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Ausgabe
09
2017


"Ökoprämie": Was bringt sie dem Handel?

Diverses

Kann die neue "Ökoprämie" ohne staatliche Beteiligung tatsächlich für Umsatzzuwächse sorgen oder handelt es sich nur um eine neue, geschickt lancierte Verkaufsaktion, die von der grassierenden "Rabattitis" im Autohandel ablenkt? Vertreter des Autohandels sind geteilter Meinung.


Aktionen bringen etwas

"Alle Hersteller arbeiten generell mit Rabatten, wobei der Kreativität dabei keine Grenzen gesetzt sind", meint Komm.-Rat Mag. Hubert Aichlseder, Autohof/Klagenfurt und Kärntner Landesgremialobmann des Fahrzeughandels. "Generell wäre es wichtig, dort anzusetzen, wo es am meisten bringt, nämlich die alten Fahrzeuge mit einer Ökoprämie von der Straße zu holen."Ausgelobte Aktionen brächten natürlich etwas: "Egal bei welchen Herstellern Aktionen ankündigt werden, wird gleichzeitig immer darauf hingewiesen, dass diese Aktion nur bei den teilnehmenden Händlern gilt, die in der Regel auch ihren Beitrag leisten müssen." Das müsse man Kunden erklären, die im Rahmen einer Aktion zusätzliche Rabatte einforderten. "Die meisten verstehen das auch."

Normale Spanne

"Ich habe erwartet, dass dieÖkoprämie, die der Volkswagenkonzern Kunden in Deutschland als Kaufanreiz anbietet, in einer ähnlichen Form auch in Österreich kommen wird", erklärt Ing. Gottfried Koch, Autohaus Koch/Feldkirch und Vorarlberger Landesinnungsmeister der Fahrzeugtechnik. Wie die Aktion vom Kunden angenommen werde, lasse sich noch nicht beurteilen. "Voraussetzung dafür ist, dass das Altfahrzeug verschrottet werden muss. Manche Kunden haben aber, wie ich ersten Gesprächen entnehme, ein Problem, wenn ihnen bewusst wird, dass der von ihnen gehegte und gepflegte und funktionstüchtige Pkw in die Presse geht."Als Händler könne er das Fahrzeug derzeit normal kalkulieren, der Kunde erhalte die Prämie für das Altfahrzeug.

Zusätzliche Absatzchance

"Im Vergleich zu 2009, wo im Rahmen der Verschrottungsprämie auch der Staat an der Aktion beteiligt war, zahlt diesmal nur der Hersteller, dennoch erwarte ich, dass sich die NO -Emissionen durch die nun ausgelobten Prämien auf Österreichs Straßen reduzieren werden", erklärt Mag. Dieter Unterberger, Geschäftsführung Unterberger Automobile/Kufsteinund Tiroler Landesgremialobmann des Fahrzeughandels. Mit den angebotenen Prämien wolle man bewusst alte Fahrzeuge austauschen, wobei der österreichische Handel Letztere im Normalfall nicht mehr in Österreich verwerten könne, sondern diese Fahrzeuge ins Ausland gingen. Unterberger rechnet mit einem zusätzlichen Absatz, wobei es sich dabei "sicher um günstigere Fahrzeuge handelt".

Übergeordnete Aktion

"Ich gehe davon aus, dass keinem Hersteller etwas anderesüber bleibt, als sich an dieser Aktion zu beteiligen", sagt Josef Nußbaumer, Geschäftsführer Schmidt Automobile/Salzburg und Salzburger Landesgremialobmann des Fahrzeughandels. In welcher Größenordnung diese stattfinde, werde sich weisen. "Ich sehe die Aktion einerseits kritisch, weil damit das Thema am Kochen gehalten wird. Andererseits ist jede Verkaufsaktion für den Markt gut, wobei es dabei nicht um eine Ökoprämie, sondern um eine übergeordnete Verkaufsaktion handelt." Grundsätzlich würde Nußbaumer eine Verschrottungsprämie nach dem Muster von 2009 bevorzugen: "Damit ist gegeben, dass alte Autos wirklich von der Straße kommen, was auch für das Image gut wäre."

