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Ausgabe
11
2017


Analoges Lackieren im digitalen Betrieb

Diverses

In der Karosseriebranche ist die Digitalisierung längst Realität, die Elektronik hat in nahezu allen Bereichen Einzug gehalten. Jene Betriebe, die jetzt nicht auf den Zug aufspringen, werden es zukünftig schwer haben.


Mittlerweile haben sich alle Premium-Lackhersteller die Digitalisierung auf die Fahnen geheftet. Der größte Fortschritt ist in der jüngsten Vergangenheit wohl in der Farbtonfindung gelungen, wo fast alle Hersteller ein neues Produkt auf den Markt gebracht haben oder in Kürze bringen werden. Dabei gibt es noch immer unterschiedliche Aussagen zwischen dem Lackierer in der Praxis und der eher theoretischen Umsetzung bei den Lackherstellern. Während die meisten Lackierer das Farbtonmessgerät bislang mehr zur groben Eingrenzung verwenden und dann lieber mit bewährter Methode und gespritzten Farbmustern arbeiten, sehen die Hersteller das Ende der Farbkarten schon als (nahe) Realität. Die Wahrheit liegt wie immer etwas dazwischen, wobei es für einen erfahrenen Lackierer bestimmt nicht einfach ist, dem kleinen Messgerät plötzlich mehr zu vertrauen als seiner Erfahrung. Dabei macht die perfektionierte Technologie des Farbtonmessgerätes nur einen Teil des Erfolges aus. Mindestens ebensowichtig werden zukünftig die Datenbanken sein, die entweder lokal oder weltweit gespeist werden und damit eine perfekte Basis und Vergleichsmöglichkeit bieten. Denn eines ist klar: Bei perfektem Einsatz und Funktion wird die Zeit für die Farbtonfindung (deutlich) reduziert. Auf diese Zeitersparnis und die Qualitätssicherung wird zukünftig kaum ein Betrieb verzichten können. Der nächste, wesentlich teurere Schritt, ist übrigens der Einsatz eines automatischen Farbmischgerätes, das die Farbtonergebnisse auch gleich herstellt in den exakt benötigen Mengen. Der minimale Materialeinsatz,der nur durch elektronische Umsetzung möglich ist, wird ebenfalls eine Entwicklung im Hinblick auf notwendige Kosteneinsparung sein.

Diagnose und Kalibrierung

Doch auch bei allen Tätigkeiten vor und nach dem Lackieren ist die Digitalisierung präsent. Bei den meisten mittleren bis größeren Reparaturen muss nach dem Zusammenbau des Fahrzeuges der Diagnosetester zum Einsatz kommen. Sei es nur, um den Fensterheber, die elektrische Heckklappe oder die Scheinwerfer einzustellenoder -wesentlich heikler -die Sicherheits-und Assistenzsysteme zu kalibrieren: Kameras, Sensoren und Radareinheiten sind ohne umfassende Ausstattung und Erfahrung nicht wieder funktionsfähig zu bekommen. Für den freien Karosseriefachbetrieb heißt es dann: investieren oder vom Markennachbarn abhängig sein. Mittelfristig gibt es freilich nur eine Lösung.

Online-Präsenz und elektronische Abwicklung

Dabei beginnt die Digitalisierung schon deutlich früher, nämlich beim Kundenkontakt. Neukunden können über Netzwerke oder Partnerschaften angesprochen werden, eine ansprechende und moderne Online-Präsenz ist dabei Pflicht. Auch Vergleichsund Angebotsplattformen werden im Zuge steigender Transparenz den Markt beeinflussen. Ebenso lassen Stammkunden sich mit digitaler Terminvergabe oder elektronischen Infos über Reparaturstatus und Fertigstellung beeindrucken. Dazu kommen die elektronische Abwicklung und Rechnungslegung, wie sie bei Versicherungen und Flotten längst Voraussetzung sind.

Die elektronische Schadenskalkulation sollte mittlerweile eine Selbstverständlichkeit sein. Einerseits um mit dem Auftraggeber, meistens mit der Versicherung, auf Augenhöhe kommunizieren zu können, andererseits um bei allen anderen Fällen schon vorab kompetent den Reparaturaufwand feststellen zu können. Bei den immer komplexeren Fahrzeugen werden überraschende Aufwände bei der Instandsetzung sonst zur Regel statt zur Ausnahme.

Online Schulungen

Nicht zuletzt wird diese notwendige Kompetenz zur Instandsetzung der modernen Fahrzeugeüber noch mehr Schulungen passieren. Aus Kosten-und Zeitgründen wird diese Weiterbildung online erfolgen, der Mitarbeiter wird entweder über den Computer an Fern-Seminaren, sogenannten Webinaren, teilnehmen oder er absolviert den Kurs je nach Zeit und Anforderungen einfach selbst über das entsprechende Programm. Schleifen, polieren und vor allem das Lackieren werden noch lange Zeit wunderbare, analoge Tätigkeiten sein, für die es den Menschen braucht, und zwar gut ausgebildete Facharbeiter. Das persönliche Kundengespräch wird hoffentlich noch lange weiter bestehen. Zumindest solange der Fahrer sein Fahrzeug noch selber vorbeibringt und es nicht allein vorfährt.








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