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Ausgabe
10
2017


Geht uns der Strom aus?

Diverses

Wo soll der Strom herkommen, den die immer größer werdende Flotte an E-Autos benötigt? Wo wird er gespeichert? Wir sind diesen Fragen nachgegangen.


An allen Ecken und Enden werden unkoordinierte Vorschriften erdacht, um den Bedarf an "sauberem" Strom zu fördern. So soll der Strom in den nächsten 10 Jahren zum wichtigsten Energieträger beim Heizen werden. Dafür soll die Installation von Ölkesseln verboten werden -nicht einmal mehr als Ersatz alter Kessel. Im Verkehr soll der Einsatz von Verbrennungsmotoren -sowohl Diesel als auch Benzin -durch E-Mobilität ersetzt werden. Aber wo soll all dieser Strom herkommen? Wo soll er für den jeweiligen Bedarf gespeichert werden? Das lässt Skeptiker schon heute böse Engpässe erahnen.

Die Umstellung auf die politisch populäre E-Mobilität soll durch unrealistische CO2-Abgaswerte, gekoppelt mit hohen Bußgeldern der Kfz-Hersteller im Falle von Zielverfehlungen erzwungen werden. Nur mit einem hohen E-Modellanteil -für den sich erst Käufer finden müssen - können diese utopischen CO2-Ziele erreicht werden. Daher werden die E-Autos mit allerhand Kaufanreizen ausgestattet. Beginnend mit Barzuschüssen, günstigeren Abschreibmöglichkeiten bis hin zur NoVA-Befreiung. Und den Strom soll es entlang der Autobahnen auch noch gratis geben. Nach dem Wunsch der Lobbyisten dürfen nur noch Elektrofahrzeuge Neuzulassungenerhalten.

Der gesamte damit verbundene Strombedarf muss nach dem Wunsch der Politiker aus erneuerbaren Energiequellen kommen. Die Praxis zeigt, dass sich diese Quadratur des Kreises mit den verfügbaren technischen Möglichkeiten nicht realisieren lässt. Weltweit wird zwar immer mehr Strom aus Wind und Sonne gewonnen. Die Politiker übersehen jedoch die Krux beim Ökostrom -die mangelnden Speicherkapazitäten.

Die Frage der Speicherung ist ungelöst

Bisher fehlt es an gut integrierbaren Speichern für den fluktuierend anfallenden Ökostrom. Es wird zwar im Haushalt und im Verkehr der Strom-Mehrbedarf gefördert. Es wird überdies die dezentrale Produktion erneuerbarer Energien gefördert -angeblich, um diesen Mehrbedarf zu decken. Die zentrale Herausforderung der Energiewende bleibt jedoch ungelöst -die Speicherung der dezentral und höchst fluktuierend anfallenden überschüssigen Energie.

Trotz der propagandistisch ausgeschlachteten "Energiewende" und der massiven Subventionierung der "erneuerbaren Energien" sind die Treibhausgas- Emissionen zuletzt nicht gesunken, sondern gestiegen. Denn derÖkostrom wird nicht dann und dort produziert, wo er gebraucht wird. Deshalb müssen etwa in Deutschland immer wieder alte Kohlemeiler hochgefahren werden, die den Strom am günstigsten produzieren können.

302 Milliarden Kilowattstunden

Auch inÖsterreich nahm der energetische Endverbrauch 2015 bei allen Energieträgern um 3 Prozent zu. Laut Statistik Austria betrug die gesamte Energiemenge 1.087 Petajoule (PJ) - das sind 302 Milliarden Kilowattstunden. Der Verbrauch der Haushalte stieg um 7,5 Prozent auf 255 PJ, der Energiehunger der Industrie kletterte um 1,5 Prozent auf 314 PJ. Der Transportsektor(inkl. Bahn, Schiff und Flugverkehr) kam mit einem Plus von 3,1 Prozent auf 378 PJ.

Eine Umfrage derÖsterreichischen Energieagentur (ÖEA) im März 2017 bei 308 Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft ergab, dass 60 Prozent der Befragten davon ausgehen, dass in 10 Jahren mehr elektrisch betriebene Fahrzeuge zugelassen werden als fossil betriebene Pkws. 72 Prozent gehen beidieser E-Mobilität von Batterieantrieben aus, die restlichen 28 Prozent setzen auf Brennstoffzellen (Wasserstoff).

Was passiert an kalten Wintertagen?

Österreichs Stromproduzenten sind dank des Wasserkraft-Anteils von mehr als 60 Prozent bei den erneuerbaren Energien recht gut dran. So verwies Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber darauf, dass in seinem Unternehmen bereits 96 Prozent des Stroms aus klimafreundlicher Wasser-und Windkraft stammen. Wasaber nichts daran änderte, dass im vergangenen Jahr an einigen kalten Tagen bei der Stromproduktion ein Gasanteil von 40 Prozent nötig war, um die Versorgung aufrecht zu erhalten. Und für den Verbund der Verkauf oder das Einmotten des modernen, aber unrentablen Gas-Kombikraftwerks Mellach bei Graz nicht mehr in frage kommt.

