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Ausgabe
06
2017


MEHR GEHT IMMER

Diverses

Ein Toyota Hilux ist immer brav. Dieser hier ist die Ausnahme.


Schreie im Hintergrund (Dank an alle, die schon aus der Ferne richtig erkannt haben, dass sich das so nicht ausgehen kann.), ein mir entgegeneilender Garagenwart (der die Meinung der Zaungäste längst übernommen hat) und mittendrin ein neuer Toyota Pickup, der so nun wirklich nicht durch den 2,05 Meter hohen Einfahrtsbogen passen sollte. Das liegt nicht an den am Überrollbügel angebrachten Zusatzscheinwerfern, es liegt bereits am Überrollbügel selbst und ob sich die Dachhöhe schlussendlich ausgegangen wäre, ist auch ungewiss.

Fakt ist, dass dieser Pickup in einer vom Parkpickerl geprägten Stadt nur dann Freude bereitet, wenn er auch ein solches hat. Zusätzlich sind auch sechs Meter lange Parkplätze von Vorteil. Die braucht dieser Hilux einerseits aufgrund seiner aus Stahlrohren mit 76 Millimeter Durchmesser bestehenden Rammbockattrappe an der Front und andererseits, weil esfür andere Verkehrsteilnehmer einschüchternd wirkt, wenn das Heck des Toyota über ihrer Motorhaube verweilt. Wenigstens vor einer Anhängerkupplung muss sich niemand fürchten, vielleicht auch, weil es für diese Höhe gar keine Anhänger gibt.

Ohne Parkpickerl und ohne Parkplatz bleibt eigentlich nur die Flucht aufs Land, auch wenn sie für einen Montagnachmittag so eigentlich nicht geplant war. Dienstag ist ja auch wieder ein Bürotag. Die innerstädtische Fortbewegung im ersten Stock sichert den weitläufigen Überblick, all die Dinge, die sich in der Nähe des Fahrzeuges befinden, sind umso leichter zu übersehen. Fußgänger, Radfahrer, Kinder -hätte Toyota einen solchen Hilux gewollt, man hätte ihn als Frontlenker gebaut, so wie Autobusse auch. Auf Samtpfoten im 305er-Format geht es somit durch die Gassen des dritten Wiener Gemeindebezirks und so wird auch niemand übersehen, zumindest ist uns nichts bekannt. Die Aufmerksamkeit echter 4x4-Fans ist dabei stets garantiert. Sie staunen, einige winken und die Neider sind dadurch zu erkennen, dass sie einem den Vogel zeigen. Auch gut.

Die Sorge, dass die grobstolligen Ballonreifen spätestens auf der Tangente zur akustischen Terrorquelle mutieren und jeder Spurrille nachlaufen, die sie finden, erweist sich als unbegründet. Natürlich ist es lauter als in einem normalen Hilux und natürlich gilt es, das Lenkrad ein wenig fester zu halten, die Unterschiede zum Serienauto haltensich dennoch in überschaubaren Grenzen. Tribut fordert der Umbau nur beim Beschleunigen. Toyota rückt dieser Problematik mit einem Powerchip entgegen, der genau jene 30 zusätzlichen Pferde aktiviert, die Reifen, Höhe und anderes Zubehör verschlingen, wodurch ziemlich exakt die Fahrleistungen des Serienautos zur Verfügung stehen. An den rund drei Liter Mehrverbrauch, die der Umbau stets mit sich bringt, ändert dies jedoch nichts. Den Gießhübel rauf mit 80 und auf der anderen Seite mit 180 wieder runter, da bedarf es nicht nur wegen der stets lauernden Exekutive viel Mut. Möglich aberist es. Auf der Landstraße angekommen, erlaubt die hohe Sitzposition Blicke bis weit ins Land hinein. Ans Rasen denkt längst niemand mehr. Der Weg ins echte Gelände führt diesmal über mehrere Kilometer Schotterstraßen und hier machen sich der hohe Schwerpunkt und die großen Räder dadurch bemerkbar, dass das Cutten von Kurven die ganze Fuhre in Bewegung setzt.

