, den Autofahrer weiterhin zu piesacken. Es hat beispielsweise die linke Stadtzürcher Regierung geradezu beflügelt, verschiedene 50er-Zonen neu in das 30er-Regime einzubinden: Der Verkehrskindergarten Schweiz ist nicht nur, aber auch, von uns gemacht.








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