Auf politischer Ebene hat die EU-Kommission kürzlich blauäugig beschlossen, 40 Prozent weniger CO2 bis 2030 auszustoßen. Der Anteil der erneuerbaren Energie am Gesamtverbrauch soll auf mindestens 27 Prozent erhöht werden. Wie sich die Umstellung des Verkehrs von fossiler Energie auf E-Mobilität auf das Stromnetz auswirken wird, scheint den von der ÖEA befragten Opinion Leaders und den Brüsseler Politikern wenig Kopfzerbrechen zu bereiten.

Es ist davon auszugehen, dass beim Transportsektor mit dem oben angeführten Jahresvolumen von 378 PJ der Löwenanteil auf den Energieträger "Erdölprodukte" entfällt. Diese decken mit 413 PJ rund 40 Prozent des oben angeführten Gesamtenergieverbrauchs von 1.087 PJ. Dem steht derzeit ein Stromverbrauch von 219 PJ gegenüber. Der Strom deckt somit derzeit rund 20 Prozent des Energie-Gesamtbedarfs.

Wie zuvor angeführt, hatten die Haushalte einen Energiebedarf von 255 PJ. Ein normaler Haushalt hat einen Verbrauch von 5.000 bis 10.000 kWh. Ein Elektroauto hat 60 bis 80 kWh große Batterien und einen Jahresverbrauch von 60.000 kWh. Ein Elektroauto hat somit den Strombedarf von zumindest sechs Haushalten. ObigeExperten gehen in ihrem Szenario 2025 davon aus, dass rund 60 Prozent der Fahrzeugneuanmeldungen E-Fahrzeuge sein werden. Das sind jährlich rund 165.000 neue Elektroautos - das entspricht dem zusätzlichen Strombedarf von einer Million Haushalte, und das pro Jahr!

Wenn die Hälfte der genannten 413 PJ Erdölprodukte -somit rund 200 PJ -durch Strom ersetzt werden sollen, klettert der Strombedarf im Jahr auf rund 420 PJ -das bedeutet mehr als eine Verdoppelung des Stromangebots des Jahres 2015. Eine klare Trennung von Haushalt und Verkehr wird es dann nicht mehr geben -denn viele der neuen Autos werden ja dann mit Haushaltsstrom geladen. Außer die Autos werden mit Stromzählern ausgestattet -weil die Autoproduzenten die Fahrzeuge gleich im Paket mit dem dafür notwendigen Strombedarf verkaufen. Denn die Autohersteller können den Strom als Großabnehmer von den Produzenten billiger bekommen als normale Haushalte. Jeder kann sich schon jetzt vorstellen, was dafür an Ladeinfrastruktur erforderlich sein wird.

Einnahmen aus Mineralölsteuer werden fehlen

Eines ist sicher: Die Verdoppelung des bisherigen Strombedarfs mitÖkostrom ist nur ein politischer Wunschtraum. Vor allem, da auch in zehn Jahren für diesen zusätzlich produzierten Ökostrom die erforderlichen Speicherkapazitäten fehlen. Anderseits werden dem Staatsbudget Milliarden an Mineralölsteuer fehlen -ganz zu schweigen von fehlenden Kfz-Steuern und NoVA-Abgaben. Deshalb wird man den Autostrom dann so hoch besteuern wie bisher die Mineralölprodukte. Mit der Begründung, dass damit die für den Öko-Strom erforderlichen Speicher finanziert werden müssen.

Zur Bedarfsdeckung werden zwischenzeitig die bisherigen Mineralölimporte einfach durch Stromimporte ersetzt. Aus jenen benachbarten Atommeilern, die den Gegnern fossiler Kfz-Antriebe bisher immer ein Dorn im Auge waren.

Der Strom kommt aus der Steckdose

AnÖsterreichs Energiehunger im Ausmaß von 1.087 Petajoule haben 2015 alle Energieträger mitverdient. An der Spitze lagen die Erdölprodukte mit 413 PJ (+2,6 Prozent), gefolgt vom elektrischen Strom mit 219 PJ (+1,4 Prozent) sowie Erdgas mit einem Plus von 3,2 Prozent bei 182 PJ. Die Kohle spielte mit 18 PJ bei uns kaum eine Rolle, sogar die brennbaren Abfälle rückten mit +7 Prozent mit 11 PJ langsam an diesen "klassischen" Energieträger heran. Ebenfalls einen hohen Zuwachs von 5 Prozent konnte die Fernwärme mit 77 PJ verbuchen. Die Hoffnung der Politiker richtet sich allerdings auf "erneuerbare Energieträger", die 2015 mit 168 PJ auf ein Plus von 4,7 Prozent kamen. Die Stromproduktion aus Wasserkraft war 2015 dabei wie bereits in den Vorjahren rückläufig (-9,6 Prozent bei 133 PJ), dafür konnten Windkraft und Photovoltaik bei der Stromerzeugung mit 21 PJ ein Plus von 24,7 Prozentverzeichnen.








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