Eine aufmerksame und zugleich feste Hand am Lenkrad bekommt solche Situationen gut in den Griff. Hilfreich ist es, wenn man damit schon im Vorfeld rechnet. Von 2WD auf 4WD und auch gleich die Untersetzung aktiviert, setzt sich Bigfoot schwungvoll in Bewegung. Derängstliche Blick des Fahrers ist dabei stets nach oben gerichtet, um tief hängende Äste und dergleichen rechtzeitig zu erkennen. Bei all dem Bügelwerk wäre ein außenliegender Überrollkäfig vermutlich auch schon egal gewesen. Keinerlei Aufmerksamkeit verlangt die Topografie der befahrenen Waldwege. Selbst dort, wo ein Serien-Defender nur mit viel Geschick ohne Bodenkontakt durchkommt, rollt dieser Hilux einfach durch, als wäre es eine Schotterstraße. Nur in Ausnahmefällen hat die Unterbodenschutzplatte an der Front damit zu tun, Schlammklumpen und kleinere Baumstrünke zu zerstören,am Fahrer geht auch das vorbei.

Nach ein wenig mehr Mut als mit einem Serienauto verlangen die Kletterpassagen. Von so hoch oben wirkt alles gleich schwieriger als es eigentlich ist. Langsam an den Steilanstieg herangetastet, bedarf es einer sportlichen Grundnatur, um den Fahrerplatz zu verlassen, um sich zu vergewissern, ob sich eh alles ausgeht. Nichts peinlicher, wenn der eigene Elan zwar zum Aussteigen, aber nicht wieder zum Einsteigen reicht. Nach einer kurzen Verschnaufpause ist es dann doch noch gelungen. Nach der ersten Viertelstunde im echten Gelände entsteht auch ein Grundvertrauen in das Auto, das sich fortan in einem stets wachsenden Tempo zeigt. Das soll so natürlich nicht sein, ist aber speziell dann, wenn draußen jemand mit einer Kamera in der Hand steht, kaum zu vermeiden. Dem Toyota scheint auch das recht egal zu sein, die beim Testwagen vorhandenen 100-Prozent-Sperre für die Hinterachse haben wir jedenfalls nie gebraucht, was aber nicht heißen soll, dass man auf sie verzichten darf.

Zu dem größten Vorteil jedes Pickup-Modells zählt seine Ladefläche, auf der sich auch moderne und damit eigentlich viel zu große Mountainbikes bequem verstauen lassen, nur dass man bei diesem Hilux Elektromountainbikes mit einem Kran verladen muss, während einfache Fahrräder nur nach einer Mindestkörpergröße von 1,8 Metern verlangen. Das Rad von der Ladefläche geschnappt, die wichtigsten Utensilien in den Rucksack gepackt, geht es mit deutlich reduziertem CO2-Ausstoß zurück in die Stadt. 90 Minuten später ist das Büro erreicht. Der nächste Tag lehrt uns, dass dieser Hilux etwas für sportliche Naturen ist, die vom Wienerwald in die Stadt stets das Radl nehmen, weil die Sache mit den Parkhäusern nicht ganz so einfach ist. Für all jene, die es mit dem Sport nicht so haben, ist und bleibt ein serienmäßiger Hilux mit ordentlichen Reifen die bessere Wahl, alle anderen dürfen fürsich entscheiden, ob sie gut und gern 20.000 Euro in etwas bessere Offroadeigenschaften, deutlich mehr Verbrauch und schwächere Fahrleistungen investieren wollen.

PS: Die am Testwagen angebauten (aber nicht aktiven) LED-Lichter sind inÖsterreich in dieser Form beziehungsweise in dieser Menge und an diesen Montagepunkten nicht zulassungsfähig. Wer auf Extralicht dennoch nicht verzichten will, bekommt unter anderem bei Taubenreuther, Style-X oder Eurosignal typisierte LED-Lichter angeboten und auch montiert.








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