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Ausgabe
09
2017


Dysphemisch und pejorativ

Menschen

Im August, mitten in der von der Automobilindustrie großteils selbst losgetretenen Antidieselbewegung, verabschiedete sich der heimische Autohandel von Helmut Destalles (80). In seiner liebenswürdigen Art vertrat der Linzer bis zuletzt das Brancheninteresse, was er selten bedankt bekam.




Still standen die Weggefährten an seinem Grab und schweigend nehmen sie auch die wachsenden Belastungen von Industrie und Politik hin.

Dabei laufen angesichts der unheilvollen Preisentwicklung von Dieselfahrzeugen - sowohl NEU als auch GEBRAUCHT und insbesondere im LEA-SINGBEREICH -viele Autohausbetreiber in eine existenzbedrohende Gefahr, warnt Einzelhandelssprecher Josef Schirak (80). Leider wahr, aber kaum einer nimmt seine zahlreichen Stellungnahmen und Warnungen zur derzeitigen Eskalationsgeschwindigkeit ernst. Viele sind ermüdet davon, weil in der Sache ohnehin nichts weitergeht. Hersteller und Importeure vertreten ihre eigenen Standpunkte, weshalb auch kaum ein Markenhändlerbetrieb -abgesehen von nebulosen und inhaltslosen Floskeln - derzeit klare Aussagen dazu erfährt.

Der Digitalisierung wird das Wort gesprochen, und das ist dem lokal tätigen Autohandel bis dato weitgehend entzogen. Den Herstellern nützt dieses Zauberwort bei der Bereinigung ihrer Händlernetze. Mittels digitaler Kommunikation beziehen sie den Kunden immer direkter in den Serviceprozess ein. Und der Autonutzer macht, was ihm das System vorschreibt. Autobesitz wird immer unbedeutender und damit schwindet auch der Einfluss regional verankerter Markenbetriebe auf ihre Kunden.

Das wird speziell für alle traditionsverhafteten Unternehmen gelten, die sich beharrlich der Digitalisierung verschließen. In der wuchernden politischen Gemengelage entwickelt sich das Auto in der Öffentlichkeit zum größten Übel und wir Wegbereiter der Mobilität sind zu Umweltsündern gestempelt. Hersteller undImporteure blasen mittels Eigenzulassungen indes weiter ihre Statistikzahlen auf, obwohl das Misstrauen der Autokäufer gegen den Dieselantrieb immer kritischer wird und die Nachfrage nach Benzinern und Alternativantrieben die reale Kompensationskraft fehlt.

Das stört aber niemanden in der Autoverkaufswelt und wie aus Fahrzeugdaten neue Geschäftsmodelle werden, interessiert nur sekundär. Wo politisch unverblümt ein Verkaufsverbot für konventionell betriebene Pkws gefordert wird, greifen die Argumente von Funktionären alten Schlages mit ihren kammerorientierten Reflexen einfach zu kurz. Strikt eingeschränkte Konsumentensouveränität verschiebt in der Regel die Marktergebnisse zuungunsten der regional aufgestellten Wirtschaft. Eine Vielzahl verschiedener Nutzungsprofile wird verunmöglicht. Aber das Geschäft läuft ja eh, gibt sich der Fahrzeughandel der Veränderung widerstandslos hin. Also verebben die Warnrufe im Meer der Bedeutungslosigkeit.

Da unsere von Funktionären in Wort und Schrift betonte und von Taten leider weniger beherrschte Autowelt auf Kritik insgesamt gerne sensibel reagiert, wende ich zu meiner persönlichen Erläuterung einen kompliziert klingenden sprachwissenschaftlichen Begriff an: Meine Dysphemismen betreffen Dinge, Ereignisse und Zustände. Im Gegensatz zu eindeutigen Schimpfwörtern haben meine allenfalls pejorativ verwendeten Ausdrücke respektvollen und scherzhaften Charakter!

Mit dieser Nuancierung unterstütze ich (65) weiterhin das Wirken vom Schlage Schirak, Edelsbrunner, Kerle&Co. und wünsche unserer Kfz-Branche einen gelungenen Start in die zweite Jahreshälfte.

Da in absehbarer Zeit keine Roboter die menschliche Fachkraft im Autohaus ersetzen können und schon gar nicht den Funktionär, appelliere ich an die junge Generation, Bewährtes fortzusetzen und auszubauen. Wir von AUTO&Wirtschaft tragen im Sinne von Lederers Medienwelt dazu bei!








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