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Ausgabe
10
2017


Die Unendlichkeit des Verbrennungsmotors

Diverses

Die IAA wäre eine Chance gewesen, Transparenz und Ehrlichkeit zu zeigen, der Welt zu sagen, warum man um Himmels willen in die Irre gelaufen ist, sagt Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer. Stattdessen gab es in Frankfurt Siegesmeldungen und Abwrackprämien.




"Das Problem Stickoxid haben wir mit den neuen Motoren gelöst", hat VW-Entwicklungschef Ulrich Eichhorn kurz vor der IAA die Welt wissen lassen. Was seit Langem bei 40-Tonnern Stand der Technik ist, wird jetzt auch für Pkws möglich. Wer hätte das gedacht? Wer hätte gedacht, dass sich Premiumhersteller, deren Autos zu 100.000 Euro und mehr verkauft werden, wegen Platzmangels für SCR-Tanks, ein paar Euro oder vermeintlichen Komforteinbußen für die Kunden dem Risiko aussetzen, den größten Gau der Autoindustrie auszulösen?

Selbst die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel stimmte vor der Wahl in den Lobgesang für den Diesel ein: "Wir brauchen den Diesel wegen seiner Klimafreundlichkeit." Obwohl sie genau weiß, dass CO2-Grenzwerte genauso gut mit Benzin-Hybriden, Erdgasautos oder Elektroautos eingehalten werden können. Wir pflegen unsere Mythen. Wir brauchen den Verbrennungsmotor noch lange, betonen unisono die Chefs von BMW, Daimler und VW. Eine Welt ohne Verbrennungsmotor ist undenkbar.

Volvo hat vor einigen Monaten angekündigt, Schritt für Schritt auszusteigen. Jaguar Land Rover hat kurz vor der IAA mitgeteilt, dass man ab 2020 jedes neue Modell mit Elektromotor anbietet. Klar haben die deutschen Autobauer Elektroautos à la Tesla -dummerweise aber erst ab 2020 oder später. Seit fast 50 Jahren gibt es unsinnigeSteuererleichterungen auf Dieselkraftstoff. Warum? Um bei der nächsten Wahl die Wähler nicht vor den Kopf zu stoßen. Der Gewinn der nächsten Wahl ist das Ziel, nicht die Sicherung der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit des Landes, frei nach dem Motto des englischen Ökonomen John Maynard Keynes"in the long run we are all dead".

Drei Fakten zeigen, dass das Fundament auf Sand steht: Erstens, China. 2018 setzt China eine Elektroautoquote von 8 Prozent fest. China ist nicht irgendwer, sondern mit 25 Millionen Neuwagen jährlich der wichtigste Markt der Welt. Bis zum Jahr 2012 soll die China-Quote auf 12 Prozent steigen. Das wären dann 3,4 Millionen Elektroautos. Das entspricht der Größe des deutschen Automarkts. Und wir können sicher sein, China wird danach das Tempo hoch halten. Noch vor 2030 wird man es schaffen, bei 100 Prozent Elektroautos anzukommen. Zweitens, der Börsenwert von Tesla. Zeitweise wurde Tesla höher bewertet als BMW. Hauptgrund: Tesla hat das Monopol für die Motorisierung von morgen. Das Tesla Model 3 ist der Renner -mehr als 400.000 Aufträge in zwei Wochen.

Drittens, der Verlust von Kundenvertrauen. Die Autobauer laufen in ein Dilemma. Einerseits verliert der Diesel durch teure Abgasreinigung, zum anderen ist seine Reputation angeschlagen. Nach dem Drama mit den Ingenieuren um die Stickoxidwerte kommt jetzt dasökonomische Problem. Ohnehin ist der Diesel nur in Europa sichtbar und da schrumpft er. Anpassungszeiten von 30 Jahren, an die man in der Branche immer geglaubt hat, sind Phantasie. Wir sollten schneller umsatteln. Die Frankfurter IAA war alles andere als ein Symbol und Zeichen dafür. Mit dem Glauben an die Unendlichkeit des Verbrennungsmotors verbrennt man seine Zukunft.








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