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Ausgabe
10
2017


E-Autos, SUVs und dunkle Wolken

Wirtschaft

Wie wird es mit der IAA weitergehen? Sind große Automessen wie diese noch zeitgemäß? Oder war der Besucherrückgang nur vorübergehend? Fragen über Fragen, auf die wir nur teilweise Antworten geben können.


Vor zwei Jahren lautete der Titel unseres IAA-Berichts "Als die Autowelt noch in Ordnung war". Niemand ahnte damals, wie weitreichend die Folgen des unmittelbar danach geplatzten VW-Skandals sein würden. Erst jetzt, 2 Jahre später, sind die Auswirkungen dessen, was VW-Manager und -Techniker damals mit den manipulierten Dieselmotoren in den USA angerichtet haben, einigermaßen abzuschätzen - und waren logischerweise auch Gesprächsthema Nummer 1 unter den Fachbesuchern. Klar ist jedenfalls,dass die IAA viel von ihrer einstigen Strahlkraft eingebüßt hat. Matthias Müller, Chef des VW-Konzerns, sagte dies ganz klar in seiner Rede am Vorabend der IAA: "Die Zeiten, in denen sich unsere Branche auf der IAA selbst gefeiert und im eigenen Glanz gesonnt hat, sind vorbei."

Wie recht er hat! Den Prunk und Gloria früherer Jahre sah man auf der IAA heuer tatsächlich immer weniger. Zwar stahl die Mercedes-Halle auch heuer wieder allen anderen Herstellern die Show und auch BMW ließ sich nicht lumpen. Doch Audi, der Dritte im Bunde der deutschen Premiumhersteller, hatte nicht mehr wie bisher eine eigene Halle aufgebaut, sondern kehrte zu den anderen Konzernmarken in die "Dreier" zurück.

Die lange Liste der Nicht-Teilnehmer

Noch deutlicher merkten jene Besucher, die alle zwei Jahre auf der IAA sind, das Fehlen alter Bekannter. Abarth, Alfa Romeo, Aston Martin, Cadillac, Chevrolet, DS, Fiat, Infiniti, Jeep, Lancia, Mitsubishi, Nissan, Peugeot, Rolls-Royce, Tesla, Volvo: Das ist die Liste jener Hersteller, die heuer nicht auf der IAA vertreten waren. Die einen, weil sie sparen müssen/wollen, die anderen weil sie generell nicht mehr auf so großen Shows vertreten sind, sondern ihr Zielpublikum lieber ganz gezielt bei kleineren Veranstaltungen suchen.

Klar, dass sich das auch in den Besucherzahlen auswirkte: Diese sanken von 932.000 auf 810.000; allerdings muss man anmerken, dass 2015 ein Rekordwert war und z. B. 2013 auch nur etwa 900.000 Menschen ins Messegelände gepilgert waren. Heuer verlagerte sich das Interesse der Besucher auch immer mehr auf die sozialen Netzwerke: Dort explodierte die Zahl der Kontakte regelrecht -von 10 Millionen (2015) auf 45 Millionen. Ein Indiz dafür, dass große Schauen zwar noch immer ein gewisses Stammpublikum anziehen,es aber vielen Interessenten reicht, über die Neuheiten zu lesen und dazu eigene Kommentare abzugeben.

Doch was sind die großen Lehren aus der IAA? Zum einen die Tatsache, dass nun auch die großen deutschen Hersteller wie der VW-Konzern massiv auf Elektroautos setzen: 2030 soll es dann von jedem einzelnen der 300 Konzernmodelle mindestens eine elektrisch betriebene Version geben. Die Offensive trägt die Bezeichnung "Roadmap E". Bis zu 3 Millionen Elektroautos des VW-Konzerns (das ist jedes vierte Fahrzeug) sollen ab 2025 gefertigt werden - Jahr für Jahr.

Mercedes will binnen fünf Jahren "mindestens 10 vollelektrische Fahrzeuge" (so Daimler-Chef Dieter Zetsche) auf dem Markt haben. Das auf der IAA gezeigte Concept EQ A sah jedenfalls schon ziemlich vielversprechend aus -der Marktstart ist für 2019 geplant.

Da durfte BMW, mit dem i3 und dem i8 der Elektro- Pionier unter den deutschen Autobauern, natürlich nicht fehlen: Dem i3 wurde ein Facelift verpasst, auch bekam er mit dem i3s eine sportlichere Variante zur Seite gestellt. Und das viertürige Gran Coupé namens i Vision Dynamics soll 600 Kilometer Reichweite haben und wird sich wohl als attraktiver Gegner von Tesla entpuppen. BMW plant 12rein elektrische Modelle bis 2025,13 weitere mit elektrifiziertem Antrieb (also z. B. als Plug-in-Hybrid).

Neue SUVs in allen Größen und Preislagen

Einzig Opel, vor einem Jahr in Paris noch einer der Stars mit dem Ampera-e, sprang nicht auf den E-Auto-Zug auf: Hier dominierten die SUVs, etwa der mit dem PSA-Konzern gemeinsam entwickelte Grandland X. Und auch sonst sah man neue SUVs auf vielen Ständen: Allein der VW-Konzern schickt mit dem VW T-Roc, dem Skoda Karoq und dem Seat Arona demnächst drei davon zu den Händlern. Kia hat den neuen Stonic, Hyundai den Kona und Porsche den Cayenne. Mit diesen Benzin-und Diesel- SUVs lassen sich in den kommenden Jahren jene Milliarden verdienen, diedie Autobauer für die Entwicklung der E-Fahrzeuge benötigen.

Fazit: Seit dieser IAA sollten jene, die Elektroautos nur für eine vorübergehende Erscheinung halten, umdenken. Und Politiker müssen schleunigst den Weg für mehr Elektrotankstellen frei machen. (MUE)








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