Staat tutüberhaupt nichts

"Der Staat tutüberhaupt nichts, sondern tut so, als wäre der Vulkan ausgebrochen. Er unternimmt auch nichts, dass Fahrzeuge der Euroklassen 0 bis 3 vom Markt kommen", meint Mag. Franz Schönthaler, Geschäftsführer Autohaus Schönthaler/Pernitz und Sprecher des FCA-Händlerverbandes. Nun würden die Herstellerüppige Vertriebsprogramme in Ökoprämien umbenennen. "Natürlich müssen wir reagieren, weil wir nicht im luftleeren Raum leben." Die Händler hätten sich mit einem Teil ihrer Marge beteiligt, wobei eine Ökoprämie beim Umstieg von Euro 4 und älter auf Euro-6-Fahrzeuge ausgelobt werde. Schönthaler erwartet aufgrund der "grassierenden Aktionitis" maximal "ein paar Vorziehkäufe".

Nichts als Schönfärberei

"Die Selbstherrlichkeit einiger Konzernbosse, die zum Himmel schreit, hat dazu geführt, dass deren Fehler nun auf dem Rücken der Kunden und Händler ausgetragen werden, was ich persönlich frevelhaft finde", sagt Josef Frischmuth, Geschäftsführer Autohaus Danner/Grieskirchen. Eine Ökoprämie könne "nur dann funktionieren, wenn sich auch der Staat beteiligt -unabhängig vonder ganzen Dieselgeschichte". Wenn man alte Stinker von der Straße holen wolle, "geht der gelernte Österreicher nur dann mit, wenn er vom Staat etwas zurückerhält, davon bin ich überzeugt". Dies sei "das einzige, was greift, alles andere ist Makulatur und Schönfärberei. Die Kunden merken dasund vermuten auch, dass die Autos verwertet und nicht verschrottet werden."

Marketing-Verzerrung

"Als Peugeot-Händler bin ich mir nicht bewusst, dass die Marke Peugeot in irgendeiner Form Software-Updates oder Sonstiges machen müsste, weil das weder extern noch intern und auch nicht von Behörden oder Prüfern gefordert wurde", unterstreicht Bernhard Kalcher, Geschäftsführer Autohaus Kalcher/Fehring. "PSA dürfte also bis jetzt -was die Marke Peugeot betrifft - sauber gearbeitet haben." Gleichzeitig komme es zu einer "Marketing-Verzerrung der Tatsachen": Man habe das Gefühl, dass jene Marken, die bereits zu Software-Updates verpflichtet wurden, nun davon auch profitieren könnten. Eine Ökoprämiemache nur dann Sinn und sei nachhaltig, wenn alte Fahrzeuge, die neue ersetzten, tatsächlich verschrottet würden.

Gut fürs Geschäft

"Ich stehe dieser Aktion grundsätzlich positiv gegenüber", meint Komm.-Rat Gerhard Schranz, Geschäftsführer Mercedes Schranz/Oberwart und Landesgremialobmann des burgenländischen Fahrzeughandels. "Ich bin überzeugt, dass damit einerseits das Geschäft ganz sicher deutlich angekurbelt wird und anderseits -und da bin ich mirsicher -auch eine nicht unerhebliche Zahl von Altfahrzeugen vom Markt wieder verschwinden wird." Wobei Schranz auf positive Erfahrungen im Jahr 2009 zurückblicken kann: "Ich kann mich noch gut erinnern, wie diese Aktion, die ja damals auch mit staatlicher Beteiligung sehr erfolgreich durchgeführtwurde, das Geschäft auch in unserem Autohaus deutlich belebt hat, was ich mir jetzt jedenfalls erwarte."

Ökoprämie wie 2009

"EineÖkoprämie, wie ich sie seit geraumer Zeit fordere, basiert auf etwas ganz anderem", betont Komm.-Rat Prof. Burkhard Ernst, Vorstand Rainer Kraftfahrzeughandels AG/Wien und Landesgremialobmann des Wiener Fahrzeughandels. "Ich möchte Autos nach dem Vorbild der Aktion von 2009 mit staatlicher Beteiligung aus dem Markt nehmen. Dabei handelt es sich um rund 650.000 Fahrzeuge der Euroklassen 0,1 und 2. Diese Fahrzeuge müssten dann natürlich nachweislich verschrottet werden." Dies sei im Gegensatz zur jetzigen Aktion ein ganz wichtiger Punkt. Denn es sei nicht klar, ob alle diese Fahrzeuge zurückgenommen und verschrottet oder wiederverkauft würden. "Da frage ich mich, wo hier der Vorteil ist, und das verstehe ich nicht."








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