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Ausgabe
09
2017


Es wird Zeit ...

Wirtschaft

... für eine Neuorganisation - auch bei den Händlern: Denn die automotive Zukunft hat längst begonnen. Laut einer Studie von Arthur D. Little werden die Händler aber auch in Zukunft noch gebraucht.


Immer mehr Studien sagen ein großes Sterben der Autohäuser, wie wir sie heute kennen, voraus. Denn alternative Konzepte wie Carsharing, neue Verkaufsformate und der Vertrieb über das Internet sowie Direktverkäufe der Hersteller an große Flotten dürften die Anzahl der klassischen Autohäuser in den kommenden Jahren verringern. Die Händler werden sich entscheiden müssen, mit welchen zusätzlichen Kompetenzen und neuen Vertriebsmodellen sie dem Wettbewerb standhalten.

Die Strategie-Experten von Arthur D. Little (ADL) haben im Rahmen ihrer Studie "The Future of Automotive Mobility" die Trends der Branche und das zukünftige Absatzpotenzial untersucht: Dazu wurden Kunden, Fachleute internationaler Original Equipment Manufacturer (OEM) sowie Zulieferer befragt.

Autonome Autos kaum gefragt?

Noch sind, laut Studie, viele Autokäufer den neuen Mobilitätstrends gegenüber skeptisch. In Deutschland wollen nur 22 Prozent der Befragten autonome Fahrzeuge und nur 37 Prozent erwägen, Carsharing zu nutzen. Jedoch ist laut Experten die Umsetzung lediglich eine Frage der Zeit.

121 Millionen Neuwagen pro Jahr

Die Zukunft werde sich laut Studie nicht an den Vorlieben von Kunden entscheiden. Auch die technologische Entwicklung ist nicht der Hauptfaktor für den Fortbestand des Automobils, sondern zuallererst die staatliche Regulierung, die über Form und Umfang der zukünftigen Mobilität entscheidet. Jedoch soll, wie es in einem modernen Szenario der Experten skizziert wurde, der globale Fahrzeugabsatz bis 2030 auf 121 Millionen Fahrzeuge im Jahrsteigen. Das sind plus 39 Prozent im Vergleich zu heute.

Die Voraussetzung ist jedoch, dass die Autos in Zukunft nicht aus den Städten wegreguliert werden. Die Autoren sind überzeugt, dass saubere, autonome und Sharing-Fahrzeuge wichtige Faktoren wären, damit die Autos auch in Zukunft Teil urbaner Mobilität sind. Die behandelten Szenarien basieren auch auf der Annahme, dass die Regulierung den Menschen erlaubt, öffentliche Verkehrsmittel zum Teil durch so genannte Robotaxis zu ersetzen. Doch diese Alternative zu den Öffis und zum Privat-Pkw könnte für die Hersteller und Händler zum Risiko werden.

Denn damit könnten sie den direkten Zugang zu den Autofahrern verlieren. Millionen von Einzelkunden würden durch wenige Flottenbetreiber ersetzt werden. Diese könnten sogar die beherrschende Rolle der OEMs im Automobil-Ökosystem übernehmen, da sie den direkten Kundenzugang ebenso haben wie eine erheblicheVolumenmacht. Laut der Studie wäre es sinnvoll, wenn man selbst zum Mobilitätsanbieter wird -einige Händler und Hersteller experimentieren bereits mit innovativen Angeboten. Dazu gehört auch die neue Rail&Drive-Kooperation mit denÖBB: Hier können Kunden die Autos einfach via App anmieten.

Immer mehr neue Mitspieler

Die Experten sind sich sicher, dass die Situation für die OEMs und Zulieferer jedenfalls nicht einfacher wird. Besonders die Umstellung auf den elektrischen Antrieb und die Bedeutung von Software werden treibende Kräfte sein. Auf der automobilen Zulieferpyramide, die zurzeit aus den Ebenen Hersteller, Zulieferer und Verkäufer besteht, würden acht weitere Rollen entstehen, die man erkennen und für sich nutzen sollte. Denn das neue Mobilitätssystem erfordert eine deutliche Veränderung des Produktportfolios.

Um die neuen Herausforderungen zu meistern, geben die Autoren am Ende eine Anleitung, wie man die Ansätze und Herausforderungen auch in Zukunft gut überwinden können wird.

Der digitale Sprung -auch für die Händler

Für viele Händler ist das digitale Zeitalter noch immer wie ein Sprung ins kalte Wasser. Sie wickeln ihre Geschäfte gerne persönlich am Schreibtisch im Autohaus ab. Viele potenzielle Neuwagenkäufer sind aber Mitte Dreißig, gehören den Digital Natives an und sind mit dem Internet aufgewachsen.Studien zeigen, dass jeder Zweite in Zukunft sein Fahrzeug online kaufen könnte. Nur Autohändler, die sich online präsentieren, ihre Kunden zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Berührungspunkt ansprechen, werden richtig punkten. Dazu gehören neue Verkaufskanäle und -strategien, abgestimmt aufdie Kundenzielgruppe. Denn wer auf der Suche nach einem neuen Auto ist, sucht umfassende Informationen. Dabei spielen Vertrauen, Emotion und Sicherheit eine große Rolle. Der Käufer will schon vorher das Gefühl haben, dass er den richtigen Ansprechpartner für alle Belange rund um das Automobil gefunden hat. Und dabei wird sich ein Käufer auch online um Feedback zufriedener und unzufriedener Kunden umsehen.


Katja Müller-Happe





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