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Ausgabe
04
2017


Ende einerÄra nach 88 Jahren

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"Abwarten, was passiert." Das ist vorerst die Devise, nachdem GM seine Europa-Töchter Opel und Vauxhall an PSA verkaufte.


Der Zeitdruck war enorm: Mitte Februar war durchgesickert, dass der PSA-Konzern Opel bzw. Vauxhall von General Motors kaufen wolle. Und die Verhandler wollten den Deal noch vor dem Genfer Autosalon zu einem Abschluss bringen. Das gelang und für 6. März luden PSA und GM zur gemeinsamen Pressekonferenz nach Paris. Dass nur wenige Stunden später der Peugeot 3008 zum "Car of the Year" gewählt werden sollte, war das Tüpfelchen auf dem i an jenem denkwürdigen Tag.

Tatsächlich passiert es ja nicht so oft, dass sich ein Konzern nach 88 (!) Jahren von einer Marke trennt. Doch genau das geschah in diesem Fall: General Motors darf sich über 1,3 Milliarden Euro für die Europa-Tochter Opel/Vauxhall sowie über weitere 900 Millionen für das dazu gehörige Geschäft der Finanzsparte freuen. Beide Seiten betonen, dass die bisherige Zusammenarbeit (die Entwicklung der neuen Opel-SUVs Crossland X und Grandland X) viel Vertrauen aufgebaut habe.

Erwartet werden jährliche Synergien in der Höhe von 1,7 Milliarden Euro. Opel, bislang defizitär, soll bis 2020 einen positiven operativen Cashflow erzielen. GM wolle sich, so Chefin Mary Barra, nun noch stärker als bisher auf das Kerngeschäft (also jenes in den USA) konzentrieren.

Soweit die Theorie: Doch was bedeutet die Zusammenarbeit für die Händler? In Österreich hat Opel (inklusive der Vertragswerkstätten) 203 Standorte, bei Peugeot sind es 185 und bei Citroën 126. Dazu kommt noch die Marke DS.

"Kein Grund zur Besorgnis"

Im Moment werde alles weiterlaufen wie bisher, sagt Mag. Alexander Struckl, Geschäftsführer von General Motors Austria: Er sieht derzeit weder für die Mitarbeiter des Importeurs, noch für die Händler oder Kunden einen Grund zur Besorgnis.

Gelassen bleibt - zumindest vorläufig - auch Komm.-Rat Ing. Peter List: Der Geschäftsführer der Eisner GmbH ist auch Chef des europäischen Opel-Händlerverbandes EURODA. PSA-Chef Carlos Tavares habe ihn, List, nach der Bekanntgabe zu einem Gespräch mit Opel-Chef Karl-Thomas Neumann und Vertriebsvorstand Peter Küspert gebeten. "Tavares hat zugestanden, dass Opel als eigenständige Marke geführt wird und dass auch das Management gleich bleibt. Das stimmt mich optimistisch." Natürlich gebe es in einer solchen Übernahme auch Risiken, doch es sei noch zu früh, dies zu bewerten: "Das Management wird sich in erster Linieum Synergien in Einkauf und Fertigung bemühen, der Vertrieb hat vorläufig keine Priorität. Daher sehe ich fürs Erste auch keine Veränderungen für die Händler."

"Chancen sind höher zu bewerten als die Risiken"

Interessant ist natürlich auch die Meinung von Albert K. Still, Aufsichtsratsvorsitzender der AVAG Holding AG (Augsburg), dem mit Abstand größten Opel-Händler Europas: "Ich sehe beim Kauf von Opel durch PSA - wie bei jedem derartigen Geschäft - Chancen und Risiken. Doch ich glaube, dass die Chancen höher zu bewerten sind als die Risiken", sagte Still, der mit der AVAG auch in Österreich aktiv ist, am Genfer Salon zu "AUTO&Wirtschaft". Er denkt, dass "eine europäische Besitzerstruktur Vorteile im Vergleich zur bisherigen Situation" haben werde, da das Verständnis für das Geschäft in Europa bei Europäern eher vorhanden sei als bei Managern aus den USA. "Ich glaube daher, dass das Glas halb voll ist und nicht halb leer." Still hat neben dem Hauptgeschäft mit Opel durchaus Erfahrungen mit dem PSA-Konzern: "Wir betreiben in Ljubljana einen Peugeot-Citroën-Betrieb, der sehr gut läuft."








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